Drohnen
S-Mad: Erste Drohne landet an senkrechter Wand

Kanadische Wissenschaftler haben die S-Mad Drohne entwickelt, die sich wie ein Schmetterling an einer senkrechten Wand festhalten kann. Ziel des Projekts ist es, ein Fluggerät zu erschaffen, das in Katastrophengebieten und zur Inspektion von Gebäuden eingesetzt werden kann.
von Vera Bauer am 27. August 2017

Drohnen sind in ihren Flugmöglichkeiten oft beschränkt, doch es gibt immer wieder Menschen, die neue Grenzen austesten möchten. So auch bei der S-Mad Drohne, denn mit ihr erobern die Fluggeräte nun auch die Vertikale. Wissenschaftler aus Kanada haben sich für ihr Gerät die Natur als Vorbild genommen, denn Vögel oder Insekten landen meist da, wo es ihnen passt. Die S-Mad Drohne ist das erste Fluggerät ihrer Art, das einfach so an einer Wand landen kann.

Der Name der Drohne steht für „Sherbrooke’s Multimodal Autonomous Drone“ oder eben in kurz S-Mad. Die Wissenschaftler haben ein Video auf YouTube veröffentlicht, welches eindrucksvoll das neue Flugmanöver zeigt. Der Anblick scheint auf den ersten Blick etwas eigenartig, denn so etwas sieht man nun wirklich nicht alle Tage. Die S-Mad Drohne richtet sich vor einer Wand senkrecht auf und krallt sich dann einfach so an ihr fest. Kurz darauf lässt sie sich fallen und fliegt wieder davon. Ziemlich cool, oder?

Der Aufbau der Drohne erinnert weniger an ihr typisches Copter-förmiges Aussehen, sondern eher an ein kleines Flugzeug. Um Entfernungen zu nah gelegenen Flächen abschätzen zu können, hat die Drohne Sensoren verbaut. Damit sie sich dann auch an der Wand festhalten kann, kommen Microspines zum Einsatz. Das sind kleine Klauen, die sich an den unebensten Flächen anheften können und sich auf der Unterseite des Geräts befinden. Ich musste bei dieser Beschreibung sofort an die Ikrane aus dem Film Avatar denken, die sich auch mit ihren Flügelkrallen an Wänden festhalten können.

Ein wichtiger Punkt bei dem Projekt ist das Federungssystem. Denn es ist wichtig, den Aufprall auf die Wand abzufangen, damit die Drohne nicht wieder abspringt. Im späteren Verlauf des S-Mad Projekts wollen die Wissenschaftler die Drohnen auch noch an Wänden laufen lassen. Bisher müssen aber noch aktuellere Probleme behoben werden. Was macht die Drohne beispielsweise, wenn sie einen Landeanflug abbrechen muss oder wie fängt sie sich, wenn die kleinen Klauen nicht richtig an der Oberfläche greifen?

Die S-Mad wurde allerdings nicht zur Belustigung oder gar für Hobby-Piloten entwickelt. Sie soll eine wichtige Aufgabe bekommen. Die Wissenschaftler denken da an Katastrophengebiete oder die Inspektion von Bauwerken. Ihre Fähigkeit an Wänden zu hängen, macht sie extrem attraktiv für Einsätze, die über einen längeren Zeitraum dauern. So könnte die Drohne beispielsweise an einem sicheren Ort aufgehängt werden und dann bei Bedarf auf die Suche nach Überlebenden gehen.

via: golem