Gemunkelt wird schon seit mehreren Stunden, nun ist es offiziell: Microsoft schnappt sich die populäre Tastatur-App SwiftKey und findet damit seinen Weg auf circa 300 Millionen (weitere) Android-Smartphones und iOS-iPhones.

SwiftKey wurde im Jahr 2008 gegründet und beschäftigt momentan circa 160 Mitarbeiter an Standorten wie Southwark, London, San Francisco und Seoul. Über die Finanzspritzen verschiedener Investoren wuchs das Unternehmen in den vergangenen 2 bis 3 Jahren rasch, nun folgt der klassische Exit. Ein Kaufpreis wurde von den beiden Unternehmen nicht genannt, Branchenkenner gehen von circa 250 Millionen US-Dollar aus.

Die Akquisition von SwiftKey ist nur ein weiteres Puzzleteil in Microsofts „Cloud First, Mobile First“ Strategie. Im Juni 2015 schlugen die Redmonder beim Deutschen Startup 6Wunderkinder zu und packten sich die To-Do App Wunderlist ins Portfolio. Vor kaum zwei Wochen sorgte man mit der Ankündigung, die eigene Tastatur-App Word Flow zukünftig auch für iOS und Android anzubieten für Aufmerksamkeit und langsam füllt sich das Paket der systemübergreifend bereitgestellten Microsoft Apps immer mehr. Apropos WordFlow: Die SwiftKey-Technologien sollen hier sukzessive Einzug finden.

SwiftKey dürfte in der Strategie von Microsoft eine besondere Rolle spielen. Zum einen ist die App im Vergleich zu anderen Programmen bereits auf ziemlich vielen Smartphones installiert und geniesst bei ihren Benutzern einen ziemlich guten Ruf. Zum anderen kauft man sich neben der App auch das Wissen der dortigen Forschungsabteilung: SwiftKey verfügt mittlerweile über einen ausgereiften Vorhersage-Algorithmus, basierend auf bzw. unter Zuhilfename von einem „neuronalen“ Netzwerk.

SwiftKey Tastatur
Entwickler: SwiftKey
Preis: Kostenlos+
SwiftKey Tastatur
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Nicht zu unterschätzen ist, dass Microsoft damit auch eine wichtige Ergänzung zum strategisch wichtigen Office 365 Paket erwirbt. Bestimmte Features der SwiftKey App lassen sich sicherlich perfekt mit z.B. einer Textverarbeitung abstimmen und könnten die Funktionalität hier wesentlich erweitern. Umgekehrt könnte SwiftKey aus den cloudbasierten Texteingaben der Office-Benutzer eine schier unendliche Datenbasis für eine noch bessere Wortvorhersage ziehen. Wie die Pläne in diesen Bereichen aussehen verriet Microsoft selbstverständlich bisher nicht, doch die Verknüpfungen machen einfach Sinn.

Quelle: microsoft.com, swiftkey.com