OneDrive unterstützt bald Dateien und Verzeichnisse “On-Demand”

Microsoft bohrt seinen Cloud-Dienst OneDrive weiter auf und unterstützt in Kürze den Zugriff auf Dateien "on demand". Sowol in Teams als auch bei Einzelnutzern belegen Dateien und Verzeichnisse auf Wunsch dann effektiv keinen Speicherplatz auf dem lokalen Gerät.

Mit dem heute offiziell angekündigten “Creators Herbst-Update” für Windows 10 wird auch Microsoft Cloud-Datenspeicher OneDrive ein massives Update enthalten. Das von vielen Nutzern sehnlichst erwartete Funktionsupdate erweitert den Datenspeicher der Redmonder um die Fähigkeit, auf beliebige Dateien “on demand” zugreifen zu können. Sprich: man muss die Dateien nicht mehr herunterladen und damit ggfls. permanent Speicherplatz auf seinem Gerät belegen. Stattdessen lassen sich die ausschliesslich bei OneDrive abgelegten Daten bearbeiten, als seien sie dauerhaft lokal vorhanden.

In Kombination mit den beiden von Microsoft in Deutschland betriebenen Rechenzentren ergeben sich gerade für Unternehmenskunden verschiedene Szenarien. Theoretisch wären Unternehmen in der Lage, ihre gesamte Verzeichnis- und Dateistruktur in die speziell abgesicherte Cloud auszulagern, die Daten müssten gar nicht mehr lokal gespeichert werden. Dies würde zwar einerseits zwingend eine stets bestehende Internetverbindung voraussetzen, würde aber andererseits den Zugriff auf die Daten für Dritte enorm erschweren. Ein verlorenes oder gehacktes Smartphone wäre für den Finder oder Hacker de facto nutzlos, da es keine Dateien beherbergt.

Mit dem Collaboration-Tool “Teams” integriert Microsoft die gemeinsam genutzte Cloud in alle erdenklichen Office-Anwendungen.

Die neue Funktion soll den Unterschied zwischen lokal und in der Cloud gespeicherten Dateien weitestgehend vernachlässigbar machen. So lässt sich die App, mit der die jeweilige Datei geöffnet werden soll bereits vor dem eigentlichen “on Demand” Vorgang festlegen. Bisher musste man Dateien stets manuell oder automatisch mit dem eigenen Gerät synchronisieren, um tatsächlich auf sie zuzugreifen.

Zur dennoch leichten Unterscheidung werden OneDrive und der zugrundeliegende Datei-Explorer um Icons erweitert, die den jeweiligen Status anzeigen. So kann der Nutzer auf einen Blick sehen, ob die Datei in der Cloud oder auf der lokalen Festplatte bzw. SSD abgespeichert ist. Kann man bereits absehen, dass man auf bestimmte Daten oder Verzeichnisse auch dann angewiesen ist, wenn es keine adäquate Internetverbindung gibt, dann kann man einen permanenten Abgleich definieren. Über die leicht zugängliche Funktion “Always keep on this device” synchronisiert OneDrive stets die jeweils aktuellste Version.

Die Neuerung hat enorme Auswirkungen für Teams und die genutzte Netzwerkinfrastruktur. Bisher musste eine Datei, die von einem einzelnen Team-Mitglied geändert werden, stets auf unzähligen Rechnern anderer Team-Mitglieder gedownloadet und synchronisiert werden. Nun findet dieser Vorgang nur noch bei denjenigen statt, die eine permanente Offline-Verfügbarkeit festgelegt haben – alle anderen erhalten die neueste Version hingegen “on Demand”, nach Aufforderung. Das reduziert die Bandweite, die für solch marginale Vorgänge im Netzwerk in Anspruch genommen wird.

Eine weitere Besonderheit ist, dass Microsoft diese Funktion auch plattformübergreifend anbieten und dementsprechend sowohl Android als auch iOS unterstützen wird. In einem ersten Schritt werden zuerst Android und später auch iOS sogenannte Offline-Verzeichnisse unterstützen, auf die auch ohne bestehende Internetverbindung zugegriffen werden kann. Bearbeitet man Dateien in diesen Verzeichnissen, werden diese bei einer später wieder bestehenden Internetverbindung mit der Cloud synchronisiert.

Eine verbesserte Integration von OneDrive in Apples Messenger iMessage rundet die Konfiguration ab. Innerhalb von iMessage kann man ab dem heutigen Tage einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse versenden, ohne dass man die App dazu verlassen muss.