Gastbeitrag
Startup-Investitionen müssen Frauensache werden

Die Frage nach dem Investitionsverhalten von Frauen wird häufig mit geschlechtsspezifischen Klischees beantwortet. Frauen seien „von Natur aus“ weniger risikobereit und vorsichtiger als Männer. Überhaupt hätten sie generell wenig mit Finanzen am Hut und betrachten die Finanzwelt als „Männersache“. Sind Frauen dementsprechend weniger erfolgreich als Männer, wenn es ums Investieren geht? Der erste Eindruck scheint zu täuschen. [Ein Gastbeitrag von Roland Panter, Companisto GmbH.]
von Roland Panter am 29. Mai 2018

Studien zufolge, unter anderem von Wells Fargo Investment (Juli 2017), würden Frauen die besseren Entscheidungen beim Investieren treffen als Männer. So seien Frauen zwar weniger risikobereit, aber dafür geduldiger und verfolgten diszipliniert und zielorientiert ihren Investmentplan. Im Gegensatz zu Männern würden sie ihr Portfolio seltener umschichten und dafür am Ende höhere Gewinne erzielen. Auch sind sie eher bereit sich professionelle Hilfe zu holen und viel vorab zu recherchieren.

Doch warum sind Frauen dann trotz ihres Erfolgs seltener in der Finanzwelt anzutreffen? Katja Eckardt von finanzdiva.de bemerkt dazu: „Vielleicht liegt es daran, dass Frauen weniger verdienen und im Vergleich statistisch nur ein geringes Einkommen zum Investieren zur Verfügung haben. Kurz: Sie müssen vorsichtiger sein, indem sie Risiken anders bewerten.“ Anna Friedrich, Mitglied der Fintech Ladies und Head of Marketing & Communications bei collectAI animiert Frauen dazu mehr zu investieren: Frauen sollten sich eine „eigene Investmentstrategie aneignen, um mittel- bis langfristig auch sich selbst abzusichern.“

Entgegen aller Erwartungen und Klischees investieren Frauen gewinnbringend. Trotzdem sind Frauen weniger selbstbewusst und glauben nicht an ihre Fähigkeiten am Finanzmarkt. In der Folge investieren im Schnitt viel seltener.

Von Frauen für Frauen – Investieren in Startups

„Frauen haben ein besseres Gespür für Softskills“, davon ist Anna Friedrich überzeugt. Für investierende Frauen würden besonders die Menschen im Vordergrund stehen. Ein Investment in Startups, bei denen es auf das Team ankommt, wäre dabei eine alternative sowie langfristige Investmentmöglichkeit.„Frauen legen nicht nur Wert auf Fakten, Geschäftsmodell und Profitabilität eines Unternehmens. Denn klar ist, kein Startup kann erfolgreich sein, wenn die Unternehmenskultur nicht stimmt und damit zum Beispiel die Menschen im Startup nicht an erster Stelle stehen“, so Friedrich weiter.

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Studien besagen, dass Männer eher in männliche Gründerteams investieren. Ist dies umgekehrt auch so und Frauen investieren in Frauen? Swantje Pawlitschek und Stephanie Neumann, die Gründerinnen des FashionTech-Startups Prelovee, einer Metasuchmaschine für Vintagemode, stellen fest, dass Frauen einen direkteren Zugang zu ihrem Geschäftsfeld der Secondhandmode haben. Aber die Investoren des Startups seien überwiegend männlich. „Übergreifend haben wir nicht die Erfahrung gemacht, dass Frauen eher in Startups von Frauen investieren.“ Auch Eckardt plädiert dafür nicht nur „aus reinem Gender-Aspekt in eine Firma zu investieren. Das Augenmerk sollte vorrangig auf Zahlen-Daten-Fakten liegen.“

Die Startup-Szene komme, laut Sanja Stankovic und Sina Gritzuhn von Hamburg Startups und dem StartupSpot Female Founders, auf „10 Prozent weibliche Investoren.“ Weiterhin gäbe es „Hinweise darauf, dass Frauen mehr Wert auf ethische und ökologische Aspekte, als auch mittel- bis langfristige Investitionen legen. Investoren achten am Ende aber immer auf Rendite. Marktpotenzial und Skalierfähigkeit – egal ob männlich oder weiblich.“

Für mehr feminines Investment

Die Prelovee-Gründerinnen, die derzeit ganz aktuell mit einer Crowdinvesting-Kampagne bei Companisto Geld einsammeln, sehen durch diesen Frauenmangel ein Problem, aber auch eine Chance für eine zukünftige Unternehmensentwicklung: „An vielen Stellen fehlen weibliche Denkanstöße durch erfahrene Unternehmerinnen und Investorinnen bei jungen Unternehmen, weil es zu wenig weibliche Investoren gibt. Frauen sollten Diversität aktiv in die Unternehmen von morgen tragen.“

Weibliche Investoren unterstützen schon oft durch Mentoring, um „ihnen eine Sichtbarkeit in der Branche zu geben.“ Auch Stankovic und Gritzuhn folgern: „Grundsätzlich gibt es leider noch viel zu wenig Frauen, die überhaupt investieren. Die Frage, ob Frauen besser oder schlechter investieren ist aus unserer Sicht aber nicht entscheidend. Entscheidend ist, dass es eine diverse Investment-Landschaft gibt. Der Mix macht es – egal ob im Gründer-Team oder unter den Investoren“. Aus ihrer Sicht würden mehr Investorinnen den Geschlechterklischees entgegenwirken.

Frauen haben durch ihre Investitionen die Möglichkeit die Zukunft in ihrem Sinne und nach ihren Vorstellungen mitzugestalten und die wirtschaftliche Entwicklung nicht nur den Männern zu überlassen. So können Frauen aktiv neue Technologien und Unternehmen, von denen sie überzeugt sind, fördern und gleichzeitig für mehr Diversität sorgen.

Über Companisto:
Companisto (www.companisto.com) ist Marktführer für Crowdinvesting in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Beim Crowdinvesting schließen sich viele Anleger zusammen, um sich gemeinsam mit Wagniskapital an Startups und Wachstumsunternehmen zu beteiligen. Die Investoren können einen Betrag ihrer Wahl investieren und erhalten eine Beteiligung am Gewinn wenn das Startup verkauft wird (Exit-Beteiligung). Aktuell sind über 83.000 Investoren bei Companisto registriert, die sich gemeinsam mit einem Finanzierungsvolumen von über 50 Millionen Euro an mehr als 100 Finanzierungsrunden für Startups und Wachstumsunternehmen beteiligt haben. Gemessen an der Anzahl der veröffentlichten Finanzierungsrunden war Companisto 2015, 2016 und 2017 der aktivste private Wagniskapitalgeber in Deutschland.

Über Prelovee:
Prelovee ist die erste und bisher einzige Metasuchmaschine speziell für Secondhand-Designermode und Accessoires. Der deutschsprachige Secondhand-Mode-Markt besteht aus mehr als 100 Online- und über 1000 Offline-Geschäften. Das Besondere – jedes Teil ist ein Einzelstück. In dieser Fragmentierung und Undurchsichtigkeit des Marktes liegt das Problem. Prelovee als Meta-Suchmaschine hat dieses Problem gelöst und vereint bereits über 30 Online-Partner mit mehr als 1,5 Mio. Produkten auf einer Webseite. Durch die schnelle und einfache Vergleichsmöglichkeit spart der Nutzer Zeit und Geld. Wir möchten die erste Anlaufstelle für Secondhand-Mode werden und erwirtschaften auf dem Weg zu diesem Ziel organisch bereits über 40.000 Euro monatlichen Außenumsatz.

Ansprechpartner für die Presse:
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