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MobiLimb: Gruselige Smartphone-Interaktion mit einem Roboterfinger

Ein Smartphone zum Leben erwecken? Das schafft nur MobiLimb, ein robotischer Finger, der in den Micro-USB-Anschluss des Handys gesteckt wird und es so interaktiver macht. Die Idee ist sowohl witzig als auch gruselig, aber immerhin auch nützlich.
von Vera Bauer am 6. Oktober 2018

Unsere Smartphones sind kalte, emotionslose Geräte, die sich normalerweise nicht autonom bewegen oder aktiv werden. Da wir aber auf eine Robo-Zukunft zusteuern, bietet es sich natürlich an, dass unsere Handy mehr mit uns interagieren. Ein Forschungsteam aus Frankreich erforscht deshalb verschiedene Möglichkeiten, wie sich unsere Smartphones anders mit uns in Verbindung setzen und eine Art Eigenleben entwickeln.

MobiLimb ist eine dieser Möglichkeiten, die als Forschungsergebnis aus dieser Studie entstanden ist. Es ist ein robotischer Finger, der über den Mikro-USB-Anschluss des Smartphones verbunden wird. Er bewegt sich mit fünf Servomotoren, die durch einen Arduino-Mikrocontroller angetrieben werden.

Das wirklich groteske daran ist aber die Interaktion mit dem Nutzer. So macht sich dieser Finger beispielsweise bei eingehenden Nachrichten bemerkbar und streichelt dabei leicht die Hand des Users. Man kann ihn auch als Joystick-Steuerung verwenden oder ihn mit einem flauschigen Überzug in einen Katzenschwanz verwandeln.

“Im Sinne der menschlichen Augmentation, die darauf abzielt, die Einschränkungen des menschlichen Körpers durch den Einsatz von Robotergeräten zu überwinden, zielt unser Ansatz darauf ab, die Einschränkungen der mobilen Geräte (statisch, passiv, bewegungslos) durch den Einsatz eines Robotergliedes zu überwinden.” Marc Teyssier, Forschungsstudent von MobiLimb

MobiLimb ist auf seine ganz eigene gruselig-mobile Art faszinierend – vor allem, wie sich der Finger mit dem Smartphone hinten dran über den Tisch zieht. Andererseits bietet es auch einige Vorteile, wie beispielsweise das seitliche Aufrichten des Handys, um Videos besser anzuschauen. Außerdem, wie cool wäre es, wenn das Smartphone zu einem gerobbt kommt, anstatt, dass man selber aufspringt und es holt?

Ich finde das ganze Projekt super spannend, aber schaut selber mal ins Video rein. Da seht ihr die massig vielen Anwendungsfälle. Übrigens muss man für die Nutzung von MobiLimb nicht viel rumwerkeln. Das Gerät wurde nach dem Prinzip “Plug & Play” entwickelt. Ob dieser merkwürdige Handyfinger jemals auf den Markt kommt, bleibt jedoch abzuwarten. Ich denke, dass man es eher bei einer Forschungsarbeit zur Mensch-Maschine-Kommunikation belassen wird.

via: theverge