MoonBox: Ab 2019 schickt DHL eure Pakete auch auf den Mond!

Bereits ab 2019 möchte DHL ermöglichen, dass wir kleine Pakete - die sogenannte MoonBox - auf den Mond schießen können. 

Diskutieren wir derzeit über Logistik, dann geht es meistens darum, wie Unternehmen ihre Pläne vorantreiben, Waren zum Beispiel via Drohne zum Empfänger zu bringen, oder Strategien mit rollenden Robotern durchzuspielen.

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Wenn wir in diesem Beitrag über DHL berichten, dann geht das allerdings in eine ganz andere Richtung. „Andere Richtung“ bedeutet in diesem Fall sowohl sprichwörtlich als auch buchstäblich, denn es geht darum, per DHL Waren auf den Mond zu liefern!

Ja, ihr habt richtig gehört: Ihr könnt – voraussichtlich ab 2019 – kleine Päckchen via DHL auf den Mond schießen lassen. Die sogenannte MoonBox wird von DHL in Kooperation mit dem US-Unternehmen Astrobotic dorthin befördert und das sogar zu Preisen, die einigermaßen human klingen.

Für einen Preis von 460 US-Dollar gibt es beispielsweise eine Kapsel, die mit 0,5 Zoll x 0,125 Zoll wirklich winzig ist, mit der sich aber sowas wie eine Haarsträhne der Liebsten auf dem Mond deponieren ließe (wozu das dann gut wäre, besprechen wir ein anderes mal). Je größer diese Kapsel sein soll, desto tiefer greift ihr logischerweise in die Tasche. So würde eine Kapsel mit einem Zoll Durchmesser und ebenfalls einem Zoll in der Tiefe schon schlappe 12 950 Dollar kosten.

Dennoch: Verglichen mit den Kosten für eine Rakete oder einem Mondfahrzeug ist der Versand auf den Mond per DHL ein echter Schnapper. Astrobotic – da wir gerade schon davon reden – will tatsächlich mit dem ersten Flug zum Mond ein solches Mondfahrzeug transportieren. Auch Airbus und die NASA sind in dieses Projekt involviert – es ist also nicht der feuchte Traum eines kleinen Start-Ups, sondern tatsächlich schon sehr konkret.

2019 soll es losgehen, dann wird erstmals ein Transporter des Unternehmens – getauft auf den Namen Peregrine – zum Mond starten, dort neben der Mond-Karre und hochauflösenden Kamera-Systemen u.a. auch die Päckchen der Deutschen Post abliefern, die unter der DHL-Flagge segelt. Übrigens hat die Deutsche Post bzw. DHL bei der Ausschreibung Größen wie Fedex und UPS ausgestochen. 2019 ist zwar noch lange weg, aber wie es scheint, wird man der DHL den Titel „Erster Logistiker, der kommerzielle Transporte auf den Mond transportiert“ nicht mehr nehmen können.

Empfänger für eure Pakete gibt es auf dem Mond selbstverständlich (oder höchstwahrscheinlich?) keine. Das bedeutet: Ihr schickt eure Päckchen lediglich auf den Erdtrabanten, um den Inhalt dort oben bis auf Weiteres zu deponieren. Es bieten sich grundsätzlich alle Dinge an, die nicht verderben können, lebende Wesen dürfen natürlich ebenfalls nicht transportiert werden. Wer also darüber nachdenkt, seinen ungeliebten Chef oder die kratzbürstige Ehefrau auf den Mond zu schießen – daraus wird leider nichts.

Allerdings könnt ihr euch ja für den symbolischen Akt entschließen und stattdessen ein Foto der ungeliebten Person mitschicken. Wahrscheinlicher ist natürlich, dass sich die Kunden für Andenken an geliebte Personen entscheiden: Eine Locke der Holden, der erste ausgefallene Milchzahn des eigenen Kindes, eine Hundemarke oder auch ein wenig Sand vom Lieblings-Strand.

Was erhaltet ihr zudem, wenn ihr euch zum Kauf einer solchen MoonBox von DHL entscheidet? Natürlich erst einmal die Kapsel selbst, in der ihr den Inhalt deponieren wollt. Außerdem gibt es eine Karte des Mondes mit der Stelle, an der der Transporter landet und ein Echtheitszertifikat. Abschließend werdet ihr auch mit hochauflösenden Fotos und Videos versorgt, damit ihr sehen könnt, dass eure Moonbox tatsächlich auf dem Mond angekommen ist.

Behaltet neben ein paar Regeln zur Art der Ladung – nichts Explosives, keine Flüssigkeiten, nichts Elektrisches – unbedingt auch das Gewicht im Blick. Wer etwa Ware mit einem Gewicht von 1 Kilo transportieren möchte, blättert dafür schon 1,2 Millionen Dollar auf den Tisch des Hauses. Nehmt also lieber statt der ausgelatschten Lieblings-Sneakers dann doch lieber ein Foto der selbigen.

Ja, das ist teuer, aber nur zum Vergleich: Bei früheren NASA-Missionen hat der Nutzlasttransport bis zu 300 Millionen Dollar pro Kilogramm betragen! Eigentlich sollte Astrobotic – eines der ambitioniertesten Privatunternehmen auf diesem Gebiet – bereits 2017 so weit sein, einen Transporter auf den Mond zu schicken. Nach mehreren Rückschlägen und dem Ausstieg aus Googles Lunar X-Price-Projekt sieht es jetzt aber gut aus mit einem Start im Jahr 2019. Langfristig will man sogar eine Mond-Station bauen und dort Menschen stationieren, zunächst einmal steht aber der Transport eines Mondfahrzeugs ganz oben auf der Agenda – und wenn ihr wollt, eben auch das Foto der Schwiegermutter, die ihr immer schon gern auf den Mond schießen wolltet. Falls ihr direkt bestellen wollt: Hier geht’s lang.

Quelle: Astrobotic via Handelsblatt