Fahreindruck Opel Grandland X Hybrid 4 – ein blaues Licht geht an

Wir testen den ersten Hybrid Komapkt-SUV von Opel auf einer ersten Ausfahrt durch den Schwarzwald. Da er zum ersten mal auch über einen Allrad verfügt, mussten wir diesen natürlich auch auf unbefestigten Wegen testen. In Erinnerung bleibt er uns vor allem wegen eines blauen Lichtes.

von Mark Kreuzer am 31. Januar 2020

Mit dem Opel Opel Grandland X Hybrid 4 stellt Opel den ersten Hybrid in der beliebten Kompakt-SUV Klasse vor. Vorgestellt und bestellbar war der Hybrid Opel bereits im letzten Jahr und seit letzter Woche wird er nun auch ausgeliefert. Wir haben auf Einladung von Opel die Gelegenheit genutzt, den Opel Grandland X Hybrid 4 im Schwarzwald Probe zu fahren.

Ein kleines Feature hat mir bei der Probefahrt besonders gut gefallen und zeigt zumindest mir, dass man bei Opel versucht, Elektromobilität weiterzudenken und neue Konventionen zu schaffen.

Technische Daten Opel Grandland X Hybrid 4

Man ist beim Thema PHEV immer ein wenig versucht zu denken, „kennt man einen Hybrid, kennt man alle“. Ganz so einfach ist die Thematik aber dann doch nicht. Bevor ich darauf weiter eingehe, habe ich im Folgenden erst mal die wichtigsten technischen Daten für euch.

  • Plug-in-Hybrid 1.6 Direct Injection Turbobenziner und zwei Elektromotoren mit Achtstufen-Automatik und elektrischem Allradantrieb;
  • Systemleistung bis zu 221 kW/300 PS;
  • WLTP-zertifizierter 1,6-Liter-Turbobenzin-Direkteinspritzer mit 147 kW/200 PS;
    elektrische Einheit mit zwei Elektromotoren (Front: 81 kW/110 PS; Heck: 83 kW/113 PS)
  • 13,2 kWh-Lithium-Ionen-Batterie
  • Rein elektrische Reichweite bis zu 59 Kilometer gemäß WLTP (NEFZ : 67-69 km)
  • Höchstgeschwindigkeit: 235 km/h (135 km/h rein elektrisch)
  • Beschleunigung: in 6,1 Sekunden von null auf 100 km/h
  • Vier Fahrmodi: Elektro, Hybrid, Allrad und Sport plus „e-Save“-Funktion
  • Effizienzsteigerung dank regenerativem Bremssystem
  • Kraftstoffverbrauch gemäß WLTP1 1,4-1,3 l/100 km, 32-29 g/km CO2
    (NEFZ2: 1,6-1,5 l/100 km, 36-34 g/km CO2; jeweils gewichtet, kombiniert)
  • Laden über serienmäßigen 3,7 kW-On-Board-Charger (optional auch mit 7,4 kW)Akku lädt via einphasigem 7,4 kW-On-Board-Charger und Mode-3-Ladekabel je nach Ladestation in rund zwei Stunden vollständig auf
  • Batterie platzsparend unter den Rücksitzen untergebracht

Ich gebe zu, auf den ersten Blick reiht sich der Opel mit den technischen Daten in die lange Reihe von Hybrid-Fahrzeugen ein.

Fahrbericht Opel Grandland X Hybrid 4

Von außen sieht man dem Grandland X Hybrid 4 seine elektrischen Fähigkeiten nicht an. Nimmt man auf dem Fahrersitz Platz, fällt einem allerdings sofort der Tacho auf, der anstatt eines Drehzahlmessers eine Power / Charge-Anzeige hat.

Ist die Batterie nicht leer, startet der Grandland Hybrid grundsätzlich im Elektromodus. Die Fahrt im rein elektrischen Modus ist wie man es von Elektroantrieben gewohnt ist, ruhig und aufgeregt.

Wie bei eigentlich allen Hybrid- und Elektroautos zurzeit ist die Reichweite nach WLTP eher eine Kenngröße zur Vergleichbarkeit von Autos als eine tatsächliche Reichweite. Natürlich reichen zwei Tage Testfahrt nicht aus, ein abschließendes Urteil zu der elektrischen Reichweite zu treffen. Meinem ersten Eindruck nach ist der Opel Grandland Hybrid auch keine Ausnahme zu meiner eigenen Faustformel, die besagt dass die tatsächliche Reichweite u~66% vom WLTP-Wert beträgt. Damit kommt der Opel Grandland X Hybrid 4 auf eine rein elektrische Reichweite von knapp 40 km.

Natürlich ist es eher selten, dass man ein Hybrid-Fahrzeug nur im rein elektrischen Modus bewegt. Der Grandland X Hybrid 4 bietet vier unterschiedliche Fahrmodi an.

  • Hybrid-Modus: Hier fährt das Auto stets mit dem effizientesten Antrieb. Je nach Fahrbedingungen und Fahrstil arbeiten Verbrennungs- und Elektromotoren zusammen oder abwechselnd, dies geschieht bei dem Hybrid-SUV automatisch.
  • Elektro: Im Elektro-Modus wird der Grandland X Hybrid4 rein elektrisch angetrieben. Im Regelfall geschieht dies über den E-Motor an der Hinterachse. Wird mehr Leistung verlangt, schaltet sich der Front-Elektromotor zu. So läuft das SUV mit Null-Emissionen – perfekt für den Stadtverkehr. Drückt der Fahrer das Gaspedal für einen plötzlichen Leistungsanstieg beispielsweise beim Durchstarten durch, schaltet sich zusätzlich vorübergehend der Verbrennungsmotor zu. Die Höchstgeschwindigkeit bei rein elektrischer Antriebsweise liegt bei 135 km/h.
  • Allrad: Im Allrad-Modus wird der Grandland X Hybrid4 von Vorder- und Hinterrädern angetrieben. Das garantiert beste Traktion auf jedem Untergrund. Im Allrad-Modus sind bis zu 135 km/h möglich.
  • Sport: Für einen besonders dynamischen Fahrstil kombiniert der Sport-Modus die Leistung von Verbrennungs- und Elektromotor. Die Systemleistung ist die Höchstleistung des Verbrennungsmotors plus die Leistung des Elektromotors zu einem bestimmten Zeitpunkt. So bietet der Grandland X Hybrid4 mit seinem 147 kW/200 PS starken Verbrenner, den beiden Elektromotoren (Front: 81 kW/110 PS, Heck: 83 kW/113 PS) und der Batterie mit einer Leistung von 90 kW eine Systemleistung von 221 kW/300 PS.

Besonders im Sport-Modus ist der Grandland X Hybrid 4 überraschend agil. Das Zusammenspiel zwischen Elektro und Verbrenner ist nahtlos und das sofort verfügbare, volle Drehmoment der Elektromotoren schließt das Turboloch des 1,6 l großen Turbobenziner. Als Kompakt-SUV ist Sportlichkeit natürlich nicht eins der Hauptattribute des Grandland. Aber das gut abgestimmte Zusammenspiel von Elektro- und Verbrennmotoren macht sich auch im Hybrid-Modus bemerkbar. Das Anspringen des Verbrennungsmotor ist kaum zu merken und dadurch sehr Komfortabel.

Erster Eindruck Opel Grandland X Hybrid 4

Die Pressekonferenz von Opel hat mit den Worten gestartet: „Opel wird elektrisch“. Bis 2024 sollen alle Opel-Modelle eine elektrifizierte Variante bekommen. Es ist verständlich, dass Opel jetzt damit anfängt, die Modelle zu elektrifizieren, die die größte Relevanz und Wachstumszahlen zurzeit haben und dazu gehört halt im Moment die Klasse der SUV-Fahrzeuge.

Die Reichweite in Kombination mit der Möglichkeit, sich per eSave-Taste 10% oder 20% Batterieleistung zu sparen, ermöglicht es im Alltag in den Verkehrsbereichen wo es drauf ankommt zum Beispiel in der Innenstadt lokal emissionsfrei zu fahren. Das macht den Hybrid zu einer guten Wahl für Pendler — besonders sinnvoll, wenn die Möglichkeit besteht, den Wagen zu Hause und/oder bei der Arbeit zu laden. Damit lassen sich die meisten Alltagsfahrten rein elektrisch bewältigen. Da Strom deutlich günstiger als Benzin ist und der Grandland X Hybrid zusätzlich noch die Möglichkeit bietet, bei der Versteuerung zu sparen und sich auch für staatliche Förderprämien qualifiziert, halte ich persönlich die Hybrid-Variante für die bessere Wahl anstelle eines reinen Verbrenners für die meisten Autofahrer mit „normalen“ Bewegungsprofilen.

Der Grandland X Hybrid 4 ist ein solides Fahrzeug, die Zugehörigkeit zum PSA-Konzern lässt sich an diversen Innenraumelementen erkennen. Von dem Fahr-Event nehme ich persönlich einen guten ersten Eindruck mit. Der Hybrid-Antrieb sorgt für einen überraschend flotten Vortrieb, den ich so nicht erwartet habe.

Dank des Hybridantriebs verfügt der Kompakt-SUV zum ersten mal über Allrad. Natürlich ist er nicht primär als Offroad-Fahrzeug gedacht, aber bei schwierigen Straßen-Bedingungen ist Allradantrieb natürlich eine feine Sache. Um das ganze etwas zu verdeutlichen — und natürlich auf keinen Fall weil es unglaublich viel Spaß gemacht hat — habe ich den Grandland X Hybrid 4 an einer großen schlammigen Baustelle auf den Allradantrieb entsprechend getestet.

Ein Detail wird mir besonders in Erinnerung bleiben: die blaue LED im Spiegel. Diese leuchtet nur, wenn man sich rein elektrisch bewegt und signalisiert so der Umwelt, dass der Wagen keine Emissionen ausstößt. Gedacht ist dieses Detail vor allem, um die Verkehrsüberwachung in Zero-Emission-Bereichen zu erleichtern. Tatsächlich hat es daneben aber noch einen deutlich anderen Effekt: Durch die LED wird Elektromobilität im Alltag noch sichtbarer. Ich würde mir wünschen, dass andere Hersteller diese Technik übernehmen und implementieren. Meiner Meinung nach verstärkt das den positiven Effekt von Elektroautos im Stadtbild, denn so werden sie zum ersten leicht und für jedermann sichtbar.