Smart Home
“Wall++”: Interaktive Wand mit Anbindung ans Smart Home

Die Wände haben Augen! Nein, sie sind einfach nur intelligent. Zumindest könnte das mit dem Wall++ Projekt bald der Fall sein. Forscher haben ihr Konzept einer Gesten- und Touchbasierten intelligenten Wand, die sich auch in das Smart Home einbinden lässt, nun in die Tat umgesetzt.
von Vera Bauer am 29. April 2018

Wände sind, was sie sind – langweilig, kalt und überhaupt nicht smart. Mit ein bisschen leitfähiger Farbe und etwas Elektronik können Wände jedoch intelligent werden. Diese Idee haben nun Forscher aus der Disney Research Abteilung und der Carnegie Mellon University umgesetzt. Entstanden ist dabei das Projekt mit dem Namen Wall++.

Durch leitfähige Farbe und eine Reihe von Elektroden wurde die Wand zu einem großen gestensensitiven Touchpad, das menschliche Berührungen wahrnehmen kann. Durch ein weiteres spezielles Sensorboard, kann sie Gesten und andere elektrische Smart Home Geräte in der näheren Umgebung erkennen. Die Umrüstung kostete etwa 20 Dollar pro Quadratmeter.

Das System könnte die Aktivität in Räumen überwachen, die Helligkeit automatisch anpassen, den Fernseher ein- oder ausgeschaltet oder auch Alarm schlagen, sobald ein Gerät nicht so funktioniert, wie es sollte. Die Wall++ könnte auch Personen ausmachen, die bestimmte Wearables tragen und so elektromagnetische Wellen aussenden.

“Wände sind in der Regel die größte Fläche in einer Wohnung, aber wir nutzen sie nur zum Trennen von Räumen und zum Anbringen von Bildern und Regalen. Während das Internet der Dinge langsam Realität wird, ist es verlockend darüber nachzudenken, dass Wände zu aktiven Teilen unserer Lebens- und Arbeitsumgebung werden können.” Chris Harrison, Assistenzprofessor am Human-Computer Interaction Institute

Gewöhnliche Bedienelemente wie Lichtschalter oder Fernbedienungen wären damit Geschichte. Man müsste einfach nur gegen die Wand klopfen, streichen oder tippen, damit man Geräte rundherum steuern kann. Es wäre theoretisch auch möglich, Videospiele auf der smarten Wand zu zocken. Wenn jemand das Konzept jetzt noch um eine Sprachassistenz erweitert, haben wir im Prinzip den Inbegriff des Smart Homes. Doch die Technologie könnte nicht nur in den eigenen vier Wänden zum Einsatz kommen. Auch Restaurants, Schulen und Arbeitsplätze können davon natürlich profitieren – im Prinzip jedes erdenkliche Gebäude.

Bisher befindet sich das Projekt, wie so vieles, in der Entwicklungsphase. Momentan versuchen die Forscher eine Lösung für die Stromversorgung zu finden. Ich finde das Projekt richtig interessant. Die Idee ist so simpel, wie genial! Wände sind nun mal die Grundpfeiler eines jeden Gebäudes – sie sind so groß und meist ungenutzt. Warum dann nicht einfach zur Schnittstelle des Smart Homes machen?

via: cmu