Blockchain
Microsoft goes Blockchain mit dem Coco-Framework

Microsoft hat sein Framework Coco vorgestellt, das Blockchains zusammenführen, beschleunigen und in zahlreichen Bereichen besser nutzbar machen soll. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Konnektivität verschiedener Blockchains, wie beispielsweise Ethereum, Ripple und anderen.
von Jake Pietras am 14. August 2017

Bitcoin, Etherum, Ripple, Blockchain. Ob ihr wollt oder nicht werdet ihr diese Begriffe in den nächsten Monaten und Jahren immer häufiger hören und euch an die Zeiten zurückerinnern, als der Ausdruck “Cloud” total hip war, aber keiner irgendwie wusste, was das Ganze so wirklich ist. So ähnlich ist es bei der öffentlichen Wahrnehmung auch gerade mit der Blockchain, wobei die Unternehmen aller Branchen mit Eifer daran arbeiten, die neue Technologie für sich nutzbar zu machen. Dazu gehört auch Microsoft, die heute ihr Blockchain-Framework Coco vorgestellt haben (kein Tippfehler).

Coco steht für “Confidential Consortium” und soll dem Namen nach einen vertrauenswürdigen Zusammenschluss vorhandener Blockchain-Protokolle in Azure ermöglichen, allen voran meinen persönlichen Liebling Ethereum. Die Blockchain wurde von Microsoft bereits in Coco integriert und erhält in der nächsten Zeit Gesellschaft von Intel, dem Finanzdienstleister J.P. Morgan Chase und R3, die weitere Enterprise Ledger integrieren werden.

Zudem will Microsoft mit einer Reihe Techniken, Protokollen und anderer technologischen Magie dafür sorgen, dass Transaktionen schneller, sicherer und vernetzter ablaufen. Und Open-Source ist die ganze Nummer auch noch.

”Ich wollte hier eigentlich nur was über das Note 8 lesen, Jake…”

Wer sich gerade fragt, wovon zum Geier ich hier fasle und wo endlich eure Smartphone-News bleiben: Das Thema Blockchain ist momentan tatsächlich etwas abstrakt und wenig greifbar, selbst, wenn man etwas mit Cryptowährungen wie Bitcoin oder dem Fork Bitcoin Cash handelt. Doch bereits jetzt und in Zukunft sehr viel verstärkter, werden Blockchains alles verändern. Naja vielleicht nicht alles, aber zumindest alles, was mit mit Geschäftsprozessen auf technologischer Ebene zu tun hat. Auch und vor allem unsere geliebte Branche, liebe Geeks.

Apps, Essensbestellungen, Finanztransaktionen, Kommunikationen zwischen Internet of Things-Devices in der maschinellen Produktion, Identitätsnachweise, politische Wahlen, Verträge… you name it. Um es simpel zu halten: Jede Art einer Anweisung oder ein “Wenn das passiert, führe das aus (und mache dann das und das…)” kann über Transaktionen in der Blockchain ausgeführt werden. Und wozu das Ganze?

Ganz viele tolle Blockchain Daten (Quelle: Wikipedia / User: deavmi)

Warum ist die Blockchain derzeit so heiß?

Vor allen Dingen Transparenz, denn jede dieser Anweisungen kann nachverfolgt werden und wird automatisch durch alle Mitglieder einer Blockchain verifiziert. Und jetzt nicht falsch verstehen: Niemand sieht dann eure Kontodaten oder für wen ihr gewählt habt. Es geht eher um die Transparenz der Ausführung und ihre Nachverfolgbarkeit. Hier greift das Zero-Trust-Prinzip, das ich auch im Bitcoin Cash-Artikel aufgegriffen hatte.

Ihr müsst nicht einer Stelle vertrauen, dass sie sie auch das tut, was sie tun soll und dann im schlimmsten Fall das Gegenteil tut, wie zum Beispiel Wahlergebnisse manipulieren, Geld abzweigen oder Programmcode nicht ausführen. Stattdessen “wartet” Programmcode in der Blockchain darauf, dass er Input erhält, um dann die entsprechende Transaktion auszuführen. Noch ein Beispiel, damit das hier nicht so trocken bleibt: Ich schicke einem Freund Geld mittels einer solchen Transaktion oder Smart Contract, wie er bei auch bei Ethereum genannt wird.

Im diesem Smart Contract steht (im Programmcode): Wenn jemand Geld schickt, sende ich es an das gewünschte Konto, berechne Transaktionsgebühren, verschicke Bestätigungen an alle Beteiligten und einen Gutschein für Cocktails, mache die Lichter zu Hause bei mir an und so weiter. Diese Smart Contracts werden immer 100%ig ausgeführt, kein Mensch muss damit interagieren, niemand muss irgendetwas freigeben.

Das ist Micrsosofts Coco Framework

Blockchains sind die Demokratisierung von Allem

Das hat zum einen den Vorteil, dass Blockchains verdammt schnell arbeiten können, weswegen das Finanzwesen derzeit auf Ripple setzt. Zum anderen lässt sich ein Haufen Kohle einsparen, weil die einzelnen Prozesse unglaublich kompakt gehalten und mit unzähligen Anweisungen kombiniert werden können. Und dazu kommt eben die Transparenz und Integrität, solche Smart Contracts nicht manipulieren zu können. Zumindest ist letzterer Punkt der momentane Stand des Konzepts.

Wer nun ein bisschen digitales Blut geleckt hat und sich für weitere Beispiele interessiert, was die Möglichkeiten der Blockchain sind, kann sich hier ein paar Dinge durchlesen, die mit der Technologie bewerkstelligt werden können. Ansonsten schreibt mir gerne in die Kommentare, ob euch das Thema juckt und ob wir weitere Themen wie Mining, anschauliche Beispiele von Blockchain-Applikationen oder Grundlegendes für euch aufbereiten soll. Ich würd mich freuen.