Matschige Grafik vs. High-End-Auflösung
Vive, Rift & Co.: Displayauflösung bei VR wichtig wie nie zuvor

Das größte Problem von Virtual Reality ist die Auflösung der verbauten Displays – da sind sich alle Parteien einig, egal ob Hersteller oder Konsumenten. Die empfundene Auflösung ist vergleichbar mit einem alten CRT-Monitor, auch wenn die Displays auch so schon deutlich mehr Pixel verbaut haben als zum Beispiel ein normaler PC-Monitor. Das liegt vor allem am Abstand zwischen Augen, der verbauten Okularlinse, dem Betrachtungswinkel und dem Display.

Während ein PC-Display maximal dreißig Grad des horizontalen Blickfelds abdeckt und in diesem Bereich 1920 x 1080 Pixel zur Darstellung bietet, hat ein VR-Headset – völlig egal, ob es sich um eine HTC Vive, Oculus Rift oder Playstation VR handelt – das Problem, dass die Pixel auf einem viel größeren Sichtfeld dargestellt werden – nämlich je nach Brille zwischen 90 und 110 Grad. Das resultiert bei den 2160×1200 Pixeln, wie sie in Rift und Vive zu finden sind, bei unter 400 horizontalen Pixeln im gleichen Sichtbereich. Ergo: Die Brillen liefern – Stand jetzt – bei weitem nicht die Bildqualität, die wir von unseren Full-HD-Monitoren gewohnt sind.

Das ganze sorgt für Probleme: Zwar kann Virtual Reality irgendwann den normalen Bildschirm mit Sicherheit ersetzen, bis es so weit ist, sind die neuen Generationen der VR-Brillen aber noch bestimmt 5 Jahre in der Entwicklung. Mit der Starbreeze VR werden zwar zwei hochauflösende Displays mit zusammengerechnet 5120 x 1440 Pixeln verbaut. Performancetechnisch hinkt das Unternehmen Oculus und HTC aber weit hinterher. Und wenn es dann tatsächlich zur Marktreife gekommen ist, ist die Auflösung noch nicht einmal mehr das größte Problem, sondern eher etwas anderes.

So sieht Virtual Reality wirklich aus

Wenn ihr euch das Bild oben einmal genauer angeschaut habt, sind euch sicherlich vertikale und horizontale Striche aufgefallen. Warum sind die da? Nun ja, so oder zumindest so ähnlich sieht Virtual Reality in echt aus. Das ist der sogenannte Screen Door Effect. Im Prinzip sieht man die Lücken zwischen den einzelnen Pixeln, was den niedrig auflösenden Bildschirmen in den VR-Brillen zuzuschreiben ist. Der Oculus Rift Simulator zeigt euch an den heimischen Monitoren in etwa an, wie ihr euch die Auflösung der VR-Brille vorstellen müsst. Stellt doch mal just for Fun an den oberen Parametern herum – dann merkt ihr, inwiefern die Auflösung die Erfahrung beeinträchtigen.

Leistungsstärkere Pixelschubser vonnöten

Wisst ihr, wie viele Informationen eine VR-Brille in jeder Sekunde benötigt? In Kurzform: Sehr viele. Diese Tabelle hilft beim Verstehen, warum höhere Auflösungen nicht mal eben so realisiert werden können – abgesehen vom Aspekt der Herstellung solch verdammt kleinen Displays, die trotzdem viele Pixel verbaut haben müssen.

Oculus RiftHTC VivePlaystation VRStarbreeze VR / 4k-HMDFull-HD-Monitor
Auflösung2160×1200 Pixel2160×1200 Pixel1920×1080 Pixel5120×1440 Pixel / 3860×2160 Pixel1920×1080 Pixel
Bildwiederholrate (fps)90 Hertz90 Hertz90-120 Hertz90 Hertz60 Hertz
Datenrate458.2 MPixel/s458.2 MPixel/s186.6 – 248.8 MPixel/s663.5 MPixel/s / 746.5 Mpixel/s124.4 MPixel/s

Neue Generation -> Höhere Auflösung -> Mehr Datendurchsatz -> Grafikkarte zu schwach -> Neue Grafikkarte

Als kleine Referenz: Eine normale Digitalkamera kann um die 20 Megapixel aufnehmen, und davon meist maximal 5 Bilder pro Sekunde. Na, fällt sonst noch was auf? Die benötigte Datenrate ist deutlich – ich wiederhole – deutlich höher als die eines normalen Displays. Das heißt im Klartext, dass eine leistungsstarke Grafikkarte keine Empfehlung, sondern sogar Pflicht sein muss. Ergo: VR wird erst einmal nicht günstiger. Neben dem VR-Headset muss ja auch noch eine Grafikkarte gekauft werden. Das ganze erinnert an einen kleinen Teufelskreis. Wenn wir also in fünf Jahren eine ausreichend hohe Auflösung in den VR-Brillen haben, ist Virtual Reality keinesfalls günstiger. Vielleicht ändert sich danach alles und dieses Level wird gehalten, sodass es neben den Enthusiasten-Brillen mit höherer Auflösung auch Brillen für „normale“ Personen gibt, die ihren Monitor ersetzen wollen. Gerade für die letzte Gruppe wird der Preis dann voraussichtlich fallen.

Via Technews