Nokia is back. [Das ist kein Witz]

Mit einem ungewöhnlich starken Quartal konnte sich Nokia in Großbritannien hinter Apple und Samsung platzieren und liefert sich nun mit Huawei ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den dritten Platz. Die Strategie, in Lizenz gefertigte Android-Smartphones zu produzieren, geht offenbar auf.

Entgegen aller Erwartungen: Nokia is back. Der einstige Marktführer und Paradebeispiel für den “Niedergang” eines Unternehmens, das einen Trend verpasst hat, feiert seine Wiederauferstehung. Neue Daten des Marktforschungsinstituts Counterpoint Research zufolge belegte Nokia im vierten Quartal 2017 in Großbritannien den dritten Platz in der Tabelle aller ausgelieferten Smartphones. Insbesondere die recht erschwinglichen Modelle wie das Nokia 3 und das Nokia 6 konnten bei den Briten punkten, so dass man sich entgegen aller Erwartungen hinter Apple und Samsung platzieren konnte.

Vor gar nicht allzu langer Zeit sah alles noch ganz anders aus. Noch 2013 klammerte sich Nokia an seine damals schon längst überholte Symbian-Software, danach versuchte man sich an der Windows 10 Mobile-Plattform. Microsoft kaufte Nokia 2014, kurz danach verschwand das ehemals so populäre Nokia-Logo von den gar nicht so erfolglosen Lumia-Handys.Wenige Jahre zuvor, im zweiten Quartal 2007, vereinnahmte Nokia noch circa 51 Prozent des Smartphone- bzw. Handy-Marktes. Im zweiten Quartal 2013, kurz vor dem Kauf durch Microsoft, brachten es die Finnen auf nur noch 3 Prozent Marktanteil.

Der nun wiederkehrende Erfolg ist auf HMD zurückzuführen, ein 2016 gegründetes finnisches Unternehmen. Unter der Lizenz von Nokia stellt HMD die Smartphones her, die nun den Markt erobern. Die Verbindungen zu Nokia liegen auf der Hand: Der derzeitige CEO von HMD, Florian Seiche, war Sales Vice President bei Nokia und übernahm danach eine vergleichbare Rolle bei Microsoft Mobile. Der CMO Pekka Rantala arbeitete ebenfalls zuvor bei Nokia und erlebte die glorreichen Jahre des Unternehmens. Der COO Pia Kantola kam schon 1999 zu Nokia und verließ Microsoft, um HMD zu gründen. Fast die gesamte HMD-Liste der Führungskräfte liest sich wie eine Mitarbeiterliste von Nokia-Koryphäen.

Nokias Smartphoes werden von HMD und Foxconn entwickelt und schließlich von Foxconn bzw, deren FIH Mobile-Tochter hergestellt. FIH besitzt auch das Nokia-Werk in Vietnam zur Herstellung von Feature-Phones. Somit hat neben HMD auch Foxconn enorm in “das neue Nokia” investiert.

Branchenkenner wissen, dass das Unternehmen nie wirklich von der Bildfläche verschwunden war. Nokia besitzt eine Reihe von “alten” Patenten im Mobilfunkbereich, die den Finnen trotz des schwindenden Marktanteils gute Einnahmen bescherten. Zudem konnte man den Online-Geodatendienst HERE im Jahr 2015 an die Automobilherstellern Audi, BMW und Daimler veräußern.

via wired.co.uk