Oppo Find X vorgestellt: Tolles Design und Slider-Cam statt Notch

Aus China kommt mit dem OPPO Find X ein neues hochinteressantes Flaggschiff-Smartphone auf uns zu. Vollgestopft ist es mit Premium-Technik und überrascht mit ausfahrbaren Kameras.

Das Oppo Find X ist eines der Geräte, welches durch Leaks und Gerüchte schon länger heiß diskutiert wird. Gestern wurde dieses Smartphone endlich offiziell enthüllt — im Pariser Louvre! Einige Infos haben die Chinesen bereits offiziell durchsickern lassen, die Kollegen von The Verge durften sogar schon Hand anlegen. Und so kommt es, dass wir bereits vor der offiziellen Präsentation einen Blick auf dieses außergewöhnliche Handset werfen konnten.

Wie ihr sehen könnt, haben wir es wirklich mit einem äußerst schönen Device zu tun, wenngleich es optisch durch die abgerundeten Seiten an das Samsung Galaxy S9+ erinnert. Die Rückseite präsentiert sich aber deutlich anders als das Konkurrenz-Smartphone aus Korea, was auch daran liegt, dass man die Kameras vorne wie hinten verbirgt.

Im Vorfeld war spekuliert worden, dass auch Oppo eine möglichst hohe Screen-to-Body-Ratio erreichen möchte und wir uns auch bei diesem Smartphone wieder einmal auf eine Notch im Display einstellen müssen. Die Chinesen entschieden sich aber dafür, auf die Einkerbung im Display zu verzichten — und überraschen mit einer Slider-Lösung.

Wer die Vorstellung des Vivo Nex kürzlich mitbekommen hat — Vivo ist wie OPPO Teil von BBK Electronics — ist vielleicht etwas weniger überrascht. Beim Gerät, welches auf das bereits vor Monaten gezeigte Konzept-Smartphone folgt, setzt Vivo auf einen ausfahrbaren Schlitten, der die Frontkamera freilegt.

Oppo geht jetzt noch einen Schritt weiter: Auch hier gibt es einen Slider, der aber sowohl die Front- als auch die rückseitige Kamera beinhaltet. Wird die Kamera-App gestartet, fährt der Slider motorisiert raus, was binnen einer halben Sekunde geschehen soll. Damit hat Oppo bei der Optimierung der Vorderseite eine denkbar elegante Lösung gefunden, um Platz für noch mehr Display zu schaffen.

Diese Entscheidung ist aber natürlich auch nicht hundertprozentig perfekt: Zunächst mal bedeutet so ein zusätzlicher Motor und Mechanismus, dass man neue eventuelle Fehlerquellen schafft und aufgrund der Bauweise kann Oppo so ein Smartphone zumindest aktuell nicht wasserdicht bauen.

Es wird sich im Einsatz zeigen müssen, wie praktikabel diese Lösung ist und auch, wie anfällig für Defekte der Mechanismus sich präsentiert. Allein auf dem Papier wirkt diese Slider-Geschichte auf mich aber hochspannend. Die Screen-to-Body-Ratio erreicht damit erstaunliche 93,8 Prozent — viel mehr geht tatsächlich nicht mehr.

Dass Oppo den Anspruch hat, mit dem Find X in der selben Liga zu spielen wie Apple, Samsung oder Huawei, sieht man auch bei den restlichen technischen Daten. Zwar bietet uns das 6,42 Zoll große Display lediglich eine FullHD-Auflösung, aber das OLED-Panel im Format 19,5:9 besticht durch knackige Farben und ist eben auch fast randlos — selbst das sogenannte Kinn unterhalb des Displays präsentiert sich sehr schlank.

Unter der Haube gibt es den Qualcomm Snapdragon 845, bis zu 8 GB RAM und bis zu 256 GB internen Speicher. Auch bei den Kameras lässt Oppo die Muskeln spielen: Hinten enthüllt der Slider eine Dual-Cam mit 16 und 20 Megapixeln, vorne verbirgt sich ein 25 MP-Shooter und auch eine 3D-Gesichtserkennung ist mit an Bord.

Hier offenbart sich aber auch ein weiterer Haken. Während die 3D-Gesichtserkennung technisch in der Tat der Lösung von Apple beim iPhone X sehr ähnlich ist, verzichtet Oppo auf einen zusätzlichen Fingerabdrucksensor. Bedeutet für euch: Wollt ihr das Smartphone mithilfe der Gesichtserkennung entsperren, muss auch jedes mal der Slider erst herausfahren.

Der Akku bietet eine Kapazität von 3,730 mAh und kann dank VOOC-Technologie auch äußerst flott wieder geladen werden. Dass ein chinesischer Hersteller Dual-SIM-Funktionalität anbietet, überrascht nicht, die Unterstützung für globale LTE-Bänder hingegen vielleicht schon. Oppo möchte nämlich dieses Smartphone auch offiziell nach Europa bringen, so dass ihr euch nicht nur den Weg über den Importhändler spart, sondern auch mit in Deutschland funktionierendem LTE bedacht werdet. Abgerundet wird das Find X durch ein aktuelles Android 8.1, auf welches das ColorOS von Oppo aufsetzt.

Preis und Verfügbarkeit

Es ist wie so oft: Qualität hat ihren Preis! Gerade bei den chinesischen Handsets spekulieren wir darauf, dass sie deutlich günstiger sind, aber schon Huawei hat gezeigt, dass man für gute Qualität auch gutes Geld verlangen kann: Das Huawei P20 Pro hat man mit einem Preisetikett von 899 Euro versehen.

Auch Oppo möchte für Design, hochklassige Technik und innovative Ideen entsprechend entlohnt werden und so wird man das Oppo Find X mit 8 GB RAM und 256 GB internen Speicher für 999 Euro anbieten. Das ist ein sehr knackiger Preis, zugegeben. Allerdings wird hier auch Technik verbaut, die sich nicht hinter anderen Premium-Devices verstecken muss. Zudem dürfen wir wohl davon ausgehen, dass wir auch Versionen mit weniger Arbeitsspeicher und kleinerem Flash-Speicher für weniger Geld angeboten bekommen.

Das Oppo Find X soll ab August angeboten werden und steht dann in den Farben Bordeaux Red und Glacier Blue zur Verfügung. Welche Varianten es gibt, ob der August auch schon für den Europastart gilt — wir wissen es noch nicht. Sobald es aber neue Infos gibt zu diesem interessanten Smartphone, lassen wir es euch wissen.

Was wir euch aber jetzt schon sagen können: Wem der Preis noch nicht exklusiv ist, der kann auch 1 699 Euro investieren — für eine Lamborghini-Edition des Geräts. So, wie sich Huawei Porsche als Partner für besondere Modelle herangeholt hat, setzt Oppo nun also auf eine Partnerschaft mit Lamborghini.

Neben dem Logo des Edel-Autoherstellers soll es sich bei dieser Version um ein Gehäuse aus Kohlefaser handeln, zudem ist eine Super-VOOC-Lade-Technologie implementiert, die das Smartphone komplett in nur 35 Minuten aufladen soll. Weitere Details zu eventuellen Unterschieden zum normalen Find X sind noch nicht bekannt, aber auch hier halten wir euch auf dem Laufenden.

Quelle: The Verge