Smart Health
Senioren im Zockerfieber: Wie die MemoreBox gegen Altersdemenz hilft

"MemoreBox" - so nennt sich das Kinectbasierte System des RetroBrain Startups aus Hamburg, mit dem Senioren und Demenzkranke spielerisch fit bleiben sollen. Die Spiele sollen Spaß machen und Bewegungen fördern, damit die Senioren gesund altern. Das System soll in Zukunft in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser zum Einsatz kommen.

Man hat es schon oft gehört: Der demografische Wandel ist nicht aufzuhalten. Das Problem ist das Ungleichgewicht zwischen der Geburtenrate und der immer älter werdenden Bevölkerung. Bis zum Jahr 2030 werden sich zu den in Deutschland lebenden Über-65-Jährigen rund 200.000 Menschen dazugesellen. Das hat Konsequenzen für die gesamte Gesellschaft: Wie wir leben und arbeiten wird sich verändern und es werden sich daraus auch neue Berufsfelder ergeben. Zukunftsforscher sprechen dabei von der sogenannten „Silver Economy“ und mit genau der, beschäftigt sich auch das Startup RetroBrain aus Hamburg.

Das Unternehmen wurde erst kürzlich von der Europäischen Kommission in Brüssel ausgezeichnet, da sie, mit Hilfe der Kinect-Technologie von Microsoft, eine Gamification-Therapie für Demenzkranke und Senioren generell entwickelt haben. Das Projekt wird unteranderem vom Microsoft BizSpark-Programm unterstützt und die Basis bildet dabei das System namens „MemoreBox“.

Das Motto lautet: Zocken gegen das Vergessen. Die MemoreBox ist eine Spielesammlung mit therapeutischen und präventivem Hintergrund. Beispielsweise empfehlen Ärzte Senioren das Verlagern vom einen aufs andere Bein, um eben die Sicherheit beim Gehen und Stehen zu verbessern. Da diese Übung allein aber sehr langweilig ist, bietet die MemoreBox Abwechslung. Da gibt es zum Beispiel ein Motorradspiel, bei dem die Senioren allein durch Gewichtsverlagerungen Autos ausweichen müssen oder Benzinkanister einsammeln. Dadurch bekommen die Bewegungsübungen mehr Pepp und können sogar gegeneinander gespielt werden.

Die Aktivierung von Demenzpatienten, soziale Interaktion und die Stimulation des Gehirns spielen bei der Behandlung der Krankheit und bei der Prävention von Begleiterkrankungen eine sehr wichtige Rolle. Wir wissen, dass auch Demenzkranke bei aktivierenden Therapien neue Synapsen im Gehirn bilden, die ihnen bei der Bewältigung der Krankheit helfen. Zudem sorgt Bewegung für einen signifikant höheren Ausstoß von Dopamin. Manouchehr Shamsrizi, Gründer von RetroBrain

Das Ganze passiert ohne Controller, allein die Kinect erkennt die Bewegungen der Patienten. Das hat den Vorteil, dass sich auch Menschen mit wenig oder gar keiner Erfahrung mit Computern, schnell mit dem System zurecht finden. Anders als bei PC-Games der herkömmlichen Art, lassen sich die Spiele der MemoreBox grundsätzlich nach der Leistung und Beweglichkeit der Senioren einrichten. So soll Frustration vermieden werden, denn immerhin geht es darum, dass die Spieler lange Spaß an den Games haben.

In Zukunft soll das System noch weiter verbessert werden. Es wird eine Anbindung zur Cloud geben, wodurch sich die Spiele noch weiter personalisieren lassen. Auch Angehörige sollen aktiv werden und mitspielen. Die MemoreBox wird in Zukunft in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie Krankenhäuser zum Einsatz kommen. Wer sich darüber genauer informieren möchte, der schaut am Besten auf der Webseite des Produkts vorbei. Insgesamt finde ich das eine großartige Idee des Startups, weiter so!

via: microsoftblog und news.microsoft