Robotik
WALK-MAN: Humanoider Roboter soll Feuerwehrkräfte unterstützen

An einem Institut in Italien wird schon länger an dem humanoiden Roboter WALK-MAN geforscht, der in Zukunft mal als Feuerwehrmann arbeiten soll. Sein Körper ist bestens für diesen Einsatz ausgestattet und er wird durch einen sensorischen Anzug ferngesteuert.
von Vera Bauer am 24. Februar 2018

Seit einiger Zeit schon arbeiten Forscher des IIT (Istituto Italiano di Tecnologia) an dem sogenannten WALK-MAN. Wer jetzt an das kultige Musikgerät aus den frühen 80er denkt, hat weit gefehlt. Es handelt sich hierbei nämlich um einen humanoiden Roboter, der im Rahmen einer breiten europäischen Kooperation für den Feuerwehreinsatz entwickelt wurde. Das Projekt startete bereits im Jahr 2013 und befindet sich nun in der finalen Entwicklungsphase.

An WALK-MAN arbeiteten unteranderem auch Forscher aus Italien, der Schweiz, Deutschland und Belgien mit. Sie alle trugen wichtige Aspekte zur Umsetzung des Roboters und seinen Fähigkeiten bei. In naher Zukunft soll WALK-MAN in der Lage sein, ferngesteuert Feuerwehreinsätze durchzuführen. Dazu gehört, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die Ursache des Brandes zu lokalisieren und natürlich Feuer zu löschen.

Während seines Einsatzes überträgt er Live-Bilder an die menschlichen Feuerwehrkräfte, die aus der Ferne die Situation beurteilen können. Gesteuert wird der 1,85 Meter große Roboter von einem Menschen in einem sensorischen Anzug. Wie ein Avatar kann er WALK-MAN dann ganz natürlich bedienen. Der Körper des Roboters wird von 32 Motoren sowie 4 Kraft- und Drehmomentsensoren an Händen und Füßen angetrieben. Dazu kommen 2 Beschleunigungssensoren zur Kontrolle des Gleichgewichts.

Der humanoide Roboter besteht zum Teil aus Leichtmetall, Eisen und Kunststoff. Seine Arme sind feuerfest und können jeweils 10 Kilogramm stemmen. Insgesamt bringt er 102 Kilogramm auf die Waage und ist mit zahlreichen Sensoren ausgestattet. Beispielsweise wurden in seinem Kopf Kameras, 3D-Laserscanner und Mikrofonsensoren verbaut. Bald wollen die Forscher sogar chemische Sensoren einbauen, um toxische Substanzen zu identifizieren.

WALK-MAN soll in Zukunft bei Naturkatastrophen und Bränden eingesetzt werden. Bisher wirkt er im Video noch nicht sehr ungelenk. Im Vergleich mit den Robotern von Boston Dynamics sehen seine Bewegungen noch recht wackelig aus. Bisher wird er auch noch über ein Kabel mit Strom versorgt, obwohl er auch einen Akku für zwei Stunden Laufzeit verbaut hat.

via: eurekalert