The Wall: Samsung zeigt bei CES riesigen 146″ MicroLED TV

Die Display-Innovations-Maschine Samsung bringt mit "The Wall" den weltweit ersten modularen 146 Zoll (371 cm) MicroLED TV zur CES. MicroLED ist eine Displaytechnologie der Zukunft, ist sich Samsung sicher. 

Samsung hat bei der CES in Las Vegas, Nevada schon vor dem offiziellen Messe-Start bei seinem „First Look“-Event ein erstes Bömbchen platzen lassen. Dieses Bömbchen ist ein Fernseher, nennt sich „The Wall“ und ist mit einer Bildschirmdiagonale von 146 Zoll bzw. 371 cm ein echtes Ungetüm. Wie so oft nutzt Samsung eindrucksvoll die erste wichtige Tech-Veranstaltung des Jahres, um bei den Trends in Sachen TV der Konkurrenz mal zu zeigen, wo der Frosch die Locken hat.

Samsung CES 2018, First Look Event am Sonntag, den 07. Januar 2018 in Las Vegas. (Alle Bilder: Danny Moloshok/Invision für Samsung/AP Images)

Wer generell die Gelegenheit hat, sich das mal bei einer Messe anzuschauen, was die Koreaner da rankarren, sollte das unbedingt tun — vorausgesetzt, man kommt damit zurecht, dass man Fernseher zu sehen bekommt, die die meisten Geldbörsen von uns Netflix-Junkies brutal überfordern.

Für „The Wall“ hat Samsung noch keinen Preis verlauten lassen, aber in Asien und in den USA dürfte dieser TV-Koloss noch in diesem Jahr zu kaufen sein. Stellt euch schon mal drauf ein, dass Samsung auch hier wieder einen ziemlich knackigen Preis aufruft, denn die Kiste ist nicht einfach nur riesengroß, sondern setzt zudem auf eine neue LED-Technologie, Stichwort: MicroLED! Wieso MicroLED-Fernseher das nächste große Ding im TV-Sektor werden könnten, erklärt Samsung in seiner Pressemitteilung:

Der modulare 146 Zoll TV mit MicroLED Technologie “The Wall” von Samsung liefert eine unglaublich klare Bildqualität, ohne in Größe, Auflösung und Form eingeschränkt zu sein. Es ist ein selbstleuchtender TV mit LEDs im Mikrometer Bereich, die deutlich kleiner sind, als aktuelle LEDs und zugleich als ihre eigene Lichtquelle fungieren.

Das Display lässt sich auf jede gewünschte Größe anpassen und setzt Maßstäbe in Sachen Helligkeit, Farbraum, Farbvolumen und Schwarzwerte.

Die MicroLED Technologie, die in “The Wall” zum Einsatz kommt, erlaubt ein beeindruckendes Seherlebnis und kommt dabei ohne Farbfilter und Hintergrundbeleuchtung aus. Außerdem übertrifft die MicroLED Technologie klassische LED Displays in Sachen Haltbarkeit und Leistungsfähigkeit. Dazu zählen Lichtausbeute, die Lebensdauer und Energieverbrauch. Sie setzt damit einen neuen Standard für zukünftige Display Technologien.

Kurz zusammengefasst: Brillante Bildqualität mit knackigen Schwarzwerten ohne Kompromisse bei der Helligkeit, zudem haltbarer, leistungsfähiger und energieeffizienter als herkömmliche LED-Displays. Das klingt in der Tat großartig und lässt vermuten, dass Samsung die Karte MicroLED noch in großem Maße spielen wird. Gut möglich, dass wir hier schon den legitimen OLED-Nachfolger sehen.

Jetzt ist das in so einer Pressemeldung natürlich alles denkbar glatt poliert formuliert und natürlich äußerst subjektiv. Daher ergänze ich die obigen Angaben noch um die Einschätzung von Freund und Kollege André Westphal, der sich „The Wall“ nämlich bereits für Caschys Blog anschauen konnte und als echter Experte für TV-Technologien auch direkt begeistert war:

Die Bildqualität ist fraglos genau so gigantisch, wie die Diagonale – dass muss man den Südkoreanern zugestehen. So sahen die Farben extrem knackig aus, Schwarz- und Kontrastwerte wirkten perfekt und die Helligkeit war dennoch nach meinem Eindruck extrem hoch. André Westphal, Caschys Blog

Die MicroLED-Technologie — es steckt ja schon im Namen — bietet deutlich kleinere LEDs als gewohnt, die zudem als ihre eigene Lichtquelle fungieren. Damit können diese Fernseher auf Hintergrundbeleuchtung und Farbfilter verzichten. Nicht ganz klar ist mir hingegen, worauf Samsung mit dem Begriff „modular“ hinaus möchte, immerhin wird „The Wall“ als modularer Fernseher angepriesen.

Samsung geht dazu nicht wirklich ins Detail, aber eventuell geht es darum, dass das Display an jede Größe anpassbar und somit denkbar flexibel ist. Sei es drum: Wir werden dazu sicher noch weitere Details in Erfahrung bringen in den nächsten Tagen und wenn ich am Samsung-Stand vorbeischaue, werde ich es mir auch nicht nehmen lassen, „The Wall“ einmal persönlich unter die Lupe zu nehmen.

Und wie bereits oben erwähnt: Release soll für Asien und die USA noch in diesem Jahr sein, rechnet mal mit einem ziemlich stolzen Preis. Offiziell äußert sich Samsung zur Verfügbarkeit zwar noch nicht, aber inoffiziell ist durchgesickert, dass eine Veröffentlichung in Europa zumindest zunächst nicht vorgesehen ist. Das wäre schade, aber die MicroLED-Technologie werden wir auch in unseren Gefilden zu sehen bekommen — da bin ich mir absolut sicher.