Windows 10: x86 Programme künftig auch mit ARM-Prozessoren möglich

Was Microsoft auf der WinHEC-Konferenz angekündigt hat, das hätte so wohl niemand kommen sehen. Dem Softwareriesen aus Redmond ist es gelungen, Windows 10 voll funktionsfähig mit einer ARM-CPU zum Laufen zu bringen.
von Marco Wilde am 9. Dezember 2016

Wurde bisher immer wieder gemunkelt, dass Microsoft daran arbeite, x86-Programme auf die ARM-Struktur zu portieren, ging man bisher davon aus, dass sich das auf Windows 10 Mobile bezieht. Doch dies war wohl nicht alles, was man im Kopf hatte, als man das Projekt zu Beginn anging. Ab dem nächsten Jahr soll es, so ist es angekündigt, möglich sein, Windows 10 ganz regulär auf PCs mit einem ARM-Prozessor zu nutzen.

Ab Mitte des neuen Jahres werden die ersten Windows-PCs mit ARM-Prozessoren erhältlich sein. Microsoft setzt dabei auf den neuen Qualcomm Snapdragon 835, der ja erst kürzlich vorgestellt wurde. Microsoft verspricht, dass dort auch alle x86-Anwendungen laufen werden, Die UWP-Apps werden ebenfalls unterstützt, das ist aber nicht weiter verwunderlich, da diese ja genau dem Zweck dienen, überall wo auf Windows gesetzt wird, lauffähig zu sein.

Die ersten Schritte von Windows 8 und ARM waren zu seiner Zeit – mit Windows RT – kein großer Erfolg. Dennoch hat das Projekt wohl gefruchtet, denn wie die Redmonder schon früher bekannt gegeben habe, werde man an der Plattform festhalten. Grund dafür ist die überragende Effizienz der ARM-Chips.

In einem Video zeigt Microsoft zudem eindrucksvoll, dass das Ganze schon bereits jetzt so funktioniert, wie sie es sich vorstellen. Zum Einsatz kommt in der Testumgebung ein Snapdragon 820. Neben den Apps wird auch die Verwendung von Adobe Photoshop gezeigt.

Der Anwendungsbereich wird uns Poweruser wohl auf den ersten Blick schleierhaft vorkommen. Den herkömmlichen Intel-PC werden die ARM-Chips sicher keine Konkurrenz machen. Dazu reicht die Leistung einfach nicht aus. Aber es werden sich andere Bereich finden, in denen die Leistung im Hintergrund steht und mehr auf Ausdauer gesetzt wird. Denn hier kann der ARM-Prozessor seine Stärken ausspielen.

Wie sich das Ganze auf Windows 10 Mobile auswirkt, vermag ich gar nicht zu beurteilen. Dem berühmt/berüchtigten „Surface Phone“ kommen wir damit aber auf jeden Fall etwas näher. Womöglich eröffnet dies auch weitere Szenarien, in denen Continuum wichtiger wird und vielleicht schon bald tatsächlich als Office-PC Ersatz fungiert.

Gerade HP hat ja mit dem Elite x3 bereits ein Phone im Portfolio, bei dem sich das Ganze perfekt in die Strategie einbinden lassen würde. Im Smartphonemodus weiterhin die bekannte Windows 10 mobile Oberfläche und unter Continuum ein vollständiges Windows 10, das wäre wohl der Clou in jedem Büro.