Wearables
Oma als Iron Man? – Startup Superflex stellt Exoskelettanzug für Senioren vor

Das kalifornische Start-up Superflex hat den gleichnamigen Exoskelettanzug für Senioren entwickelt, der mit Sensoren und Motoren ausgestattet ist und so die Bewegungen des Trägers unterstützen kann. Der Anzug wird energiesparend aktiviert und liefert zum richtigen Zeitpunkt Zusatzkraft. Menschen mit eingeschränkter Mobilität können so ihre Unabhängigkeit zurückerlangen und ihre Lebensqualität verbessern.
von Vera Bauer am 22. Januar 2017

Wearables sind oft für sportbegeisterte Menschen, und solche die es einmal werden wollen. Überall tummeln sich Tracking- und Fitness Armbänder, die einem bei sportlichen Aktivitäten helfen sollen. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie sind für die jüngere Bevölkerung ausgelegt. Das Startup Superflex im Silicon Valley konzentriert sich aber stattdessen auf den alternden Teil der Menschheit und möchte ihn mit dem gleichnamigen Exoskelettanzug zu mehr Mobilität und Unabhängigkeit verhelfen.

Der Superflex-Anzug ist mit Sensoren und Motoren ausgestattet, damit er die Bewegungen des Trägers bestmöglich unterstützten kann. Mit Hilfe der Sensoren soll der Anzug die individuellen Bewegungen des Trägers kennenlernen und aufgrund von den gesammelten Daten abwägen, wann wirklich Unterstützung benötigt wird. Dann nämlich kommen die Motoren zum Einsatz, die dem Nutzer bei seinen Bewegungen helfen. Die Sensoren können die Daten aber auch so schnell verarbeiten, dass sie merken, wenn der Nutzer sich im Stuhl nach vorne lehnt oder über den Tisch beugt.

Bevor ihr jetzt von einer Iron Man-ähnlichen Zukunft träumt oder denkt, ihr hättet nun endlich das perfekte Weihnachtsgeschenk für die Oma gefunden: Die Superflex Roboteranzüge werden nicht vor 2018 auf dem Markt sein. Wenn überhaupt, denn bis jetzt gibt es noch nicht mal einen funktionierenden Prototyp des Anzugs.

Laut dem Startup sei der Superflex noch in den frühsten Entwicklungsstadien und einige wichtige Elemente des Designs sind noch nicht geklärt. Beispielsweise soll er energiesparend sein, doch keiner weiß, wo die wieder aufladbaren Batterien in dem elektrischen Anzug unterkommen sollen. Außerdem ist geplant, dass er vollständig autonom arbeitet, sodass der Träger weder direkt noch indirekt über eine App mit dem Superflex interagiert.

Die Technologie stammt ursprünglich von SRI International, die solch einen Anzug als Teil eines Programms für verwundete Soldaten entwickelt hatten. Er sollte die Auswirkungen der Verletzungen verringern, indem er ihnen das Tragen von schweren Lasten erleichterte. Natürlich ist Superflex nicht das einzige Unternehmen, dass sich mit solch einem Exoskelettanzug beschäftigt. Da hätten wir auch noch Honda, die an einem Geh-Assistenten arbeiten oder auch Panasonic mit ihrem Exoskelett für Industriearbeiter, die schwere Sachen heben müssen.

Das Unternehmen Superflex hat für ihr Vorhaben bereits 10 Millionen US-Dollar von der japanischen Firma Global Brain bekommen. Dass der Sponsor aus Japan kommt, ist gar nicht mal verwunderlich. Zwar hat das Startup in erster Linie den US-Markt im Visier, jedoch gibt es auch in Japan eine stark alternde Bevölkerung.

via: theverge