Tesla-Mitarbeiter: Sicherheitsbedenken ‚ö°ūüĒ• bei der Akku-Produktion [Dementi]

Mehrere ehemalige und aktuelle Mitarbeiter des Elektrobauers Tesla weisen darauf hin, dass die manuelle Fertigung der Akku-Module des Model 3 zu erheblichen Sicherheitsproblemen f√ľhren k√∂nne. Sowohl in der Produktion als auch in der Qualit√§tskontrolle des Unternehmens arbeiten angeblich Mitarbeiter, die der Aufgabe nicht gewachsen seien.

Mehrere ehemalige und momentan beschäftigte Mitarbeiter des kalifornischen Autobauers Tesla haben dem US-amerikanischen Fernsehsender CNBC Details zu den anhaltenden Produktionsproblemen beim Bau des Elektroautos Model 3 verraten. Nach den bisher vorliegenden Angaben soll insbesondere die Akkuproduktion in der Gigafactory schlechter laufen, als es Tesla vor einigen Wochen eingeräumt habe. Der “Bottleneck”, der zur lt. Elon Musk zur “Production Hell” führe, habe auch Auswirkungen auf die Produktsicherheit. Tesla dementiert.

Als Tesla vor rund drei Wochen von den ursprünglich sehr ambitionierten Plänen zur Massenfertigung des Elektrofahrzeugs “Model 3” abrückte und die Produktionsziele um weitere drei Monate verschob, handelte es sich nicht um die erste Korrektur. Bereits im November hatte das Unternehmen einräumen müssen, dass man seine zuvor mehrfach korrigierten Produktionsziele nicht erreichen werde. Im Vorfeld hatten Insider berichtet, dass es bei der Planung der Serienfertigung Unstimmigkeiten im Management gegeben habe, die u.a. zu verspäteten Bestellungen von wichtigen Maschinen geführt hätten.

Die namentlich nicht genannten Angestellten berichten nun gegenüber CNBC, dass die für das Model 3 benötigten Batterien noch bis Dezember teilweise von Hand gefertigt worden seien. Um das Produktionsvolumen auf diese Weise zu schaffen, habe man Arbeiter beim Gigafactory-Partner Panasonic ausleihen müssen.

Sicherheitsbedenken beim Model 3

Besorgniserregender als die Einblicke in die ohnehin bekannten Ursachen für die Produktionsverzögerungen ist, dass die Mitarbeiter von daraus resultierenden Qualitätsproblemen berichten.

Die manuelle Fertigung der Batteriepacks führe nach ihren Angaben dazu, dass die Akkus innerhalb der Module nicht immer exakt ausgerichtet seien. Dies sei aber wichtig, weil ein ungewollter Kontakt zwischen den Zellen unter allen Umständen vermieden werden müsse. Die Arbeiter, die die Module “so schnell wie möglich” zusammenbauen müssten, um auch nur annähernd die schnellere maschinelle Fertigung auszugleichen, könnten die eigentlich notwendige Genauigkeit gar nicht erreichen.

Zwei momentan beschäftigte Ingenieure spezifizieren ihre Angaben dahingehend, dass die Akkuzellen bereits ausgelieferter Fahrzeuge nicht den erforderlichen Mindestabstand einhielten. Dies könne im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Akkus Feuer fangen. Entsprechende Hinweise an das Management seien aber achselzuckend ignoriert worden. Tesla verzichte zudem auf Stress-Tests, die bei anderen Auto- und Akkuherstellern üblich seien und eventuell offenlegen könnten, dass es Sicherheitsbedenken gebe.

Ein Sprecher des Unternehmens wies diese Angaben umgehend als “falsche Behauptungen” zurück und verneinte, dass in den bisher produzierten Fahrzeugen gefährliche Batterien eingebaut seien.

“Die Implikation, dass Tesla jemals ein Auto mit einer gefährlichen Batterie ausliefern würde, ist absolut falsch, widerspricht allen Beweisen und ist losgelöst von der Realität.” Tesla

Abbildung: Aufbau der Batterie des Tesla Model 3

Problematisch sei, so die Mitarbeiter von Tesla weiter, dass viele Mitarbeiter in der Qualitätskontrolle relativ unerfahren seien, schlampige Berechnungen machten und gar nicht wüssten, wann ein Fehler vorliege. Viele Qualitätsinspektoren seien Zeitarbeiter, die keinerlei Erfahrung in der Automobilproduktion hätten und von Tesla über eine Personalagentur angestellt würden. In diesem Zusammenhang wichtig: Tesla hatte im vergangenen Jahr viele Mitarbeiter entlassen, weil sie die Ansprüche des Unternehmens nicht erfüllen würden. Für die manuelle Produktion des Model 3 und der dazu benötigten Komponenten braucht man aber Mitarbeiter, solange die Maschinen nicht im erhofften Umfang funktionieren. Tesla bestätigte, dass einige Mitarbeiter zwar unerfahren seien, es aber speziell in der Batterieproduktion ein “umfangreiches Training, einschließlich Sicherheitstraining” gebe.

In verschiedenen Fan-Foren, Kommentaren und Artikeln gibt es bereits Vermutungen, dass es sich bei den CNBC-Informanten um Mitarbeiter handeln könnte, die von der Entlassungswelle betroffen waren und sich nun mit haltlosen Anschuldigungen am Unternehmen “rächen” wollen. Zudem gibt es die obligatorischen Anschuldigungen, dass Börsenspekulanten gezielt negative Meldungen verbreiten würden, um von einem fallenden Aktienkurs zu profitieren.

Gegenüber dem Tech-Blog techcrunch.com bekräftigte Tesla, dass es keine Produktionsprobleme gebe, der CNBC-Report sei irreführend und man befinde sich “in der Spur”. Teile der unten vollständig zitierten Pressemeldung entsprechen dem, was das Unternehmen bereits gegenüber dem fernsehsender äüßerte.

This is an extremely misinformed and misleading article. To be absolutely clear, we are on track with the previous projections for achieving increased Model 3 production rates that we provided earlier this month. As has been well documented, until we reach full production, by definition some elements of the production process will be more manual. This is something Elon and JB discussed extensively on our Q3 earnings call, and it has no impact on the quality or safety of the batteries we’re producing. As noted in our Q4 deliveries release, during the fourth quarter, “we made major progress addressing Model 3 production bottlenecks, with our production rate increasing significantly towards the end of the quarter.”

Furthermore, as is often the case in manufacturing, some parts of the production process require the expertise of employees with engineering or manufacturing experience, and others don’t. We’ve created thousands of new high-quality jobs in Nevada in recent years. As we continue to expand Gigafactory 1 and ramp Model 3 production, we’ve been able to teach new skills to thousands of new employees, many of whom had no manufacturing experience prior to joining Tesla. New hires on the module line receive extensive training, including safety training, and learn about the importance of proper cell-to-cell spacing so they can identify such issues in the production process. More broadly, battery production – and the module line in particular – is overseen by our top engineering talent, and many of Tesla’s most senior leadership.

Finally, the implication that Tesla would ever deliver a car with a hazardous battery is absolutely inaccurate, contrary to all evidence, and detached from reality. It is irresponsible to suggest as much based on unnamed, anonymous sources who have provided no such evidence and who obviously do not have a complete understanding of the extensive testing that all batteries in Tesla vehicles are subjected to. As with Model S and Model X, which have well demonstrated safety records, we maintain a rigorous approach to quality and process control for the Model 3 battery. Even more importantly, to our knowledge, there has not been a single safety concern in the field related to Model 3 batteries at any point over the six months of Model 3 production.

As for the assertion about cells touching in Model 3 batteries, this is extremely misleading and displays a complete lack of basic knowledge about how our batteries work. Every battery in a Tesla vehicle has thousands of cells, the vast majority of which are at the same voltage potential as neighboring cells. Hypothetically, even if two cells of the same voltage potential were touching, there would be absolutely zero impact, safety or otherwise – it would be as if two neutral pieces of metal touched. Despite this fact, all Model 3 battery modules’ cell positions are measured twice in manufacturing to verify process control and quality of outgoing parts. Conversely, if at any point in the production process cells are touching at different voltage potentials, they cannot be electrically interconnected. Over the course of the production process, we conduct three different tests to ensure the right number of cells are electrically connected in Model 3 modules. Additionally, the long term reliability of cell position is something validated through testing, including shock and vibration, and high temperature and humidity testing, as well as thermal cycling endurance testing throughout design and via sampling in production. All of this testing is designed to prevent touching cells from being installed in any of our vehicles, including Model 3. Finally, the safety aspects of our module design would continue to function even in the presence of touching cells, so the concerns raised are further unfounded.

These false claims are being made even though we have a proven history of making the safest vehicles on the road, with Model S and Model X receiving 5-star safety ratings not only overall but in every subcategory. Although not yet tested by NHTSA, Model 3 has been designed and internally tested to have the same result. Data from NHTSA’s testing shows that Model S and Model X have the two lowest probability of injury scores in the history of NHTSA testing. Furthermore, over billions of miles of actual driving, Tesla’s vehicles have been roughly five times less likely to experience a fire than a conventional gasoline vehicle. In light of these facts, it’s preposterous to suggest that a company as committed to safety as Tesla would allow untested or unsafe batteries to go in our vehicles.

via cnbc.com