Vorbestellen ab 27. Oktober, Einstiegspreis 1 149 Euro
Apple iPhone X – alle Zahlen und Fakten

Wie zu erwarten war, hat Apple heute das iPhone X präsentiert. Wir tragen hier alle Fakten und Zahlen zum OLED-iPhone für euch zusammen.
von Carsten Drees am 12. September 2017

So lange haben wir nun über dieses besondere Smartphone gesprochen und spekuliert — jetzt ist es endlich offiziell: Das iPhone X (ausgesprochen: iPhone Ten)! Ja, klar — Leaks gab es so viele, dass die Zahl der Überraschungen überschaubar blieb bei der Vorstellung. Nichtsdestotrotz wissen wir jetzt endgültig, was Phase ist beim neuen Handset aus Cupertino und zweifellos hat Apple hier was Großes abgeliefert, was die herkömmlichen iPhone-Modelle deutlich in den Schatten stellt.

Ich weiß gar nicht, wann es los ging, dass ein Gerücht über ein besonderes iPhone die Runde machte, welches es zum zehnjährigen Jubiläum des Ur-iPhones geben sollte. Anfangs war sogar die Rede davon, dass das Teil einen besonderen Retro-Look haben könnte. Es stellte sich in der Folge aber mehr und mehr heraus, dass Apple hier dem Vorbild von Unternehmen wie Samsung und Xiaomi folgen würde und auf ein modernes, randloses Design setzt.

So kam es dann auch und klar, dass Apple hier auch wieder eine Marketing-Nummer kreiert: Das neue Display nennt sich demnach Super Retina Display. Wie erwartet ist das randlose Panel 5,8 Zoll groß und auflösen wird es mit 2.436 x 1.125 Pixeln. Das entspricht einer Pixeldichte von 458 ppi – Rekord für Smartphones aus Cupertino. Randloses Design – das bedeutet zeitgleich auch, dass der Home-Button wegfällt.

Apple iPhone X Face ID

Auf euren Homescreen gelangt ihr nun, indem ihr einfach von unten nach oben wischt. Siri könnt ihr über den Button auf der Seite starten und entsperrt wird — auch das war bereits vorher durchgesickert — durch die Gesichtserkennung Face ID.

Sowohl Authentifizieren (zum Beispiel für Apple Pay) oder das Entsperren geschieht mit dem neuen Device nun also, indem euer Gesicht erkannt wird. Apple erklärte dazu, dass das alles außergewöhnlich zuverlässig funktioniert und das auch dann, wenn ihr das Smartphone im Dunkeln entsperrt, oder Bart oder Mütze tragt.

Das Zauberwort, damit das funktioniert, nennt Apple „TrueDepth Kamerasystem“. In diesem System arbeiten mehrere Technologien zusammen, die die einwandfreie Identifikation ermöglichen.

  • Punktprojektor – Über 30.000 unsichtbare Punkte werden auf dein Gesicht projiziert, um eine einzigartige Karte davon zu erstellen.
  • Infrarotkamera – Eine Infrarotkamera liest das Punktemuster, nimmt ein Infrarotbild auf und sendet die Daten an die Secure Enclave des A11 Bionic Chip, um eine Übereinstimmung zu bestätigen.
  • Infrarotbeleuchter – Unsichtbares Infrarotlicht hilft, dein Gesicht sogar im Dunkeln zu identifizieren.

Im Bild unten seht ihr, was Apple noch alles zwischen den beiden „Ohren“ des Displays unterbringt:

Dem neuen A11 Bionic Chip und maschinellem Lernen ist es zu verdanken, dass euch euer Smartphone beim Anschauen erkennen kann, eben auch dann, wenn ihr euch mal einen Bart wachsen lasst oder zum Beispiel eine Brille aufsetzt. Gleichzeitig ist die Technik so sicher, dass es nicht möglich sein soll, das System mit Bildern oder Masken auszutricksen.

Dafür wird eine präzise Tiefenkarte des Gesichts erstellt, die aus 30.000 unsichtbaren Punkten besteht. Hier müssen wir natürlich abwarten, ob sich das alles so bestätigt im täglichen Einsatz und Face ID tatsächlich von Anfang an TouchID völlig ersetzen kann, oder ob es noch hakt.

Apple iPhone X Technische Daten

Display5,8 Zoll großes All‑Screen OLED-Display (Super Retina HD Display) mit einer Auflösung von 2.436 x 1.125 Pixeln, 458 ppi
ProzessorA11 Bionic Chip mit 64‑Bit Architektur, neurale Architektur, integrierter M11 Motion Coprozessor
Arbeitsspeichernoch nicht bekannt
Interner Speicher64 GB oder 256 GB Speicher
Kamera hinten12 Megapixel Kamera mit Weitwinkel- und Teleobjektiv (Weitwinkel: ƒ/1.8 Blende, Teleobjektiv: ƒ/2.4 Blende), optischer Zoom, bis zu 10x digitaler Zoom, duale optische Bildstabilisierung, 4fach-LED Tru Tone Synchronblitz, Objektiv mit 6 Elementen, Porträtlicht (Beta)
Kamera vorne 7 MP Cam mit ƒ/2.2 Blende, Porträtlicht (Beta), „Retina“-Blitz und Animojis-Feature
Betriebssystem iOS 11
Akku Hält bis zu zwei Stunden länger als beim iPhone 7, Wireless Charging (Qi-Standard), Schnelles Aufladen (in 30 Minuten bis zu 50 Prozent)
Konnektivität802.11ac WLAN mit MIMO, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS, Galileo und QZSS
SensorenFace ID, Barometer, 3-Achsen Gyrosensor, Beschleunigungs­sensor, Näherungssensor, Umgebungslicht­sensor
Maße143,6 x 70.9 x 7,7 mm
Gewicht174 Gramm
Verfügbare FarbenSilber, Space Grau

Apple iPhone X Hardware

Dass es klasse aussehen würde, zeichnete sich ja im Vorfeld bereits ab, aber das iPhone X soll natürlich auch technisch auftrumpfen. Dafür hat man unter der Haube den A11 Bionic Chip untergebracht, der verbaute Hexa-Core-Prozessor setzt sich aus vier sparsamen und zwei Hochleistungs-Kernen zusammen und wird vom M11 Motion-Coprozessor unterstützt.

Nach eigener Aussage soll der neue Prozessor natürlich den Vorgänger deutlich in den Schatten stellen. Demnach werden die vier Effizienzkerne der CPU bis zu 70 Prozent schneller sein als der A10 Fusion Chip, die zwei Performance­kerne immerhin bis zu 25 Prozent schneller. Mehr Performance auch bei der Grafik: Die GPU mit drei Kernen ist laut Apple-Aussage bis zu 30 Prozent schneller als der A10 Fusion.

Apple setzt beim A11 auf eine neurale Architektur, die das maschinelles Lernen begünstigen soll. Damit sollen also die schnellen Berechnungen ermöglicht werden, die neurale Netzwerke brauchen, und das zudem in einer sehr effizienten, den Akku schonenden Weise. Profitieren von dieser neuralen Architektur können iPhone X-Besitzer zum Beispiel beim oben bereits erwähnten Face ID und auch bei Augmented Reality-Inhalten.

Für diejenigen, die auf Spielereien stehen, bringt die neurale Architektur auch noch die Möglichkeit, Animojis zu nutzen — Apples neue 3D-Emojis, die in Echtzeit exakt eure Mimik kopieren können. Diese Animojis (es gibt 12 verschiedene von Katzen über Einhorn, Hund und den unvermeidlichen Kackhaufen) könnt ihr in euren Chats verschicken und stellen wie gesagt eher eine Spielerei dar, allerdings eine sehr niedliche und auch beeindruckende:

Noch spannender als der Prozessor ist dieses Jahr zweifellos das, was man auf Anhieb sehen kann — das 5,8 Zoll großes OLED-Display, welches man bei Apple wie bereits erwähnt als „Super Retina“-Display vermarktet. Das löst mit 2.436 x 1.125 Pixeln auf und nimmt tatsächlich nahezu die komplette Front ein.

Ein Kontrastverhältnis von 1.000.000:1, OLED- und True-Tone-Technologie und zudem ein HDR-Panel: Das Display des iPhone X soll nicht nur durch eine außergewöhnlich hohe Screen-to-Body-Ratio überzeugen, sondern auch durch besonders brillante Darstellungen.

Auch beim Akku lässt sich Apple wieder nur bedingt in die Karten schauen. In wenigen Tagen werden wir sicher wieder dank Experten wie iFixit und deren Teardowns erfahren, welche Kapazität der neue Akku besitzt. Apple selbst verspricht uns jedenfalls, dass der Akku zwei Stunden länger durchhalten soll als der im iPhone 7 und dass man nicht nur schnell laden kann (bis zu 50 Prozent in nur 30 Minuten), sondern erstmals auch kabellos.

Fürs kabellose Aufladen setzt Apple auf den bewährten Qi-Standard. Eigenes Zubehör dazu hat man für dieses Jahr noch nicht vorgestellt, so dass ihr auf Produkte von Drittherstellern zugreifen müsst und diese Kosten natürlich noch auf den Anschaffungspreis drauf rechnen müsst. 2018 erst erscheint dann die AirPower Basis — die lässt euch dann dafür aber auch das iPhone, eure Apple Watch und auch die Air Pods gleichzeitig kabellos aufladen.

Apple iPhone X Kameras

Bei den Kameras hat Apple ebenfalls nachgebessert: Hinten verbaut man eine 12 MP Dual-Cam, bei der beide Objektive der Kamera einen optischen Bildstabilisator spendiert bekommen haben. Dadurch sollen gerade bei schlechten Lichtverhältnissen herausragende Fotos möglich sein. Das Weitwinkel- und das Teleobjektiv des iPhone X können mit einem optischen Zoom dienen, zusätzlich gibt es einen digitalen Zoom (bis zu 10x). Apple selbst hat ein paar Beispiel-Fotos veröffentlicht, die uns schon mal zeigen sollen, was mit der Dual-Cam möglich ist:

Dank des Porträt-Modus und der neuen Porträtlicht-Funktion, die in der Beta-Version am Start ist, sollen gerade die Aufnahmen von Personen besonders gut gelingen:

Vorne kommt ein 7 MP-Shooter zum Einsatz und auch da erklärt Apple, dass wir es nicht mit einer simplen Selfie-Knipse zu tun haben. Lasst euch bei der TrueDepth-Cam also nicht durch die vermeintlich niedrigen 7 Megapixel verunsichern.

Nicht nur Tiefenschärfe-Effekte sind mit der Front-Cam möglich, denn auch dort könnt ihr den Porträtlicht-Modus nutzen. Dazu werden verschiedene Lichteffekte durch einen Algorithmus errechnet, die darstellen sollen, wie unsere Gesichtszüge tatsächlich mit Licht interagieren. Dadurch könnt ihr sehr effektvoll eure Selfies aufwerten, wie ihr beim folgenden Beispiel sehen könnt:

Apple iPhone X Preis und Verfügbarkeit

Das Apple iPhone X wird in zwei Farben — Silber und Space Grau — auf den Markt kommen und der Einstiegspreis für die kleinere Variante mit 64 GB wird 1 149 Euro betragen. Alternativ zu dem 64-GB-Modell erscheint auch ein iPhone X mit 256 GB Speicher, für das dann allerdings mit 1 319 Euro nochmal deutlich mehr Geld fällig wird.

Ab dem 27. Oktober kann vorbestellt werden, ausgeliefert wird dann ab dem 03. November 2017. Ihr müsst also noch ein wenig Geduld mitbringen, aber auch das haben wir ja bereits erwartet/befürchtet. Vermutlich heißt es dann auch am 27. Oktober, dass ihr flott dabei sein müsst, wenn ihr tatsächlich Anfang November bereits ein iPhone X nutzen wollt. Der Andrang wird groß sein und so steht zu befürchten, dass die Auslieferung flott nach hinten rutscht bis ins Jahr 2018.

Erste Einschätzung

Dieses erste Fazit gibt es jetzt lediglich aufgrund dessen, was Apple uns heute präsentiert hat. Wir haben also keine Erfahrungswerte zu den Skills der Kamera, zur Performance, zur Akkulaufzeit oder was auch immer und nehmen fürs Erste einfach mal hin, was uns das Unternehmen da in Cupertino aufgetischt hat.

Was haben wir also präsentiert bekommen? Grundsätzlich erst einmal ein wirklich sehr schönes iPhone X, das exakt so aussieht, wie wir es erwartet haben und welches im Design einen deutlichen Schritt nach vorne macht. Jetzt ist man in diesem Punkt zumindest endlich wieder auf Augenhöhe mit Samsung.

Natürlich wurden wir nicht vom üblichen Marketing-Sprech verschont beim Apple-Event. Natürlich ist es ein besonders herausragendes OLED-Display, welches besser sein soll als alles Dagewesene, ebenso soll der Prozessor der stärkste bislang verbaute sein. All das muss sich im Test erst noch herausstellen, aber ich habe das Gefühl, dass Apple hier technisch tatsächlich der erhoffte große Wurf gelungen ist.

Dank der neuralen Architektur des neuen SoC werden einige Spielereien möglich, die wie die Animojis einfach „nice to have“ sind und in anderen Fällen wie bei Face ID das Zeug dazu haben, wieder einen Trend zu setzen, auf den alle anderen aufspringen wollen oder sogar müssen.

Weder hat Apple die Gesichtserkennung erfunden, noch das randlose Display oder gar das Wireless Charging. Apple hat mit dem iPhone X aber all das zu einem äußerst attraktiven Handset kombiniert und könnte sich mit diesem Smartphone wieder an die Spitze dessen setzen, was in diesem Bereich derzeit machbar ist.

Das hängt allerdings von einigen Faktoren ab, die wir jetzt noch nicht kennen. Apple verlangt mit mindestens 1 149 Euro sehr viel Geld für das iPhone X, daher muss sich erst einmal zeigen, ob die neuen Technologien auch so fehlerfrei arbeiten, wie man das bei einer so hohen Investition erwarten darf. Gerade Face ID wird hier auf dem Prüfstand stehen.

Dazu wird sowohl die Verfügbarkeit des iPhone X als auch des Zubehörs (AirPower) und von verschiedenen Funktionen von Bedeutung sein. Das Interesse könnte nämlich selbst bei einem Unternehmen wie Apple wieder abebben, wenn sich die Verfügbarkeit des iPhone X zu weit nach hinten verschiebt und viele Interessenten ihr Smartphone erst dann in Aussicht gestellt bekommen, wenn andere Hersteller vielleicht schon wieder eine neue Smartphone-Generation in der Pipeline haben.