Wearables
Schlaue Steuerung: Tapdo Button mit Fingersensor fürs Smart Home

Die Steuerung des Smart Home ist manchmal gar nicht so einfach. Das Startup tapdo Technologies hat mit ihrem smarten Button tapdo ein einfaches und unkompliziertes Gerät vorgestellt. Mit dem Wearable kann man alle Geräte gleichzeitig steuern, ganz einfach durch Antippen einer Taste. Diese erkennt verschiedene Fingerglieder denen man bestimmte Funktionen zuweisen kann.
von Vera Bauer am 14. Januar 2017

Das smarte Zuhause ist ein brandaktuelles Thema und gerade die Steuerung von allen Geräten ist wichtig. Viele Unternehmen versuchen da das Handy als Lösung, denn man trägt es ja eigentlich ständig bei sich. An sich ein nachvollziehbarer Gedanke, doch wieso sollte ich das Licht über fünf Tastendrücke ausmachen, anstatt einfach den Lichtschalter zu betätigen? Auch die Gestensteuerung inspiriert Entwickler immer zu neuen Ideen, doch auch da lassen sich einige Schwachstellen erkennen. Nun hat das Start-up tapdo eine neue clevere Möglichkeit gefunden: Biometrische Fingerabdrücke.

Das Unternehmen wurde im Juni 2016 als tapdo Technologies in Münster von Markus Sudhoff, Dr. Ulrich Burgbacher und Dr. Manuel Praetorius gegründet. Zusammen entwickelten sie den smarten tapdo Button, der mit einem Fingerabdrucksensor ausgestattet ist und dem Nutzer die Interaktion mit verschiedenen Geräten schnell und einfach ermöglicht. Jedes Fingerglied unserer 10 Finger kann dabei erkannt und mit einer Funktion belegt werden. So sind am Ende bis zu 28 Szenarien möglich.

Zu dem tapdo Knopf gehört eine App, mit der man die Funktionen samt Fingerglieder festlegen kann und eine Übersicht über alle verknüpften Anwendungen sowie Geräte hat. Die Anwendung auf dem Handy wird über Bluetooth mit dem tapdo verbunden. Die Betaversion der App funktioniert schon ziemlich gut mit dem Button. An der iOS Version wird gerade noch gearbeitet.

Um einen Finger einzuscannen, muss er von drei Seiten erkannt werden. Dazu wählt man in der App aus, welchen Teil man mit einer Funktion versehen möchte und legt dann beispielsweise das zweite Glied des Ringfingers auf den Sensor des Buttons. In einem Scanvorgang neigt man den Finger dann nach links und rechts, sodass alle Seiten erfasst werden können. Ich habe diesen Vorgang auf der CES 2017 in Las Vegas ausprobiert und muss sagen, dass es wirklich schnell und unkompliziert von Statten ging. Sollte man mal einen Finger auflegen, der noch nicht erfasst wurde, gibt der Button Feedback in Form von Vibration.

Ist ein Fingerglied erfolgreich in der App aufgenommen worden, kann man diesem eine Funktion zuweisen. So lässt sich damit dann zum Beispiel die Musik steuern oder die Farbe des Lichts mit dem Auflegen des Fingers ändern. Zu dem tapdo Button gibt es ein hübsches Armband, sodass man ihn wie eine Uhr tragen kann. Das ermöglicht zumindest die Benutzung mit einer Hand. Außerdem könnte man den Knopf auch beispielsweise mit einem Clip am Gürtel befestigen, wodurch er mit beiden Händen erreichbar wäre.

Zurzeit werden bereits verschiedene Anwendungen und Geräte unterstützt. Philips Hue Lampen, vorgeschrieben Tweets, Musikplayer und Multimedia Centren wie Kodi können mit tapdo schon gesteuert werden. Die Entwickler wollen in Zukunft noch weitere Funktionen implementieren und möchten die Community daran teilhaben lassen. Auf der Webseite könnt ihr an der Abstimmung teilnehmen oder eure eigene Idee einschicken.

Tapdo gibt es noch nicht zu kaufen, doch nächsten Monat soll es zu dem Produkt eine Kickstarter Kampagne geben. Das Startup möchte so 100.000 Dollar einnehmen. Ein Gerät soll dann um die 100 Dollar kosten und beinhaltet das Armband und einen Clip für tapdo. Wenn der Button ausgeliefert wird, soll er übrigens insgesamt um die 20 Geräte und Funktionen unterstützen.

Ich finde die Idee des tapdo Buttons genial! In meinem Studium beschäftigen wir uns auch mit Lösungen zur Steuerung des Smart Home und ich habe bis jetzt noch nicht eine gesehen, die so sinnvoll war, wie tapdo. Das Gerät ist durchdacht und sinnvoll gestaltet. Ich finde es große Klasse und würde es jedem wärmstens empfehlen.

Quelle: tapdo