Dyson Cyclone V10 Absolute im Test: Teuer, aber leistungsstark!

Vor Kurzem lud Dyson zu einem Presseevent nach Paris ein, um dort ihren neuen Staubsauger mit dem Namen Cyclone V10 zu präsentieren. Im gleichen Atemzug stellten sie den neuen Digital Motor V10 vor, der kleiner und leistungsfähiger ist als die vorigen Motoren in Dysons Staubsaugern. An diesem Herzstück haben Dysons Entwickler fünf Jahre lang getüftelt, und der neue Akkustaubsauger hat den Motor natürlich gleich mit an Bord. Er bietet einige Vorteile: Pro Minute schafft er 125.000 Umdrehungen und ist damit der schnellste bisher entwickelte Motor von Dyson. Außerdem weist er 20 Prozent mehr Saugkraft auf, als sein Vorgänger. Doch wie macht sich der Cyclone V10 in unserem Test?
Pro
  • Kabellos
  • Bequem zu handhaben
  • Leistungsstark
  • Einfacher Entleerungsmechanismus
  • Platzsparende Wandhalterung
  • Viel Zubehör
Kontra
  • Sehr laut
  • Geringe Akkulaufzeit auf höchster Stufe
  • Feinstaub sammelt sich im Behälter
  • Hoher Preis

Verpackung und Design

Für unseren Praxistest haben wir von Dyson das Topmodell zugeschickt bekommen. Den Cyclone V10 gibt es nämlich in drei Varianten, die sich farblich und von der Größe des Lieferumfangs unterscheiden. Unser Testmodell trägt das Wörtchen “absolute” im Namen, daneben gibt es außerdem das “Animal”- und “Motorhead”-Modell.

Die teure Absolute-Reihe bekam ihren Namen, da sie über das Düsen-Komplettpaket verfügt: Mit dabei sind zwei verschiedene, per Motor angetriebene, große Düsen mit Elektrobürsten; eine kleine Bürstendüse, eine Fugendüse, eine Extra-Soft-Bürste und eine Kombi-Zubehördüse. Zum Lieferumfang gehören außerdem ein Ladegerät, die Bedienungsanleitung und eine Wandhalterung, damit der Staubsauger platzsparend untergebracht werden kann.

Der Cyclone V10 unterscheidet sich vor allem auch im Design von seinem Vorgänger. Der Behälter befindet sich nun in einer Linie mit dem Luftstrom. Dadurch wird das Gerät zwar länger, gleichzeitig soll aber die Saugkraft gesteigert werden. Das Kopfteil des Staubsauger ist gewohnt bullig und könnte einem Ghostbusters-Film entsprungen sein. Am Standfuß befindet sich eine LED-Anzeige, die über den Ladestand und eine mögliche Rohrverstopfung informiert.

Das Zubehör

Insgesamt liegen dem Cyclone V10 sechs unterschiedliche Bürsten und Düsen bei. Sie alle unterscheiden sich im jeweiligen Anwendungsgebiet. Die kleine Polsterdüse eignet sich beispielsweise besonders gut fürs Auto oder Polstermöbel. Eine der größeren Düsen ist mit einem weichen Stoff überzogen und soll Hartböden blitzeblank halten. Die Zweite große Elektrobürste verfügt über eine spezielle Walze für Teppiche und die Extra-Soft-Düse schont empfindliche Oberflächen. Damit ist Staub in nahezu jeder Rille, Fuge oder Ecke nicht mehr sicher. Schön ist, dass Dyson die Klick-Verbindungen der Bürsten beibehalten hat und sogar die Düsen des V8 lassen sich auf den V10 anstecken.

Die mitgelieferte Wandhalterung sieht auf den ersten Blick ein wenig klapprig aus, da sie komplett aus Plastik besteht. Sie tut aber, was sie soll. Das Ladekabel kann in die Wandhalterung eingefädelt werden, sodass der Anschluss am Ende hervorlugt. Leider hat es Dyson nicht geschafft, die Wandhalterung mit Ladekontakten auszustatten, was wesentlich schöner geworden wäre. Nun kann der Staubsauger aber bequem eingehängt und gleichzeitig über das Kabel geladen werden. Eine 100 Prozent Ladung dauert ungefähr 3,5 Stunden. Die Wandhalterung hat jedoch nicht nur Platz, den Staubsauger zu tragen, sie bietet noch zwei Steckverbindungen, um auch Düsen an ihr zu befestigen. Schönes Design, gefällt mir gut!

Die Technik

Aufmerksamen Lesern mag es sicherlich schon aufgefallen sein: Der Cyclone V10 ist komplett kabellos. Mit dieser Generation verabschiedet sich das Unternehmen nun endgültig von den Kabel-gebundenen Modellen. Sie sollen zwar noch vertrieben, aber nicht mehr weiterentwickelt werden.

Das Gerät hat die Maße 250 x 1249 x 256 Millimeter und ist damit ein wenig länger, als sein Vorgänger. Das Verlängerungsrohr ist nicht höhenverstellbar. Mit meinen 180 Zentimetern Körpergröße hatte ich jedoch kein Problem, den Staubsauger zu führen. Auf den ersten Blick mag das Gerät mit seinen 2,68 Kilogramm schwer in der Hand liegen. Dieses Gefühl verfliegt jedoch sehr schnell beim Saubermachen. Im Vergleich zum V8 sind auch nur 50 Gramm dazugekommen.

Da der Behälter an einer neuen Position sitzt, bekam er auch prompt einen anderen Entleerungsmechanismus verpasst. Per Schieberegler öffnet man die Klappe und kann den ganzen Dreck einfach über dem Mülleimer entleeren. Das Behältervolumen wurde um 0,21 Liter auf 0,76 Liter erhöht, was ein Wachstum von ungefähr 40 Prozent ausmacht. Auch das Filtersystem wurde verändert, sodass es nun 99,97% der Allergene bis zu 0,3 Mikron auffangen und saubere Luft ausblasen soll. Der HEPA-Filter kann am lilafarbenen Ende herausgedreht und mit Wasser abgespült werden. Er ist dann nach 24 Stunden wieder einsatzbereit.

Auf die Saugleistung hat Dyson noch einmal 30 Prozent draufgepackt, sodass der V10 mit 150 AirWatt brummt. Der V8 arbeitete nur mit 115 AW. Diese Zahlen stellen nur die Leistung an der direkten Saugöffnung dar und nicht an der Bodendüse. Natürlich könnt ihr beim Dyson V10 auch zwischen drei unterschiedlichen Modi wählen, die sich sowohl in ihrer Saugleistung, ihrer Lautstärke und auch im Akkuverbrauch unterscheiden.

Der Praxistest

Der Cyclone V10 ist bequem zu handhaben – er ist ausbalanciert, nicht zu schwer und einfach zu bedienen. Um groben Dreck wegzusaugen, kommt ihr mit den zwei größten Bürsten am besten hin. Die Soft-Walze eignet sich besonders gut für Parkett und Laminat-Böden. Ihr “Fell” besteht in Wirklichkeit aus weichen Nylonfasern, die groben Schmutz umschließen und bis zum Rohr transportieren.

Der Vorteil macht sich schnell bei Schmutz deutlich, der nicht nur auf dem Boden liegt, sondern vielleicht sogar ein bisschen festklebt. Das wuschelige Design der Soft-Walze “wischt” nämlich auch ein bisschen, sodass dieser Dreck ebenfalls mitgenommen wird. Für den alltäglichen Gebrauch reicht diese Bürste vollkommen aus.

Besitzt ihr jedoch einen hochflorigen Teppich, sollte die Elektrobürste mit Direktantrieb zum Einsatz kommen. In ihr verbirgt sich ein weiterer kleiner Motor, der die Plastikbürste mit Borsten antreibt. Die Borsten greifen durch die Rotation richtig schön in den Teppich und holen sogar feinen Sand wieder an die Oberfläche. Allerdings saugt sie sich nicht am Teppich fest. Die kleine Polsterdüse, die ebenfalls im Lieferumfang enthalten ist, stellt quasi die Miniaturversion der Elektrobürste dar. Sie besitzt auch einen Motor und soll sich vor allen Dingen für den Einsatz auf Polstermöbeln oder im Auto eignen.

Die anderen drei Düsen sind für kleinere Ecken und Kanten gedacht. Insgesamt verrichtet der Dyson Cyclone V10 seine Arbeit sehr gut und zuverlässig. Der Endgegner für alle Teststaubsauger ist mein Hasenkäfig. Meine Kaninchen betten sich auf Stroh und das kann auch mal aus dem Käfig fallen. Bisher schaffte es nur mein Miele Duoflex 2000, das Stroh restlos aufzufressen. Mit der richtigen Düse und der maximalsten Einstellung, schafft es aber auch der Cyclone V10. Am besten hat es tatsächlich mit der Kombi-Zubehördüse funktioniert, die man über einen Knopf ausziehen kann. 

Dyson gibt 60 Minuten als maximale Laufzeit auf der niedrigsten der drei Stufen an. Im Praxistest stellte sich heraus, dass der Akku nicht ganz so lange hält wie gedacht. Auf der maximalsten Stufe hält der Staubsauger nur 7-8 Minuten durch. In der sparsamsten Einstellung konnte ich meinen Boden 40-45 Minuten lang saugen. Das reicht für mich vollkommen aus. Zwischendurch muss man auch immer mal wieder einen Stopp über dem Mülleimer einlegen, denn der Behälter ist mit 0,76 Litern Fassungsvermögen zwar groß, aber nicht zu vergleichen mit klassischen Staubsaugern.

Ein weiterer Punkt ist der veränderte Entleerungsmechanismus. Drückt man einen Hebel nach vorne, bewegt sich der gesamte Behälter in diese Richtung und öffnet seine Klappe. Im Inneren schiebt eine Gummilippe den Dreck nach außen. Dieser Mechanismus funktioniert ein bisschen schwerfällig. Durch einen weiteren Knopf kann der Behälter ganz abgenommen werden, um ihn beispielsweise auszuwaschen. Das funktioniert gut, leider bleibt aber auch nach einer Dusche Feinstaub in den Gummibeschichtungen hängen.

Der Cyclone V10 gleitet schön über den Boden. Die Bürsten und Düsen sind schnell ausgewechselt und machen, wozu sie designt wurden. Es macht fast schon Spaß, sauber zu machen. Besonders erfreut habe ich mich an dem Sound, den der Staubsauger beim Ausgehen macht. Es klingt fast wie eine Sprungfeder oder ein Gurgeln. Ob das von Dysons Designern so gewollt ist, ist eine andere Frage. Dennoch finde ich, dass es dem Gerät einen gewissen Charakter gibt.

Die Schwächen des Vorgängers hat Dyson erkannt und hiermit weitestgehend behoben. Allerdings wurde das Rad hier nicht neu erfunden, sodass der Sprung von V8 zu V10 nicht allzu groß ist. Besitzer des Vorgängermodells können also getrost auf die nächste Generation warten.

Preis und Verfügbarkeit

Solch ein Geschoss hat natürlich auch seinen Preis: Die teuerste Absolute-Version kostet üppige 669 Euro (UVP). Die anderen Modelle liegen mit 619 Euro (Animal) und 569 Euro (Motorhead) knapp darunter.

Bewertung
Design / 8.5
Performance / 9
Akkulaufzeit / 7.5
Preis / 7
Alltagsnutzen / 8
Komfort / 8.5
Lieferumfang / 8.5
Lautstärke / 7
Dyson Cyclone V10 Absolute

Der Dyson Cyclone V10 in der Absolute-Variante ist ein echtes Flaggschiff und überzeugt mit seiner tollen Saugleistung. Auch das Design des Gerätes ist durchdacht und die Stärken des Vorgänger-Modells werden bei dem V10 wieder aufgenommen. Der große Lieferumfang und der einfach zu bedienende Entleerungsmechanismus, runden das Gesamtpaket des Staubsaugers schön ab. Leider muss der Cyclone V10 immer noch per Kabel aufgeladen werden, anstatt Ladekontakte zu verwenden. Zudem ist er auf der maximalsten Stufe sehr laut und der Akku entleert sich hier auch recht schnell. Bei längerem Saugen kann das konstante Drücken des Startknopfes in die Fingerknöchel gehen.

Der Preis des Gerätes ist happig und eignet sich demnach nur für Leute, die Wert auf Spitzenqualität von Dyson legen.

8.0
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