Virtual Reality
Neurable: Die virtuelle Realität per Gedanken steuern

Das Unternehmen Neurable hat eine Erweiterung für die HTC Vive erschaffen, damit die virtuelle Realität über Gehirnströme gesteuert werden kann. Das sogenannte Brain-Computer-Interface analysiert und interpretiert die Gehirnwellen des Nutzers wie ein EEG. Ein spannender Blick in die Zukunft.
von Vera Bauer am 24. September 2017

Die Siggraph Konferenz in Los Angeles befasst sich alljährlich mit neuen interaktiven Computer Technologien. Diese Jahr hat ein Unternehmen namens Neurable eine Steuerung für Virtual Reality vorgeführt, die nur mit Gedanken funktioniert. Das ist eine echt große Sache, denn immerhin versuchen Forscher schon seit geraumer Zeit neuronale Aktivitäten im Gehirn von Menschen zu analysieren und so zu verstehen, dass damit auch die Steuerung von Geräten per Gedanken möglich wird.

Neurable hat ihre neuartige Technologie als Prototyp auf der Konferenz vorgeführt. Die Hirn-Computer-Schnittstelle wurde dazu in die HTC Vive verbaut. Das Gerät ist quasi eine neue Kopfhalterung für die VR-Brille, die am Hinterkopf puckähnlichen Hirnsensoren anlegt. Sie stellen dadurch einen Kontakt mit dem Kopf her und analysieren und interpretieren die Gehirnwellen des Nutzers. Das Ganze kann man sich in etwa vorstellen, wie ein EEG, das in Echtzeit ausgewertet wird.

Auf der Konferenz zeigte das Unternehmen als Anwendungsbeispiel das VR-Spiel „Awakening“. Das passt ganz gut, denn die Story handelt um ein Kind, welche in einem Forschungslabor der Regierung festgehalten wird und durch wissenschaftliche Experimente telekinetische Kräfte entwickelt. Der Spieler muss diese Superkraft nutzen, um aus dem Labor zu entkommen. Wenn man so will, nutzt der Spieler auch seine Gedankenkraft, um das Spiel zu steuern. Eine physischen Controller benötigt das Game daher nicht.

Das Besondere an der Technologie ist auch der Machine Learning Aspekt. Es soll die Präzision und auch die Erkennungsgeschwindigkeit immer weiter verbessern. Der ganzen Technologie liegt das Neurable SDK für die Engine Unity zugrunde. Dieses soll auch für andere Entwickler zur Verfügung stehen, sodass sie in Zukunft die Hirnaktivität auch als Steuerungsmethode nutzen können. Der Endnutzer braucht trotzdem die entsprechende Hardware – nämlich das spezielle Neurable-Kopfband, in das die notwendigen Sensoren integriert sind.

Die Idee klingt richtig beeindruckend und ich bin gespannt, welche Reise das Unternehmen mit ihrer Technologie noch zurück legt. Ursprünglich wurde die Software übrigens entwickelt, um Menschen mit Behinderungen zu helfen. Hoffentlich decken die Entwickler den Bereich weiterhin ab!

via: spectrum