Softbank kauft Boston Dynamics

Der japanische Technologiekonzern greift bei Boston Dynamics zu und erwirbt den Roboterhersteller von Google bzw. Alphabet. Die teilweise martialisch wirkenden humanoiden Maschinen sorgen regelmäßig für eine Mischung aus Faszination und Unbehagen.

Alphabet hat den Roboterhersteller Boston Dynamics nach vier Jahren an das japanische Unternehmen Softbank verkauft. Damit trennt sich der Mutterkonzern von Google von einem Geschäftsbereich, den man nicht zuletzt wegen seiner Beziehungen zum US-Militär wohl zunehmend als Belastung empfand. Softbank kann mit dem Kauf sein Produktportfolio und das Wissen über humanoide Robotersysteme erweitern, momentan bietet das Unternehmen u.a. den im Service eingesetzten Roboter “Pepper” an.

Über den Kaufpreis und andere relevante Informationen haben die beiden Unternehmen offenbar Stillschweigen vereinbart. Kolportiert wird eine Kaufsumme von rund 100 Millionen US-Dollar, was im Vergleich zu anderen Übernahmen aus den vergangenen Monaten eine vergleichsweise geringe Summe wäre.

Bereits im vergangenen Jahr hatte es Gerüchte über eine anstehende Übernahme von Boston Dynamics gegeben, damals wurde als möglicher Käufer u.a. der japanische Autobauer und Technologiekonzern Toyota genannt. Softbank wiederum hatte im vergangenen Jahr mit einer milliardenschweren Übernahme des Halbleiterherstellers ARM für Aufsehen gesorgt. Andy Rubin, der unlängst sein erstes eigenes Smartphone Essential vorstellte, galt über lange Zeit als der Kopf von Boston Dynamics.

Die Roboter von Boston Dynamics sorgen in regelmäßigen Abständen für eine seltsame Mischung aus Faszination und Unbehagen. Die Systeme ähneln entweder Menschen oder Tieren und können sich auf eine beeindruckende Weise selbstständig fortbewegen, was mittlerweile auch schnelles Laufen und das Überspringen von Hindernissen einbezieht. Zudem können verschiedene Modelle Lasten heben und transportieren, was grundsätzlich einen Einsatz in der Industrie denkbar machen würde.

Das martialische Äußere erinnert allerdings viele Menschen an eine frühe Entwicklungsstufe eines Terminators, wobei Googles bzw. Alphabets Ambitionen im Bereich der “Künstlichen Intelligenz” seltsame Assoziationen weckte.

Die Zukunft der Logistik – Von Lieferdrohnen & Lieferrobotern

In einer Pressemitteilung erklärte Masayoshi Son, Chef des Softbank-Konzerns, dass „kluge Roboter der Schlüssel für die nächste Stufe der IT-Revolution“ sein werden. Das Unternehmen investiert massiv in Zukunftstechnologien und hat dabei sicherlich auch lukrative Geschäftsbereiche im Visier, in denen Menschen von Robotern ersetzt werden. Ob deren Aussehen und Fertigkeit letztendlich immer humanoid sein muss, darf getrost bezweifelt werden. Letztendlich geht es um die manuellen Fähigkeiten und das Aussehen der Roboter spielt mehr oder weniger ausschließlich nur aus psychologischen Gründen eine Rolle.