Google I/O 2016
Project Ara lebt! – Smartphone nur noch teilweise modular *Update*

Lange war es still um Googles Project Ara, doch auf der I/O 2016 Keynote wurden neue Informationen zu dem Gerät preisgegeben. Demnach hat das ursprünglich, voll modulare Konzept nur noch wenig mit dem neuen Ara-Handy zu tun. Noch in diesem Jahr sollen erste Modelle für Entwickler verfügbar sein, doch wir Endkunden müssen uns noch etwas gedulden.
von Vera Bauer am 4. September 2016

Update vom 04. September 2016:

Es ist erst vier Monate her, dass ich über Googles neue Pläne für Project Ara geschrieben habe. Damals wurde auf der I/O 2016 Keynote verkündet, dass das Gerät nur noch teilweise modular sein wird und so vom ursprünglichen Konzept abweicht. Noch in diesem Jahr sollten die ersten Modelle an Entwickler verfügbar sein, aber daraus wird jetzt leider auch nichts mehr. Was zunächst nur ein Gerücht war, wurde jetzt bestätigt: Google wird das Projekt offiziell beenden. Allerdings sollen Partner die Lizenzen für das modulare Smartphone erhalten.

Die Grundidee war ein komplett modulares Smartphone, bei dem der Besitzer selbst bestimmen konnte, welche Komponenten zu seinen Bedürfnissen passen. Defekte Bauteile hätte so auch kinderleicht ausgetauscht werden können, ohne ein neues Gerät anzuschaffen. Im weiteren Verlauf konnte das Grundkonzept aber nicht realisiert werden und so verabschiedete man sich von der kompletten Modularität und wollte gewisse Teile fest integrieren – zum Beispiel den Prozessor. Ein funktionsfähiges Gerät gab es aber nie.

project ara

Das Ende des Projekts kommt für alle sehr überraschend, denn auf der letzten Entwicklerkonferenz wurde noch groß angepriesen, dass Entwickler das Gerät im Herbst in den Händen halten dürfen. Es hätte das erste echte Google-Smartphone werden sollen, welches das Unternehmen wirklich selbst entwickelt hat.

Warum die Entscheidung getroffen wurde, das Projekt einzustellen, ist nicht klar. Fest steht, dass Google kein modulares Smartphone mehr bauen wird und darüber sind nicht nur die Entwickler traurig. Jedoch könnten die Technologien, die im Rahmen des Projektes entwickelt wurden, an andere Hersteller in Form von Lizenzen weitergegeben werden. Die könnten daraus vielleicht eigene Smartphones bauen.

Quelle: theverge

Original-Artikel vom 21. Mai 2016:

In der I/O 2016 Keynote haben wir gesehen, dass Google ganz große Ziele hat und an denen auch fleißig arbeitet. Mit Google Home hat das Unternehmen einen starken Konkurrenten zu Amazon Echo entwickelt und Daydream bietet tolle Tools und Features mit einem richtig gut designten VR-Controller. Das waren nur einige Beispiele aus der I/O, aber was machen eigentlich lang zurückliegende Projekte? Um Googles modulares Smartphone Ara war es schon einige Zeit still, doch auch dieses Gerät wurde auf der I/O bedacht.

Project_Ara_scattered_parts

Das Project Ara macht anscheinend Fortschritte. Schon bald sollen erste Modelle für Entwickler verfügbar sein, doch bis zum offiziellen Release des modularen Smartphones wird es doch noch bis 2017 dauern. Mit dem ursprünglich, voll modularen Konzept hat das neue Ara-Handy aber nur noch bedingt etwas zu tun. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht, denn das Design hat einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht und sieht nicht    mehr ganz so nach Lego aus.

Ara developer device 3

Im August 2015 wurde das erste Konzept von Project Ara, in dem es komplett modular sein sollte, verworfen. Stattdessen beherbergt das neue Smartphone die wichtigsten Grundkomponenten fest in seinem Rahmen. Die CPU, die GPU, die Sensoren, die Batterie, das Display und die Antennen sind nicht mehr austauschbar. Im Video sehen wir jetzt nur noch sechs Steckplätze, die Nutzer mit Kamera, Lautsprechern, Mikrofonen und mit Funktionen belegbaren Schaltern ausfüllen können. Auch ein Modul, das als Ständer dient und sogar ein Pillendöschen kommen darin vor.

Das Produkt, was uns damals vorgestellt wurde, gibt es so nicht mehr. Die Wechselmodule sind im neuen Konzept auch nicht mehr magnetisch, sondern werden durch Steckbuchsen am Handy gehalten, die deutlich stabiler sein dürften.

Google ist sich mit dem Project Ara so sicher, dass sie es aus der Entwicklungsgruppe ATAP (Advanced Technology and Projects group) herausnehmen wollen, um einen eigenen Geschäftszweig daraus zu machen. Warum Google die Steckplätze so derartig stark begrenzt, bleibt Spekulation. Zu Preisen oder auch einer technischen Ausstattung ist weiterhin noch nichts bekannt. Auf der Internetseite von Project Ara können sich Entwickler registrieren, die für das Projekt coden wollen.

Quelle: golem