Wearables
Wearable erkennt verschiedene Gefühlslagen in einer Konversation

Am MIT ist ein System entwickelt worden, das künstliche Intelligenz nutzt, um Gespräche zu analysieren und so die Gefühlslage des Nutzers zu erkennen. Das System berücksichtigt auch die Bewegungen, die Herzfrequenz und die Körpertemperatur des Nutzers.

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass ein einziges Gespräch auf sehr unterschiedliche Weise interpretiert werden kann. Bei Männern und Frauen kann es da schon mal krachen, weil jeder etwas anderes versteht. Solche Fehlinterpretationen haben aber meistens nichts mit dem Geschlecht eines Menschen zu tun, sondern viel mehr mit seinem Charakter. Man kann Gespräche aber auch nur auf die Stimmung herunterbrechen, die bei dem Gesagten mitschwingt. Daran versuchen sich gerade Forscher vom MIT, die ein intelligentes Wearable erfunden haben, das Gefühlslagen innerhalb einer Konversation erkennen kann.

Erzählt jemand eine Geschichte kann das System den Tonfall, Tonhöhe, Energie sowie das Vokabular analysieren. Dazu kommt, dass das Gerät am Handgelenk getragen wird und so auch physiologische Signale erkennen kann. Dabei werden Bewegungen, Herzfrequenz, Blutdruck, Blutfluss und Hauttemperatur gemessen.

Aus den jeweiligen Ergebnissen wurden zwei Algorithmen gemacht: Der eine bestimmt die allgemeine Gefühlslage eines Gesprächs (glücklich, traurig oder neutral), während der zweite alle fünf Sekunden die Konversation überprüft. Dadurch bekommt man einen Überblick, kann aber auch schnelle Gefühlswechsel feststellen. Laut der Forscher funktioniert das mit 83 Prozent Genauigkeit.

Zurzeit funktioniert das System allerdings nur, wenn eine Person redet. In Zukunft möchte man das Ganze mit mehreren Personen in einer Konversation testen. Dadurch würde das System auch immer mehr dazu lernen, denn umso mehr Daten es generieren kann, umso genauer kann es den emotionalen Ton in Echtzeit klassifizieren.

Imagine if, at the end of a conversation, you could rewind it and see the moments when the people around you felt the most anxious. Our work is a step in this direction, suggesting that we may not be that far away from a world where people can have an AI social coach right in their pocket. Tuka Alhanai, Co-Entwickler

Datenschutz ist hierbei ein sensibles Thema. Nicht jeder dürfte begeistert davon sein, dass sein Gespräch von einem Wearable belauscht und analysiert wird. Das Team betont aber, dass man Privatsphäre ganz groß schreibe. Der Algorithmus läuft lokal auf einem Gerät und alle Daten werden weder in eine Cloud geladen, noch an die Entwickler weitergegeben.

In Zukunft will man an einer Optimierung des Systems arbeiten, um auch Gefühlslagen wie „langweilig“, „angespannt“ oder „aufregend“ zu erkennen. Sollte dies irgendwann abgeschlossen sein, möchten die Forscher den Algorithmus für soziale Coachings einsetzen. Beispielsweise soll es Menschen, die an Angstzuständen oder am Asperger-Syndrom leiden, helfen andere Personen besser zu verstehen. Das System soll dann auch auf gängigen Smart Watches verfügbar sein.

Quelle: news.mit