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#seidlaut: Samsung App möchte bei Kommunikation mit Depressiven helfen

Der südkoreanische Konzern Samsung hat die App „Predict To Prevent“ in einer Zusammenarbeit mit einer Agentur entwickelt. Sie soll Nutzern bei der Kommunikation mit depressiven Menschen helfen, die richtigen Worte zu finden. Doch, kann das der richtige Weg sein?

Depressionen sind immer noch ein Tabuthema. Nach dem Tod von Chester Bennington im letzten Jahr war es zwar wieder in aller Munde und auch nachdem die Serie “Tote Mädchen lügen nicht” auf Netflix startete, gab es einen großen Aufschrei, doch so richtig akzeptiert, wird es trotzdem nicht. “Wie kann man so ein schreckliches Thema nur in einer Serie behandeln und auch noch zeigen, wo das enden kann?”. Ich finde es richtig und wichtig, dass man darauf aufmerksam macht, denn die Krankheit ist nicht so selten, wie man vielleicht glauben mag.

Vielleicht habt ihr selber Depressionen oder ein guter Freund von euch kämpft täglich mit diesem dunklen Begleiter an seiner Seite. Es ist wichtig zu verstehen, wie die Krankheit funktioniert, um jemandem in seinem Umfeld dabei zur Seite stehen zu können. Und doch: Sowohl der Betroffene, wie auch die helfende Hand fühlen sich meistens machtlos, weil die Depression einen fest im Griff hat.

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Leere Phrasen wie “Nach Regen kommt auch wieder Sonnenschein” oder “Abends sind alle Katzen grau” helfen da nur wenig bis gar nicht. Dem Thema Kommunikation mit depressiven Menschen, widmet sich nun Samsung. In einer Zusammenarbeit mit der Agentur BBDO Bangkok hat man die “Predict to Prevent”-App entwickelt.

Die Anwendung will Freunden von depressiven Menschen dabei helfen, die richtigen Worte zu finden. Dafür greift die App auf eine Datenbank mit über 100.000 Wortkombinationen zurück und schlägt bei Wörtern oder Sätzen, die den anderen noch mehr verletzen könnten, automatisch Alternativen vor. Schreibt ein Nutzer in seiner Nachricht etwa „Weine nicht“, so schlägt die App die Formulierung „Du kannst weinen, wenn es hilft“ vor.

“Texting is the main channel people use to communicate with one another, and for people with depression, communication via text is riskier than face to face communication because readers are unable to recognize the tone of voice, facial expressions or body language.” Pressemeldung zur App

Das Problem, was ich dabei sehe ist folgendes: Es gibt nicht die Depression, die man auf Anhieb erkennen kann, weil sie immer gleich auftritt. Die Krankheit ist so unterschiedlich, wie wir Menschen es auch sind. Sie ist komplex, kann sich bei jedem anders bemerkbar machen und hat verschiedene Gesichter. Ob man da jedem mit einer vorgefertigten Datenbank an Wörtern gerecht wird, bleibt fraglich. Jedoch wird sich mit der Entwicklung der App dem schwierigen Thema Depression wieder etwas genähert, was schon mal ein Schritt in die richtige Richtung ist.

“Predict to Prevent” ist derzeit leider nur auf Englisch und Thailändisch verfügbar und auch nur für Android Geräte. Toll ist aber, dass die App mit jedem Messenger kompatibel ist und quasi wie ein Tastatur-Layout funktioniert. Ob die Anwendung auch in Deutschland verfügbar sein wird, ist bislang nicht bekannt.

Predict To Prevent
Predict To Prevent
Entwickler: 1Moby Co., Ltd.
Preis: Kostenlos

via: trendhunter