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SWiM: Neue Tastatur-Eingabemethode für Einhandbedienung und VR

An der St. Andreas Universität hat man eine neue Eingabemethode für Smartphones entwickelt, die sich auch für die Virtual Reality lohnen könnte. Dabei wird ähnlich wie bei Swype über die Buchstaben gewischt. Allerdings nicht mit dem Finger, sondern durch Kippen des Smartphones.

Tastaturen kennen wir schon, seit es die erste Schreibmaschine gab. Auf immer größer werdenden Touchscreen ist eine handliche Bedienung der Tastatur aber fast schon unmöglich. Zwar gibt es auf vielen Geräten sowas wie eine Einhandbedienung, bei der der Bildschirm verkleinert in eine Ecke rutscht. Ein Forscherteam rund um Hui-Shyong Yeo von der St. Andreas Universität, hat eine neue Methode für die Tastatur auf Smartphones entwickelt hat, die sich auch für VR lohnen könnte.

Die Idee ist eine kippbasierte Schreibtechnik, bei der, ähnlich wie bei Swype, über Buchstaben gewischt wird. Das geschieht aber nicht mit den Fingern, sondern durch hin und her wackeln des Handys. Dabei wird auf den Gyroscope- und Accelerometersensor im Smartphone gesetzt. Es erinnert ein bisschen an diese Labyrinth-Spiele, bei denen man einen Ball durch Kippen auf die richtige Spur bringen muss.

Das Entwicklerteam hat seine Eingabetastatur SWiM genannt, eine Abkürzung für „Shape Writing in Motion“. Alles was dafür nötig ist, ist ein wenig Geschicklichkeit mit dem Handgelenk und obwohl das im Video ziemlich einfach aussieht, stelle ich mir das praktisch ein wenig komplizierter vor. Übt man das Handling der Tastatur 90 Minuten lang, soll man am Ende rund 32 Wörter pro Minute schreiben können. Das Tempo lässt zwar zu Wünschen übrig, aber scheinbar ist die Lernkurve sehr gut.

Um SWiM richtig bedienen zu können, hat man einen zusätzlichen Button auf dem Bildschirm. Mit ihm beginnt man ein Wort, denn er schickt quasi eine unsichtbare Kugel über die Tasten. Es hat also doch was von Ball im Labyrinth, den man durch hin und her kippen auf die richtigen Buchstaben lenkt. Um ein Wort aus der Vorschlagsleiste auszuwählen, tippt man erneut auf den Button. Durch Wischer nach links und rechts, können Worte wieder gelöscht werden.

Was aber hat diese Schreibtechnik mit Virtual Reality zu tun? Nun ja, beim Tragen eines VR-Headsets muss der Benutzer meist mühsam mit dem Controller die Buchstaben auf der virtuellen Tastatur treffen. Da könnte eine solche Eingabetechnik durch Kippen des Controllers um einiges leichter fallen.

SWiM befindet sich noch in der Entwicklungsphase und soll in Zukunft erstmal für Handys und Tablets auf den Markt gebracht werden. Danach wolle man sich auf den Virtual Reality Bereich konzentrieren. Ich bin gespannt, ob wir da bald was in die Richtung zu sehen bekommen.

via: techcrunch