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„WeCounterHate“: Hassreden auf Twitter werden in Spenden verwandelt

Hassreden im Internet sollten nicht an der Tagesordnung sein. Deshalb wurde die Kampagne "WeCounterHate" ins Leben gerufen, die solche Kommentare und deren Retweets in Spenden für eine Hilfsorganisation verwandelt. Ein tolles Projekt!

Das Internet und Social Media machen es heute immer leichter Hasskommentare in die Welt hinaus zu schicken. Nicht gerade das, wozu die meisten sozialen Apps erfunden wurden. Hassreden sind an der Tagesordnung – sie sind fast schon normal und was noch viel schlimmer ist: Durch das Retweeten solcher Kommentare bekommen sie eine immer höhere Reichweite.

Ich will hier nicht die Liebeskeule schwingen und wieder mal predigen, wie verdammt wichtig Respekt und Toleranz sind, aber Kommentare von Hatern sollten nicht an der Tagesordnung sein. Deshalb finde ich das Projekt der in Seattle ansässigen Organisation „Possible“ so verdammt gut. Mit ihrer Kampagne „WeCounterHate“ haben sie nämlich eine tolle Möglichkeit gefunden, Hassreden in etwas Positives zu verändern. Solche Sprüche auf Twitter werden nämlich einfach in Spenden für einen guten Zweck verwandelt.

Die Organisation hat herausgefunden, dass Twitter das bevorzugte Sprachrohr für extremistische Hass-Gruppen ist, um ihre Ideologie zu verbreiten. Mit Hilfe von Machine Learning identifiziert eine KI solche blöden Kommentare, die im nächsten Schritt von einem menschlichen Helfer durchgeschaut werden. Er wählt dann die gefährlichsten und beleidigendsten aus und verfasst eine nicht löschbare Antwort. Diese informiert die Empfänger darüber, dass das Retweeten des Kommentars eine Spende an eine Organisation auslöst, die gegen Rechtsextremismus arbeitet.

Die Spenden kommen dabei von ganz normalen Menschen, die der Ausbreitung von Hasskommentaren entgegenwirken wollen. Pro Retweet eines solchen  wird ein Dollar der eingenommenen Spenden an die Organisation „Life After Hate“ gegeben, die von ehemaligen rechtsextremen amerikanischen Bürgern gegründet wurde. Sie haben ihrem Leben in Hass den Rücken zugewandt und diese Einsicht soll mit Spenden unterstützt werden. Auch ihr könnt unter folgendem Link helfen.

WeCounterHate versucht nicht nur die Wahrnehmung, sondern auch das Verhalten von Hasspredigern zu verändern. Retweeting ist nun mal verdammt einfach und kostet kaum Überwindung. Die Kampagne veranlasst potenzielle Retweeter darüber nachzudenken, was sie tun und ermutigt sie hoffentlich dazu, anders zu handeln.

Natürlich ist aber das größte Ziel, Hassreden im Internet zu reduzieren und WeCounterHate konnte bereits erste Erfolge verbuchen. Die Retweet-Rate hat sich innerhalb weniger Wochen schon um 66 Prozent reduziert.

„And if we all do our part to claim little victories, someday we might just win the battle against hate.“ WeCounterHate

via: wecounterhate