Butterweiche Kamerafahrten aus dem Handgelenk
DJI Osmo Test: 4K Kamera mit integriertem Gimbal im Hands-On

DJI hat heute eine neue, handliche 4K Kamera vorgestellt, die sich komplett selbst stabilisiert. Der integrierte Gimbal sorgt dabei dafür, dass die Aufnahmen selbst unter extremen Bedingungen buttwerweich sind und Verwacklungen nicht mehr auftreten. 

DJI OSMO Hands On 14DJI ist keine unbekannte Größe im Video-Geschäft, denn das Unternehmen aus Shenzhen stellt neben Drohnen schon länger auch so genannte Gimbals für Kameras her. Diese Geräte dienen Videographen dazu, die Aufnahmen aus der Kamera stabil zu halten, ohne die Bewegungsfreiheit des Kameramanns einzuschränken. Doch auch in Drohnen sind elektrische Gimbals ganz üblich, denn zum einen muss die Kamera in der Regel auch aus der Ferne bewegt werden können, zum anderen müssen die Aufnahmen auch hier in der Regel stabilisiert werden.

Der DJI OSMO bringt nun diese Technik aus der Drohnen-Welt auf den sicheren Boden und kombiniert die Zenmuse X3 Kamera aus der DJI Inspire 1 mit einem Batterie- und Steuergriff. Damit ist es die weltweit erste Handheld-Kamera mit 4K Auflösung, die eine integrierte Stabilisierung besitzt.

DJI OSMO Hands On 4

Design & Verarbeitung

DJI OSMO Hands On 10Auch wenn die DJI OSMO zunächst recht komplex aussieht, so besteht sie im Grunde aus drei Hauptteilen: Dem Batteriegriff, einer Smartphone-Halterung und der Kamera. Alle Komponenten sind dabei DJI-typisch hervorragend verarbeitet und geben einem ein sicheres Gefühl. An die linke Seite des Batteriegriffs wird die Handyhalterung geschraubt, die aus einem soliden Metall besteht und das Smartphone sicher einspannt. Der Winkel ist dabei frei wählbar, weil sich die Halterung bequem, aber auch mit genug Widerstand drehen lässt – theoretisch könntet ihr also auch über Kopf filmen, ohne, dass das Smartphone rausfällt. Mein Samsung Galaxy S6 Edge Plus hat übrigens problemlos reingepasst und es war noch etwa ein Zentimeter Luft für ein noch etwas größeres Smartphone da.

Steuerung wie bei Fighter Pilot

DJI OSMO Hands On 2Gleich neben der Smartphone-Halterung befinden sich diverse Knöpfe zur Steuerung der Kamera: Der kleine Schieber auf der rechten Seite schaltet die Kamera ein- und aus, der glatte Knopf auf der Vorderseite macht ein Foto und der kleine, rote Knopf startet eine Videoaufnahme. Viel interessanter ist der kleine Joystick auf der Front, mit dem man die Kamera ganz beliebig in jede Richtung steuern kann. Doch auch auf der Rückseite gibt es noch einen weiteren Button: Eine Art Trigger-Knopf, der eine ganz spezielle Funktion erfüllt.

So ein bisschen habe ich mich gefühlt, als würde ich mit einem Joystick bewaffnet Fighter Pilot spielen – nur eben steuerte ich eine Kamera und keinen Militär-Jet. Die Steuerung macht somit extrem viel Spaß und man kann das Sichtfeld der Kamera gezielt und weich dahin platzieren, wo man es hinhaben möchte. Doch was ist, wenn man ein Objekt „im Visier“ behalten möchte? Da kommt der Trigger-Button ins Spiel. Hält man den gedrückt, so behält die DJI Osmo die Richtung so lange bei, bis man loslässt. Das Ergebnis sind extrem schicke Kamerafahrten ganz ohne Dolly oder Slider.

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Der Gimbal

Die gesamte Konstruktion sieht also schon etwas futuristisch aus und ich wurde auf der Straße auch komisch angeguckt – aber das alles ist es wert, wenn man sieht, wie der Kamera-Mechanismus jeden einzelnen Schritt gekonnt schluckt und die Kamera stabil hält. Stellt es euch in etwa vor, wenn ein Huhn die Straße langläuft: Der Hals stabilisiert den Kopf, sodass dieser immer waagerecht in Position bleibt. Verwackler haben da keine Chance mehr, was gleich mehrere Vorteile hat.

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Bei Fotos könnt ihr somit deutlich höhere Belichtungszeiten fahren, was in der Dunkelheit zu rauschärmeren und damit besseren Bilder führt. Bei Videos werden die Aufnahmen flüssiger, weil es bei Bewegungen kein Zittern oder Verwackeln mehr. Doch auch Panorama-Aufnahmen können mit den integrierten Motoren mit nur einem Tastendruck völlig automatisch erfolgen. Einfach den Osmo abstellen, aufs Smartphone klicken und zack fährt die Kamera ein mal im Kreis und schießt ein perfektes Panorama.

Die Kamera: Zenmuse X3

Wer mehr Kontrolle haben möchte, als nur die Richtungen zu bestimmen, der kann in der Kamera-App diverse Einstellungen selber treffen. Die Geschwindigkeit der Drehung, die Smoothness des Abbremsens nach loslassen der Tasten, die Geschwindigkeit der Stabilisierung, der Horizont und noch viel mehr können in der DJI Go App eingestellt werden, was vor allem erfahrenen Videokünstlern richtig Spaß machen wird. Ebenfalls wichtig: Es gibt einen 3,5mm Mikrofoneingang zusätzlich zu dem eingebauten Stereo-Mikrofon.

DJI OSMO Hands On 1

DJI OSMO Hands On 7Doch auch die Zenmuse X3 Kamera hat einiges an Einstellungsmöglichkeiten zu bieten und so lassen sich neben 4K Videos (max. 60Mbps) und 1080p Videos mit bis zu 120fps auch Fotos mit 12 Megapixeln im 4:3 Format schießen. Wer der JPEG Engine nicht vertraut, der kann in den RAW Modus schalten und somit auch im Nachhinein Weißabgleich und Co verändern. Die Qualität war bei unserem Vorserienmodell zumindest bei Fotos noch nicht ganz so gut, wobei wir auch extrem schlechte Lichtverhältnisse bei unserem ersten Test hatten. Die Videos sehen dafür umso besser aus und diese reichen wir so schnell wie möglich nach. Der Sensor stammt übrigens von Sony und hat eine Größe von 1/2.3″. Das Objektiv hat einen 94° Blickwinkel, das entspricht einem 20mm Weitwinkel und bietet eine Blende von f/2.8.

Aufgezeichnet wird übrigens auf eine microSD Karte, wobei die maximale Kapazität mit nur 64GB angegeben wird, was für 4K Videos durchaus knapp werden könnte. Auch ist die DJI Osmo nicht wasserdicht oder spritzwassergeschützt, obwohl sie laut DJI auch für den Außeneinsatz gedacht ist, optional wird beispielsweise eine Fahrradhalterung angeboten. Etwas Sorge bereitet mir auch die Akkulaufzeit, die mit 60min Videoaufnahme angegeben wird, doch das werden wir noch ausführlicher testen müssen.

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DJI Osmo: Fazit

Gimbals für Action-Cams sind nicht komplett neu, doch die integrierte Lösung von DJI profitiert extrem von den Erfahrungen aus dem Drohnen- und Video-Bereich der Shenzhener. Die Steuerung ist präzise und einfach zu erlernen, die Verarbeitung sehr gut und auch die Ergebnisse stimmen. Dafür zahlt man aber auch seinen Preis: Für 749€ ist das DJI Osmo ab dem 15. Oktober inklusive Zenmuse X3 Kamera erhältlich.