Mobile Dominanz: iOS stürzt nochmals ab, Android legt weiter zu

Google kann die mobile Dominanz weiter ausbauen, während Apple weiterhin rapide Anteile am mobilen Traffic-Volumen verliert. Smartphones und Tablets sind endgültig im Alltag der Benutzer angekommen, die Nutzung verlagert sich längst auch weg vom Desktop und Notebook, hin zum Couch-Surfing.

Die neuesten Daten von NetMarketShare liegen vor und zeigen, wie Android den Abstand zu iOS weiter vergrößert hat. Fast 71% des mobilen Traffics mit Smartphones und Tablets gehen mittlerweile auf das Konto des Betriebssystems von Google, während Apple mit iOS einen nochmaligen Rückgang auf nun 23,1% hinnehmen musste.

Google hat somit seit November 2014 – also in weniger als eineinhalb Jahren – den damaligen Beinahe-Gleichstand konstant zu den eigenen Gunsten ausgebaut und dominiert seitdem das mobile Web. Im Juli 2015 lagen die beiden Kontrahenten mit 51,12% (Android) und 41,55% (iOS) noch relativ nah beieinander, nach dem Ende des umsatzstarken Weihnachtsgeschäft hatte sich die Differenz trotz des zwischenzeitlich erschienen iPhone 6S) bereits auf 58,75% zu 32,28% vergrößert. Seitdem ist Android kaum noch zu stoppen und legt Monat für Monat um mehrere Prozentpunkte zu, von April auf Mai beinahe zweistellig.

Die Messung des Internet-Traffics durch ein bestimmtes mobiles Betriebssystem ist eine übliche Methode, mit der die tatsächliche Nutzung der am Markt befindlichen Geräte zuverlässig festgestellt werden kann. Die schiere Masse an Android-Nutzern erzeugt durch die jeweils individuelle Nutzung einzelner Angebote enorme Datenmengen, die vom wesentlich kleineren Teil der iOS-Nutzer gar nicht erzeugt werden kann.

Die aktuellen Zahlen zeigen somit neben der Gegenüberstellung von iOS und Android auch eindrucksvoll, wie sehr Smartphones und Tablets mittlerweile im Alltag der Benutzer angekommen sind. Ein erheblicher Teil des Traffics dürfte durch die regelmäßige Nutzung der Sozialen Netzwerke verursacht werden, auch die weitere Verbreitung von Audio- und Video-Streaming-Diensten spielt sicherlich eine große Rolle. Viele Benutzer werden zudem einen beträchtlichen Teil ihrer Internetnutzung vom Desktop oder Notebook auf ein mobiles Endgerät verlagert haben, vor allem in den Abendstunden.

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Woran Android immer noch krankt ist die Versions-Fragmentierung. Während Apple mit iOS über mehrere Geräte-Generationen hinweg eine weitgehend homogene Betriebssystem-Basis bereitstellt, wird der größte Teil des mobilen Android-Traffics immer noch von Smartphones und Tablets mit Android 4.4 (20,56%) verursacht, gefolgt von Android 5.1 (14,62%) und Android 5.0 (12,02%). Android 6.0 Marshmallow ist mittlerweile für rund 7,68% des Traffics verantwortlich.

App Stores Google Apple April 2016

Weiterhin die Nase vorne hat Apple, wenn es um die Profitabilität des eigenen App Stores geht. Im ersten Quartal 2016 erwirtschafte Apple mit dem eigenen App Store einen um 90% höheren Umsatz als Google mit dem eigenen Play Store. Gleichzeitig luden Android-Benutzer im Vergleichszeitraum doppelt so viele Apps wie iOS-Nutzer herunter. Die Differenz ergibt sich also schlicht aus dem Umstand, dass es für das Android-Betriebssystem wesentlich mehr kostenlose oder werbefinanzierte Apps gibt, die von den Nutzern tatsächlich gedownloadet, installiert, ausprobiert und gegebenenfalls durch eine andere App ersetzt werden. Eine kostenpflichtige Version wird hingegen eher selten gekauft, trotz der vergleichsweise günstigen Preise. Hier gibt es allerdings regional erhebliche Unterschiede.

iOS-Nutzer hingegen werden wesentlich häufiger von den App-Entwicklern und Apple für vergleichbare Apps zur Kasse gebeten und pushen so den Umsatz. Apple verfügt mittlerweile über eine der weltweit größten Datenbanken mit Kreditkarten-Daten.

Quelle:
statista.com (1), statista.com (2), netmarketshare.com, appannie.com