Build 2017
Microsofts „Intelligent Cloud“ überwacht alles, in Echtzeit

Microsoft will Unternehmen über die Intelligent Cloud in die Lage versetzen, Personen, Gegenstände und Orte in Echtzeit zu überwachen. Die Technologie ist unter Sicherheitsaspekten beeindruckend, beinhaltet aber auch ein Missbrauchspotential.

Microsoft demonstriert auf der momentan stattfinden Build 2017 mit mehreren beeindruckenden Szenarien, wie sich die die Cloud der Redmonder, ein damit verbundenes IoT und die Bilderkennungsalgorithmen einer Künstlichen Intelligenz zur Überwachung kritischer Umgebungen einsetzen lassen.

Die Fallbeispilee beziehen sich auf alltägliche Situationen auf einer Baustelle, in einer Werkstatt oder in einem Krankenhaus. Die Künstliche Intelligenz, die ihre Daten von mehreren Kameras bezieht, kann automatisch die erfassten Objekte und Personen erkennen und identifzieren. Im Idealfall besitzt das System weitergehende Informationen, die z.B. eine Motorsäge o.a. aussagekräftig beschreiben und z.B. als “gefährliches Werkzeug” einordnen.

Die Besonderheit ist, dass diesem einzelnen Objekt nun weitere Definitionen zugeordnet werden können, die von einer Künstlichen Intelligenz mit dem Ist-Zustand abgeglichen werden. Definiert man z.B., dass die gefährliche Motorsäge nur von bestimmten Personen mit einer entsprechenden Befähigung benutzt werden darf, dann kann die Software die Benutzung einer anderen Person erkennen und davor warnen.

Die Szenarien sind endlos erweiterbar und erstrecken sich auf alle Bereiche, in denen Menschen entweder miteinander oder mit Objekten an bestimmten Orten interagieren. Wenn von allen “Beteiligten” bestimmte Vorgaben eingehalten werden, ist alles in bester Ordnung. Weicht hingegen ein Mensch oder ein Objekt von dem zugewiesenen Case ab, kann das System einen entsprechenden Alarm oder andere Abläufe einleiten.

Diese “Intelligent Cloud” basiert auf Microsofts Azure Services und soll in Zukunft anderen Firmen – Microsofts Kunden – zur Verfügung gestellt werden. Die Unternehmen können ihr eigenes Personal und Inventar als “IoT Device” mit der Cloud verknüpfen und die dort bereitgestellten Künstlichen Intelligenzen benutzen. In besonders sicherheitskritischen Umgebungen kann das System auch unabhängig von einem rein cloud-basierten Dienst arbeiten, der dazu benötigte Code wird dazu in einen sogenannten Docker-Container gepackt und anschließend lokal ausgeführt.

Die Keynote am Donnerstag im Livestream

Die Technologie und die daraus resultierenden Möglichkeiten sind höchst faszinierend und könnten sicherlich helfen, Unfälle zu vermeiden oder die Sicherheit in vielen Bereichen zu erhöhen. Allerdings stellen sich auch Fragen in puncto datenschutz und Privatsphäre, denn gerade die gezeigten Beispiele eignen sich z.B. auch für eine lückenlose Überwachung von kompletten Arbeitsabläufen und die Protokollierung der Effizienz.

Gesetzlich dürfte das in vielen Ländern nicht zulässig sein, die Rechte von Arbeitnehmern sind in diesem Bereich recht umfassend geregelt. Microsoft selbst sichert zu, dass man sich der Verantwortung bewusst sei, die aus der Bereitstellung solcher Technologien resultiere.