Dicke Luft war gestern: Der Dyson Pure Cool im Langzeittest

Die extravagante Optik catcht einen sofort. Eins steht fest: Der Dyson Pure Cool ist ein echter Hingucker und er ist noch dazu ziemlich intelligent. Der Produktname ist ein Wortspiel und bedeutet so viel wie "reine und kühle Luft". Hinter dem lochartigen Design verbirgt sich tatsächlich ein Ventilator mit Luftreinigungsfunktion und das wird heutzutage immer wichtiger.
Pro
  • Einzigartiges Design
  • Zuverlässig Performance
  • App-Anbindung
  • Smart Home Integration
  • Durchdachtes Design
Kontra
  • Höchste Lüfterstufe ist lauter als gedacht
  • Hoher Preis
  • Teure Filtereinheiten

Jährlich sterben etwa sieben Millionen Menschen durch verpestete Luft. In kürzlichen Bericht der Weltgesundheitsorganisation wird aufgezeigt, dass giftige Partikel wie Sulfat, Nitrat und Ruß zu vielen Todesfällen beitragen. Unter freiem Himmel wird schlechte Luft vor allem durch Industrie- und Verkehrsabgase, Abfallverbrennung und Staub verursacht. Doch auch die Luft in Räumen ist nicht gerade sauber. Schadstoffe wie Schimmel, Feinstaub oder Gase sind auch hier alltäglich. Man führe sich einfach nur vor Augen, dass wir das alles einatmen und sich die Partikel in unserer Lunge absetzen. Da wird einem ganz schön mulmig zumute, was?

Im Gegensatz zu der Verpestung im Freien, kann man in Wohnräumen für saubere Luft sorgen. Das verspricht zumindest Dyson und stellte vor ein paar Wochen den verbesserten Pure Cool vor. Genau wie bei den Vorgängermodellen, gibt es das Produkt als rundes Tischgerät sowie in längsovaler Form als Bodenmodell. Doch hält er wirklich, was er verspricht? Wir haben den Dyson Pure Cool durch unseren Langzeittest gejagt.

Dyson Pure Cool Design

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue Generation nicht wirklich von dem Vorgängermodell, doch der Teufel steckt bekanntlich im Detail. Von Dyson haben wir hier das größte Gerät mit ovalem Ausschnitt zur Verfügung gestellt bekommen, die das Portemonnaie um knappe 600 Euro UVP erleichtert. Wer lieber zur Tischvariante greift, muss trotzdem rund 550 Euro UVP hinblättern.

Als der Dyson Pure Cool bei mir ankommt, staune ich nicht schlecht. Das Paket ist riesig! Klar, da will ja auch ein ganzer länglicher Standventilator samt Zubehör reinpassen. Im Lieferumfang sind neben dem Produkt selbst vier Filter, eine Fernbedienung, ein Stromkabel sowie eine Bedienungsanleitung enthalten. Der Aufbau gestaltet sich auch recht einfach. Die schwarz-blauen Filterhälften steckt man durch einen Klickmechanismus zusammen – dabei handelt es sich im Übrigen um einen Aktivkohlefilter zum Entfernen von Gasen wie Formaldehyd, Benzol und Stickstoffdioxid aus der Luft.

Darüber kommt das Gehäuse samt eingebautem HEPA-Filter, der mit seinen 9 Meter langen und gefalteten Mikrofasern aus Borosilikatglas, etwa 99,95 % der mikroskopisch kleinen Allergene und Schadstoffe von einer Größe bis zu 0,1 Mikron aus der Luft filtert. Diese beiden Hälften werden auch ganz einfach zusammengeklippt und lassen sich durch einen äußeren Knopf leicht wieder öffnen. Die Lebensdauer der Filter wurde außerdem erhöht und allein das Vorgängermodell wurde mit 4.000 Stunden ausgeschrieben.

Die obere Hälfte des Sockels wird von einem kleinen runden LCD-Display geziert, dass den aktuellen Betriebsmodus und die Luftqualität in Echtzeit anzeigt. Dieses war beim Vorgängermodell noch nicht vorhanden. Schön ist, dass sich die Helligkeit des Bildschirms auch sehr schnell an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpasst. Über der Filtereinheit erhebt sich dann der länglich-ovale Ventilator der auch in der Mitte geteilt wirkt und an den Rändern kleine Schlitze aufweist. Oben drauf ist ein Magnet eingebaut, der die Fernbedienung wunderbar anzieht, sodass sie nicht herunterfällt und trotzdem einen Ablageplatz hat. Insgesamt kann sich der Ventilator locker um 350-Grad drehen.

Dyson Pure Cool Technik

Die doppelte Filtereinheit im Sockel wurde, im Vergleich zum Vorgänger, noch einmal verbessert. Der Glas-HEPA-Filter enthält doppelt so viele Mikrofasern und kann Partikel dadurch besser einfangen. Auch der Aktivkohlefilter soll, laut Dyson, dreimal so viele Gase, Gerüche und flüchtige organische Verbindungen aus der Luft saugen.

Schadstoffe, wie Pollen, Allergene, Bakterien, Schimmelpilzsporen, Industrieabgase, ultrafeine Partikel, Formaldehyd, Treibhausgase, Benzol und Stickstoffdioxid erkennt der Dyson Pure Cool durch drei Sensoren, die die Raumluft kontinuierlich überwachen. Der Feinstaub-Sensor ist mit einer Laser-Messungsmethode ausgestattet, der Gas-Sensor erkennt flüchtige organische Verbindungen sowie oxidierende Gase und der Luftfeuchtigkeits- und Temperatur-Sensor überwacht permanent die relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur innerhalb des Raumes.

Dyson hat für die Luftsäuberung die sogenannte „Air Multiplier“-Technologie verbaut, die 290 Liter gesäuberte Luft pro Sekunde im ganzen Raum verteilt. Dabei macht man sich die 350-Grad-Drehung des Ventilators zunutze, sodass die Luft mit ihren Schadstoffen nicht nur aufgewirbelt, sondern komplett von ihnen befreit wird. Dazu hat Dyson dem Pure Cool die Fähigkeit für zwei Luftstrom-Modi gegeben, die auch gleich die nächste große Neuerung darstellen.

Wie beim Design beschrieben, wird das ovale Gehäuse des Ventilators von einem kleinen Luftauslass geziert, der rings um den Tower läuft. Der Nutzer kann nun entscheiden, ob er einen direkten Luftzug haben möchte, der nach vorne ausgeblasen wird oder einen indirekten Luftstrom, der in einem Winkel von 45 Grad durch die Rückseite des Gerätes abgeleitet wird.

Das verbraucht weniger Energie und soll, nach Angaben des Herstellers, leiser sein, weil die Öffnung breiter ist. Das ist jedoch nur bei den höchsten Ventilatorstufen der Fall. Die effiziente Luftreinigung bleibt dennoch bestehen, nur eben ohne einen „Luftzug“. Das Umschalten zwischen beiden Modi zieht ein leises Klacken nach sich – im Inneren des Gehäuses bewegt sich etwas. Denn dort sitzt ein Schrittmotor, der ein Luftleitblech nach vorne und hinten schiebt, um entweder den einen oder anderen Luftschlitz zu verschließen bzw. zu öffnen.

Über die kleine gewölbte Fernbedienung kann man die verschiedenen Lüfterstufen oder den Auto-Modus einstellen, aktuelle Infos zur Luftqualität abrufen, den Luftstrom-Modus umschalten, den Nachtmodus einschalten oder den Grad der Drehbewegung (Aus, 45, 90, 180 und 350 Grad) bestimmen. Über die dazugehörige Dyson-App, mit der viele andere Geräte des Herstellers genauso gesteuert werden können, hat man sogar noch mehr Optionen.

Dyson Pure Cool App

Ein Grund, weshalb ich den Dyson Pure Cool so lange im Test hatte, war unteranderem die App. Die hat in den letzten Wochen einige Anpassungen durchlaufen und gefällt mir nun besser als zuvor. Zwar erhält man auch schnell alle Infos zur Luftqualität, wenn man sich mit der Fernbedienung durch das Display klickt – die App verrät aber einiges mehr, um was für feine Partikel es sich in der Luft handelt und wie bedrohlich die Verschmutzung ist.

Die Startseite ist ein farbwechselndes Haus mit dem Standort des Gerätes drum herum. Dank WiFi Integration bekommt die App also auch aktuelle Verschmutzungsdaten für die Außenwelt zugespielt, die, wie ich finde, erschreckend sind. Auch, wenn es um mich herum anscheinend nur Staub und Dreck regnet, ist mein Zuhause die meiste Zeit grün gestrichen. Das bedeutet reeeeeine Luft! Die Luft ist hier so rein! (Genug Anspielungen zu „Schuh des Manitu“? Okay, weiter im Text!)

Über das kleine Fragezeichen, neben dem Luftstatus, gelangt man zu einer Erklärungsseite, auf der die einzelnen Schadstoff-Abkürzungen und Symbole näher beleuchtet werden. Ich hätte mir hier noch eine Übersicht gewünscht, was die unterschiedlichen Schadstoffe für die Gesundheit bedeuten. Über die App kann ich auch die genaue Lebensdauer der Filter ablesen und die hält, je nach Belastung, etwa ein Jahr durch. Wer eine neue Filtereinheit braucht, kann diese für ungefähr 75 Euro im Dyson-Shop bestellen.

In der linken unteren Ecke befindet sich ein kleines Fernbedienungssymbol, das im Prinzip alle Funktionen beinhaltet, die man auch über die Fernbedienung einstellen kann. Jedoch bietet die App auch die Möglichkeit den Drehbereich des Ventilators punktgenau einzustellen. Das finde ich super praktisch, denn so kann ich den Luftstrom beispielsweise genau auf mich richten, wenn ich am Schreibtisch arbeite.

Auch ein Zeitplan lässt sich individuell erstellen, sodass ich für jeden Tag und für jede Uhrzeit ein passendes Programm konfigurieren kann. Es lässt sich auch ein Timer einstellen, wenn ich beispielsweise nur schnell mal durchlüften will. Zusätzlich zur App steht auch eine Anbindung an Amazons Sprachassistentin Alexa zur Verfügung. Wer einen Amazon Echo zuhause stehen hat, kann mit ihm diverse Befehle ausführen und Informationen zu dem Pure Cool abrufen. Wie gut das funktioniert, konnte ich leider nicht testen, denn ich besitze nur einen Google Home. Hier würde ich mir ebenfalls eine Unterstützung wünschen.

Dyson Pure Cool – Das Non-Plus-Ultra?

In meinem Test hat sich der Dyson Pure Cool durchweg gut geschlagen. Die meiste Zeit steht er in meinem Wohnzimmer, da er mit seinen fünf Kilogramm etwas zu schwer ist, um ihn jedes Mal von Raum zu Raum zu tragen. Dennoch habe ich das Gerät unter den unterschiedlichsten Bedingungen getestet.

Als er in meiner Küche stand und ich heftig am Braten war, sprang er sofort auf die höchste Lüfterstufe an. Meine Kochkünste lassen aber auch zu wünschen übrig und so lag mein armer Ventilator mir auch mit einem anhaltenden Röhren in den Ohren. Ich ließ den Pure Cool noch eine Weile in der Küche stehen, verschloss Türen und Fenster, sodass er die Luftreinigungsarbeit komplett alleine durchziehen musste. Das hat auch gut funktioniert, innerhalb einer Stunde hatte er meine etwa 6 Quadratmeter große Küche von allen schädlichen Stoffen gesäubert.

In meinem Badezimmer verhielt es sich ähnlich. Nach dem Duschen liegen hier zwar keine Schadstoffe in der Luft, die Luftfeuchtigkeit steigt trotzdem rasant an. Auch das ist kein Problem für den Dyson Pure Cool. Nach einer Weile hatte der Ventilator die Luft so gut zirkulieren lassen, dass die Feuchtigkeit wieder auf einem normalen Level war. Wer also ein fensterloses Bad hat, kann sich den Pure Cool auch gut neben die Dusche stellen – er kümmert sich um den Luftabzug.

Ich hatte das Gerät auch eine Weile in meinem Schlafzimmer stehen, um zu testen, ob ich mit sauberer Luft auch besser schlafe. Eigentlich habe ich keine Probleme mit Pollen oder ähnlichem. Ich habe lediglich eine leichte Staub- und Katzenhaarallergie, bildete mir bei meinem Test allerdings ein, wirklich erholsamer geschlafen zu haben. Der sogenannte Nachtmodus des Ventilators ist übrigens auch sehr leise. In diesem schaltet das Gerät auf eine minimale Lautstärke herunter, verrichtet seine Arbeit aber immer noch, nur langsamer und leiser.

Interessant war es,zu sehen, dass der Pure Cool Schadstoffe auch aus weiter Entfernung „riecht“. Kleistere ich mir im Badezimmer die Haare voller Haarspray, springt das Gerät zwei Zimmer weiter auch sofort an. Beeindruckend! Das kleine LCD-Display zeigt dabei mit einem farbenfrohen Graphen an, wie es um die Sauberkeit der Luft bestellt ist.

Dyson Pure Cool Preis und Verfügbarkeit

Aktuell gibt es die größere Variante des Dyson Pure Cool für knappe 570 Euro auf der Webseite des Herstellers zu kaufen. Die Tischvariante kostet dort 545 Euro.

Bewertung
Design / 10
Performance / 9.5
Preis / 7.5
Bequemlichkeit / 9.5
Effizienz / 9.5
Alltagsnutzen / 9.5
Komfort / 9.5
Installation / 9
Funktionsumfang / 9
Bedienung / 9.5
Lautstärke / 8.5
Verarbeitung / 10
Dyson Pure Cool

Der Dyson Pure Cool überzeugt nicht nur durch sein einzigartiges Design sondern auch durch seine tolle und zuverlässige Performance. Sowohl die zahlreichen Funktionen und als auch die Steuerung können beim neuen Pure Cool auf ganzer Linie überzeugen. Die Kombination aus Luftreiniger und Ventilator ist Dyson gelungen und mir gefallen die verschiedenen Einstellungsoptionen in der App. Die Anwendung ist ebenfalls durchdacht aufgebaut und lässt nur hier und da Wünsche für Verbesserungen offen. Auch die Möglichkeit den Ventilator in das Smart Home zu integrieren, gefällt mir.

Punktabzug gibt es für den relativ hohen Preis, der auch bei neuen Filtereinheiten anfällt. Auf der höchsten Lüfterstufe ist das Gerät außerdem ein bisschen laut, was aber nur bei andauernder starker Reinigung auffällt oder, wenn man nebenbei beispielsweise einen Film schaut.

Insgesamt ist der Dyson Pure Cool aber ein tolles Smart Home Gerät, dass ich vor allem Leuten empfehlen würde, die mit Allergien zu kämpfen haben. Der Ventilator hat es in sich und ist sein Geld wert, wenn man es denn ausgeben möchte.

9.3
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