Tesla verbessert die Bremsen des Model 3 per OTA-Update und erhält eine begehrte Empfehlung *Update*

Das Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ verwehrte dem Model 3 von Tesla die begehrte Kaufempfehlung. Ein viel zu langer Bremsweg, die Fahrqualität und die Bedienelemente des Fahrzeugs konnten die einflussreichen Tester nicht überzeugen. Tesla konnte die Bremsen mit einem Software-Update verbessern. *Update*

Update 30. Mai 2018

Tesla ist es gelungen, die Bremsleistung des Model 3 über ein OTA-Update zu verbessern. Wie Consumer Reports heute mitteilt, konnte der Bremsweg um circa sechs Meter (20 Fuß) verbessert werden und liegt damit innerhalb der Spezifikationen, die für eine Kaufempfehlung erforderlich sein. Allerdings erreiche Tesla damit noch nicht das selbstgesteckte Ziel, die besten Bremsen in dieser Fahrzeugklasse zu haben, führen die Tester weiter aus.

In einer E-Mail an CR teilte eine Tesla-Sprecherin mit, dass das Unternehmen die Software für das Antiblockiersystem des Modells 3 verbessert habe, um es an die unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten der Bremsen anzupassen und auf unterschiedliche Umgebungsbedingungen zu reagieren.

Original-Artikel vom 22. Mai 2018
Tesla Model 3 fällt bei einflussreichem Test-Magazin durch

Das Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ verwehrt dem Model 3 von Tesla die begehrte Kaufempfehlung. Ein viel zu langer Bremsweg, die Fahrqualität und die Bedienelemente des Fahrzeugs konnten die einflussreichen Tester nicht überzeugen. Tesla reagierte umgehend und kündigte an, man könne den Bremsweg des Elektroautos eventuell über ein OTA-Software-Update verbessern. Zudem bemängelte CEO Elon Musk, der Test sei mit einem früh produzierten Model 3 durchgeführt worden, zwischenzeitlich habe man in einigen Punkten nachgebessert.

Wenige Stunden vor der Veröffentlichung des Tests hatte Tesla verkündet, dass nun auch eine neue Performance-Version des Model 3 für circa 78.000 US-Dollar angeboten werde, bevor man in einigen Monaten die lang erwartete Basisvariante des Model 3 für 35.000 US-Dollar produzieren könne. Diese würde, bei den momentan produzierten Stückzahlen, das Unternehmen “ruinieren”.

Die Tester führten mit zwei verschiedenen Model 3 mehrere standardisierte Notbremstests aus, bei denen das Model 3 erst nach durchschnittlich 46 Metern (152 Fuß) zum stehen kam. Damit sei das Model 3 schlechter als jedes andere moderne Auto gewesen, das man bisher getestet habe, der Klassendurchschnitt für Luxus-Kompaktlimousinen werde um mehr als sechs Meter (21 Fuß) übertroffen. Sogar ein weitaus größerer und schwererer Ford F-150 Pickup komme aus einer Geschwindigkeit von rund 97 km/h (60 mph) früher zum stehen.

Weiterlesen:
Tesla soll u.a. aus Kostengründen auf sichereren “Autopiloten” verzichten

Ein Tesla-Sprecher teilte dem Magazin mit, dass man das Model 3 in eigenen Tests bereits nach durchschnittlich 133 Fuß (circa 41 Meter) habe abbremsen können. Zudem sei es denkbar, dass die Straßenoberfläche, die Wetterbedingungen, die Reifentemperatur, die Bremskonditionierung, die Außentemperatur und das vergangene Fahrverhalten den Bremsweg beeinflussen.

Consumer Reports wiederum weist darauf hin, dass man das standardisierte Testverfahren streng einhalte und sicherstelle, dass bei jedem getesteten Fahrzeug die Bremsbeläge und Reifen korrekt konditioniert werden. Auffällig sei gewesen, dass das Model 3 eine Inkonsistenz in der Bremsleistung gezeigt habe, die zur Beschaffung eines zweiten Testfahrzeugs geführt habe. Dieses habe fast identische Ergebnisse geliefert.

“I’ve been testing cars for 11 years and in 11 years, no car has stood out with inconsistent braking like this. Some trucks have. . . . It was just weird.” Car and Driver Testing Director K.C. Colwell

Zuvor hatte das Fachmagazin Car and Driver von einer ”bizarren Menge an Variationen” berichtet, die man während den dortigen Bremstests erlebt habe.

Den Testern fiel zudem unangenehm auf, dass selbst einfachste Aufgaben in einem Model 3 nur umständlich zu bewältigen seien. Das mittig angebrachte Touchscreen-Display zwinge den Fahrer zu unnötig komplexen Interaktionen, die u.U. den Blick von der Straße abwenden. Angefangen bei der Einstellung der Außenspiegel bis hin zur Steuerung der Lüftung könnten selbst alltägliche Aufgaben nur dann bewältigt werden, wenn der Fahrer seine Aufmerksamkeit relativ lange auf den Monitor richte.

Im Vergleich dazu wirken der ebenfalls bemängelte Komfort auf den Rücksitzen und die vergleichsweise lauten Windgeräusche eher trivial. Die beeindruckend hohe Reichweite, die Beschleunigung und der Fahrspaß mit dem Fahrzeug traten vor diesen Eindrücken in den Hintergrund.

Weiterlesen:
NHTSA: Nein, Teslas „Autopilot“ reduziert die Unfallrate nicht um 40 Prozent

Das Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ hat in den USA einen sehr großen Einfluss. Eine schlechte Bewertung sorgt regelmäßig für sinkende Verkaufszahlen – dementsprechend bemüht sind um eine eventuell mögliche Klarstellung bzw. Korrektur.

via consumerreports.org