Wissenschaft
Octobot: Forscher entwickeln ersten vollständig elastischen Roboter

Roboter aus einem weichen elastischen Material, sieht man nicht häufig. Wissenschaftlern von der Harvard University ist es nun gelungen den Octobot zu entwickeln - ein kleiner Roboter, der komplett aus weichen Komponenten besteht. Sogar seine Fortbewegung wird nicht über eine Batterie angetrieben, sondern mit Hilfe einer chemischen Reaktion.
von Vera Bauer am 27. August 2016

Wenn wir an Roboter denken, stellen wir uns harte kalte Körper vor, die zum größten Teil aus Metall bestehen. Ein Roboter zu erschaffen, der all das nicht hat und weich wie ein echtes Lebewesen ist, ist eine große Herausforderung. Die üblichen Steuerungs- und Energietechniken fallen nämlich einfach weg und stattdessen müssen geschmeidige Bauteile gefunden werden. Nun ist Wissenschaftlern von der Harvard University in Cambridge die Erfindung des Ocotobots gelungen. Wie der Name schon verrät, handelt es sich dabei um ein krakenförmiges Gerät, dass aus weichem Material besteht und sehr gelenkig ist.

Forscher arbeiten schon länger an solchen speziellen Robotern, denn sie könnten Begegnungen mit Menschen sicherer machen. Durch ihr weiches Äußeres bekommen sie außerdem Eigenschaften, mit denen sie sich besser in natürlichen Umgebungen anpassen können. Denkbare Einsatzgebiete wären beispielsweise die Inspektion von Maschinen, Such- und Rettungsaktionen sowie die Erkundung neuer unbekannter Gebiete.

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Die kleine künstliche Krake wurde aus einer Mischung des 3D-Drucks und einem weichen Lithographie-Verfahren hergestellt. Bisher nutzen Wissenschaftler bei der Entwicklung eines elastischen Roboters immer Drähte, Batterien und andere harte Komponenten, die die Vorstellung eines komplett weichen Gerätes irgendwie zunichtemachen. Deswegen hat das Team aus Harvard ihrem kleinen Octobot ein paar andere Fähigkeiten mit auf den Weg gegeben.

Damit sich der Roboter fortbewegen kann, besteht der Treibstoff aus Wasserstoffperoxid (H2O2), das in Wasser gelöst ist. Dieses wird in einer kleinen Reaktionskammer, außerhalb des Roboters, in Wasser und Sauerstoffgas geteilt. Das daraus entstandene Gas hat ein sehr viel größeres Volumen, als das flüssige Wasserstoffperoxid.

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Durch kleine Kanäle, in den Armen der Krake, strömt der Sauerstoff hinein und wandert bis hin zu kleinen Kammern im Inneren des Roboters. Diese werden durch das Gas aufgeblasen und dadurch bewegen sich die acht Arme. Anschließend entweicht der Sauerstoff wieder durch kleine Schlitze. Das Ganze funktioniert wie eine Art Schaltkreis. Bis jetzt wackelt die Krake durch diesen Mechanismus nur etwas hin und her, und das bisher auch nur für maximal acht Minuten. Aber die Forscher sind dabei, den Vorgang und die Bewegungen zu optimieren.

Quelle: spiegel