Die Hölle friert zu
Microsoft ist jetzt Platinum-Mitglied der Linux Foundation

Die Entwicklerkonferenz Connect() eröffnete Microsoft mit einem Paukenschlag. Das Unternehmen ist nun Platinum-Mitglied der Linux Foundation und setzt damit mehr als nur ein symbolischen Zeichen für eine neue Ära in Redmond.

Was vor ~15 Jahren noch völlig undenkbar schien, ist seit gestern Realität. Microsoft ist nun Platinum-Mitglied der Linux Foundation und wird die gemeinnützige Organisation als einer der größten Förderer unterstützen. Das Umfeld für die Bekanntgabe der neuen Liebe war denkbar passend: auf der Entwicklerkonferenz Connect() eröffneten die Redmonder den verdutzten Zuhörern und Zuschauern, welche Ambitionen man in der jüngeren Vergangenheit und näheren Zukunft im Bereich Open Source Software hatte und habe.

Jim Zemlin würdigte die Entwicklung Microsofts in den letzten Jahren. Die Redmonder seien “zu einem begeisterten Unterstützer von Linux und Open Source geworden und beteiligen sich aktiv an vielen wichtigen Projekten” berichtete der Stiftungsvorsitzende der Linux Foundation. Die Platinum Mitgliedschaft sei ein Moment mit Symbolkraft.

Weiterlesen:
Hilfe, ich werde zum Windows-Fan!

Insgesamt zehn weitere Unternehmen sind momentan Platinum-Förderer der Open Source Community. Neben Cisco und Fujitsu finden sich in der Liste die Branchen-Schwergewichte HP, Huawei, IBM, Intel, NEC, Oracle, Qualcomm und Samsung. Die Mitgliedschaft beinhaltet einen Platz im Aufsichtsrat der als gemeinnützig eingestuften Organisation. Microsoft wird diesen Posten mit dem Azure-Architekten John Gossman besetzen.

Im Jahr 2001 hatte der damalige Microsoft-CEO Linux als “Krebsgeschwür” bezeichnet und besonders die Lizenzbestimmungen attackiert. Mit diesen Äußerungen hatte Ballmer die damals schnell wachsende Open Source Community endgültig gegen das Unternehmen aufgebracht.

Die ersten versöhnlichen Schritte unternahmen die Redmonder dann in den vergangenen Jahren. Besonders unter Satya Nadella wuchs die Zahl der Parterschaften und Aktivitäten stark an, was nicht zuletzt auch wirtschaftliche Gründe hat. Microsoft setzt zunehmend auf “die Cloud” und ist auf eine gute Zusammenarbeit mit den hier bereits etablierten – oftmals auf Linux oder OSS basierenden – Plattformen, Lösungen und Entwicklern angewiesen.

via linuxfoundation.org