Wissenschaft
RadarCat: Neue Technologie erkennt Objekte in Echtzeit

Wissenschaftler der University of St Andrew haben die Technologie von Project Soli weiterentwickelt und daraus ein Radarkästchen namens RadarCat ausgetüftelt. Dieses kann Objekte blitzschnell erkennen und hat die Fähigkeit des maschinellen Lernens, wodurch die Erkennung noch präziser wird.
von Vera Bauer am 13. November 2016

Dieses Jahr haben die Entwickler der ATAP Group auf der Google I/O Neues zu Project Soli verkündet. Darüber hatte im Mai auch unser lieber Bernd berichtet. Das Projekt befasst sich mit der berührungslosen Gestensteuerung mit Hilfe eines Radars. Dabei ist der dazu benötigte Sensor auf die Größe eines Mini-Chips geschrumpft, der locker in alle mögliche Geräte passt. Nun haben Wissenschaftler mit Hilfe dieses Projekts ein Radarkistchen entwickelt, welches Objekte blitzschnell erkennt.

maxresdefault

Die Forscher kommen von der University of St Andrews und nennen ihre Entwicklung RadarCat (Radar Categorisation for Input and Interaction). Es kann alle Sachen erkennen, sei es nun ein Wasserglass, eine Computermaus oder auch die unterschiedlichsten Körperteile. Sobald auf dem weißen Kästchen Objekte platziert werden, identifiziert das Gerät sie. Das prinzip erinnert stark an eine kleine Waage. Aber es ist viel mehr eine Weiterentwicklung von Project Soli und nutzt noch dazu maschinelles Lernen.

radarcat

Dank dieser Fähigkeit merkt sich das System spezielle Eigenschaften von Objekten, sodass es eine Orange von einem Apfel oder ein leeres von einem vollen Wasserglas unterscheiden kann. Ich finde das schon sehr beeindruckend.

The Soli miniature radar opens up a wide-range of new forms of touchless interaction. Once Soli is deployed in products, our RadarCat solution can revolutionise how people interact with a computer, using everyday objects that can be found in the office or home, for new applications and novel types of interaction. Professor Aaron Quigley, University of St Andrew

Das RadarCat soll aber nicht nur als Objektidentifizierungssoftware mit dem Aussehen einer Mini-Waage fungieren. Viel mehr soll das System später in Verbindung mit verschiedenen Geräten, wie beispielweise dem Smartphone zusammenarbeiten. Es könnte  darauf programmiert werden, eine bestimmte App zu öffnen, wenn das Handy in die Nähe der Hüfte gehalten wird. Oder auch die Einstellungen zu ändern, wenn man einen Handschuh trägt.

Our future work will explore object and wearable interaction, new features and fewer sample points to explore the limits of object discrimination. Professor Quigley

Quelle: standrew