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BQ Aquaris X5 Smartphone im Kurztest – Hands-On und erster Eindruck

Andrzej ist für uns in Madrid und hatte dort die Gelegenheit, das neue BQ Aquaris X5 in einem ersten Hands-On ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Wir wollten natürlich wissen, ob das Smartphone mit den auf den ersten Blick wenig beeindruckenden Daten auf den zweiten Blick irgendwelche Überraschungen bereithält. Auf der deutschen Website von BQ wird das Aquaris X5 noch gar nicht gelistet, es soll aber schon im November in fast ganz Europa in den Handel kommen.

von Bernd Rubel am 14. Oktober 2015

Wir haben es beim BQ Aquaris X5 mit einem Smartphone zu tun, das mit seinem 5 Zoll großen IPS-Bildschirm und der darauf gebotenen 720p-Auflösung (HD, 1280 x 720 Pixel, 294ppi) erstmal keinen vom Hocker reißt. Die aktuellen Flaggschiffe der Konkurrenten werden immer größer und können mit weitaus höheren Auflösungen oder z.B. seitlich gekrümmten Bildschirmen punkten. Dennoch darf man nicht vergessen, dass es auch für die gute Einsteiger- und Mittelklasse immer noch einen riesigen Markt gibt, genau hier will das Gerät anscheinend hin.

Auf dem Weg dorthin macht das Smartphone mit seinem Display wirklich keine schlechte Figur. Die Farben wirken voll und satt, aber nicht zu überzeichnet, auch der Spiegeleffekt hält sich in Grenzen. Wie ihr in Andrzejs Hands-On gut sehen könnt ist die Umgebung sehr hell, dennoch ist auf dem Gerät alles gut zu erkennen.

Zudem verbraucht ein solches Display natürlich weitaus weniger Strom als hochauflösendere Modelle. Im Zusammenspiel mit dem integrierten Lithium-Polymer Akku mit 2900 mAh könnte das BQ Aquaris X5 hier also durchaus gute Werte erreichen, genaueres wird sich dann im folgenden Test zeigen.

Im Innern werkelt ein Qualcomm Snapdragon 412 Prozessor (MSM8916T) mit vier Kernen, der es auf bis zu 1,4 Gigahertz Taktfrequenz pro Kern bringt. In Kombination mit der Adreno 306 Grafikeinheit ist das eine Lösung, die – nennen wir es – vernünftig ist und ebenfalls gut in die gehobene Einsteigerklasse passt. Die Reaktionsgeschwindigkeit beim Wischen ist ohne Ruckler.

Beim Arbeitsspeicher sind wir mittlerweile herstellerübergreifend in den meisten Fällen bei einer minimalen Speicherausstattung von 2GB RAM angekommen, hier macht das BQ Aquaris X5 keine Ausnahme. Optional kann das Smartphone auch in einer etwas teureren Variante mit 3GB RAM geordert werden, was gerade bei anspruchsvolleren Anwendungen oder bei der regelmäßigen Arbeit mit größeren Dateien sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung wäre.

Auch beim internen Speicher wird man die Wahl zwischen zwei verschiedenen Speichervarianten haben. Angefangen wird mit 16GB, weiter geht es mit 32GB, darüber gibt es nichts. Hier wäre man dann entweder auf Speichermöglichkeiten in der Cloud oder auf einer optional erhältlichen microSD-Speicherkarte angewiesen. Hier untersützt das X5 allerdings lediglich Speicherkarten mit bis zu maximal 32 Gigabyte Speicherkapazität – eine seltsame Einschränkung, die wir ad hoc nicht erwartet hätten.

Das dürfte vor allem dann der Fall sein, wenn man häufiger von der rückseitigen Digitalkamera Gebrauch macht. Während es die Front-Kamera (Samsung 5E2) schon auf immerhin 5 Megapixel Auflösung bringt, kann die rückseitig integrierte Cam mit 13 Megapixeln punkten. Die Kamera-Einheit hinten stammt von Sony (IMX214), dazu kommen ein Dual-LED Blitz für Rote-Augen-freie Fotos, ƒ/2,0 und eine maximale Videoauflösung von 1080p (1920 x 1080 Pixel, Full-HD).

Besonderheiten? Ja, wenige, aber gute. Zum einen fallen am unteren Rand die kapazitiven Buttons auf, die letztendlich die Funktionen der normalen Android Buttons abbilden. So macht die doch ziemlich große Leiste am unteren Ende des BQ Aquaris X5 zumindest mehr Sinn als bei vielen anderen Herstellern. Ziemlich unüblich in dieser Preisklasse dürfte zudem der Metallrahmen sein, der das Smartphone umschließt – das wirkt schon sehr stabil und wertig und ist alles andere als ein Billig-Smartphone aus Vollplastik (wenn man mal die üblichen Vorurteile heranziehen darf).

Am unteren Rand befinden sich der Lautsprecher und das Mikrofon, dazwischen der microUSB-Anschluß. Oben befindet sich der Kopfhörer-Anschluss. Auf fast gleicher Höhe mit dem microSD-Speicherkarten Anschluss auf der einen Seite befindet sich auf der anderen Seite ein Dual-SIM Slot für zwei Mobilfunknetzkarten – auch nicht unbedingt alltäglich für ein Smartphone in dieser Preisklasse. Bei den unterstützten Netzen und Frequenzbereichen kann man auf 4G (LTE) FDD (800 / 1800 / 2100 / 2600) sowie 3G HSPA+ (900 / 2100) und 2G GSM (850 / 900 / 1800 / 1900) zurückgreifen.

WLAN (Wi-Fi) 802.11 b/g/n und Bluetooth 4.0 sind ja ebenso wie ein integriertes GPS-Modul heutzutage schon obligatorisch.

Zurück zum Gehäuse. Die Rückseite besteht dann eben doch aus Vollplastik und wird nach heutigem Stand in verschiedenen Farben zu haben sein. Dazu gehören schwarz und weiß. Den Metallrahmen wird es in schwarz, rose-gold und anthrazit geben. Mit einem Gewicht von circa 148 Gramm und äußeren Abmessungen von circa 70,5 x 144,4 x 7,5 Millimeter bleibt das Gerät im erwarteten Rahmen.

Löblich: bei der Software handelt es sich im Auslieferungszustand um Android 5.1.1 Lollipop, ein Update auf Android 6.0 Marshmallow dürfte bereits Anfang 2016 folgen, die Zusicherung hierfür gibt es auf jeden Fall. Die herstellerseitigen Anpassungen der Oberfläche halten sich in Grenzen, was nicht nur Android-Puristen freuen könnte – denn meistens bedeutet das auch, dass kein zusätzlicher, feature-überladener Launcher die Performance des Smartphones in den Keller zieht.

Für die Version mit 16GB Speicher und 2GB RAM startet der Preis bei 239,90 Euro. Wer 32GB Speicher und 2GB RAM haben möchte, muss 259,90 Euro zahlen. Der Hersteller weist dabei besonders auf die lange Garantiedauer von fünf Jahren hin – das ist ein Statement.

Weitere Hands-On Bilder reichen wir euch nach, wir kämpfen in Spanien gerade mit einer furchtbaren Upload-Geschwindigkeit. Schaut euch das o. verlinkte Video an, und alle Fragen wie immer in die Kommentare!