Google Pixel 2 XL im Hands on: Erste Eindrücke vom neuen Kamera-König

Heute wurden das Google Pixel 2 und das Pixel 2 XL vorgestellt, zwei Premium-Smartphones, die mit Spitzen-Kameras und einer gehörigen Portion KI punkten wollen. Wir haben ein erstes Hands on für euch.

War noch irgendeiner überrascht? Nein, natürlich nicht: Google hat heute das Pixel 2 vorgestellt und dessen großen Bruder, das Pixel 2 XL. Die Specs, das Design — alles entspricht im Wesentlichen dem, was zuvor geleakt wurde. Wir sehen also Smartphones mit einem 5 Zoll großen bzw. einem 6 Zoll großen Display, beide sind mit einem Snapdragon 835 und 4 GB RAM ausgestattet, zudem gibt es wahlweise 64 oder 128 GB internen Speicher. Günstig wird der Spaß jedoch nicht: Das Pixel 2 ist ab 799 Euro zu haben, für das Pixel 2 XL geht es bei 939 Euro los.

Nimmt man lediglich die technischen Daten, dann würde man vermuten, dass Google sich mit diesen Preisen schwer tun wird auf einem Markt, auf dem Samsung und Apple gerade absolute Spitzen-Smartphones am Start hat und auf dem auch Huawei in Bälde nochmal nachlegen wird mit dem Mate 10 Pro. Dessen ist man sich bei Google scheinbar bewusst und setzt nun auf AI First statt auf Mobile First. Die künstliche Intelligenz soll es also richten.

Das spielt nicht nur, aber eben auch bei den Fotos eine entscheidende Rolle und generell ist die Kamera das Prunkstück des Smartphones, wenn man nach der eben zu Ende gegangenen Präsentation geht. Dort konnte Google nämlich mit Stolz verkünden, dass sie laut DxOMark-Test sage und schreibe 98 Punkte abräumen konnten. Zum Vergleich: Erst vor wenigen Tagen hat das Apple iPhone 8 Plus mit 94 einen neuen Benchmark gesetzt.

Beim Portrait-Modus wies man darauf hin, dass man – vorne wie hinten – die derzeit so beliebten Fotos mit Bokeh-Effekt software-seitig in hoher Qualität realisiert bekommt und daher eben keine Dual-Cam benötigt.

Technische Daten

Pixel 2Pixel 2 XL
Display5 Zoll, FHD (1920 x 1080) AMOLED bei 441 ppi, geschützt durch Gorilla Glass 56 Zoll, QHD+ (2880 x 1440) pOLED-Display bei 538 ppi, geschützt durch Gorilla Glass 5
ProzessorQualcomm Snapdragon 835, 64-Bit-Achtkernprozessor mit 2,35 GHz und 1,9 GHzQualcomm Snapdragon 835, 64-Bit-Achtkernprozessor mit 2,35 GHz und 1,9 GHz
Arbeitsspeicher4 GB LPDDR4x RAM4 GB LPDDR4x RAM
Speicher64 bzw. 128 GB64 bzw. 128 GB
Android-VersionAndroid 8.0 OreoAndroid 8.0 Oreo
Kamera hinten
  • 12,2 MP
  • 1,4 μm
  • Autofokus mit Laser und Dual-Pixel-Phasenerkennung
  • Optische und elektronische Bildstabilisierung
  • Blende: f/1.8
  • Video: 120 fps bis 1080p, 30 fps bei 4K
  • 12,2 MP
  • 1,4 μm
  • Autofokus mit Laser und Dual-Pixel-Phasenerkennung
  • Optische und elektronische Bildstabilisierung
  • Blende: f/1.8
  • Video: 120 fps bis 1080p, 30 fps bei 4K
Kamera vorne
  • 8 MP
  • 1,4 μm
  • Blende: f/2.4
  • Fixfokus
  • 8 MP
  • 1,4 μm
  • Blende: f/2.4
  • Fixfokus
Akku
  • 2.770-mAh-Akku
  • Bis zu 7 Stunden Nutzung nach nur 15 Minuten Ladezeit
  • 3.520-mAh-Akku
  • Bis zu 7 Stunden Nutzung nach nur 15 Minuten Ladezeit
KonnektivitätWLAN 2,4 G + 5 GHz 802.11 a/b/g/n/ac 2 x 2 MIMO, Bluetooth 5.0 + LE, NFC, eSIM, GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo WLAN 2,4 G + 5 GHz 802.11 a/b/g/n/ac 2 x 2 MIMO, Bluetooth 5.0 + LE, NFC, eSIM, GPS, GLONASS, BeiDou, Galileo
USBUSB Type-C (USB 3.1)USB Type-C (USB 3.1)
Maße145,7 x 69.7 x 7,8 mm157,9 x 76,7 x 7,9 mm
Gewicht143 Gramm175 Gramm

Hardware

Ihr habt es beim Blick auf die Spezifikationen bereits gesehen: Beide Smartphones sind im Wesentlichen identisch. Das nutzte man beim Pixel-Event auch, um ein wenig gegen die Konkurrenz auszuteilen. Apple wurde zwar nicht namentlich erwähnt, aber wenn man explizit darauf hinweist, dass auch das kleinere Modell alle Features des großen beherrscht, dann weiß auch so jeder Bescheid.

Die Unterschiede sind in der Tat überschaubar: Das Display ist hier natürlich betroffen, ein 5 Zoll großes AMOLED-Panel mit FullHD-Auflösung und im 16:9-Format steht einem 6 Zoll großen pOLED-Panel mit 2.880 x 1.440 Pixeln gegenüber. Letzteres löst nicht nur höher auf, sondern setzt auch auf das derzeit so angesagte 18:9-Format (wieso nennt es eigentlich niemand 2:1-Format?).

Auch beim Akku gibt es Unterschiede: 2.770 mAh müssen beim Pixel 2 reichen, beim Pixel 2 XL sind es 3.520 mAh. Daraus und aus der Display-Größe ergeben sich natürlich auch Unterschiede bei den Maßen und dem Gewicht.

Darüber hinaus gleichen sich die Tech-Sheets wie ein Ei dem anderen: Beide Male 4 GB RAM und 64/128 GB Speicher, beide Male Snapdragon 835, beide Male identische Shooter sowohl vorne wie hinten und beide Male kommt Android 8.0 zum Einsatz. Reden wir noch über das, was nicht am Gerät zu finden ist: Google hat wie befürchtet auch auf den Audio-Port in Form eines 3,5 mm Klinken-Anschlusses verzichtet. Bedeutet für euch: Habt ihr ein Headset mit dieser Klinke, müsst ihr den entsprechenden Adapter nutzen, der im Lieferumfang enthalten ist. Alternativ könnt ihr euch aber auch die neuen Google Pixel Buds gönnen, mit denen ihr kabellos Musik genießen könnt.

Maschinen – volle Kraft voraus!

Ich erwähnte es gerade schon: Google setzt schwer auf künstliche Intelligenz und auf Machine Learning. Damit will Google gewährleisten, dass ihr nicht nur die beste Kamera in einem Smartphone geboten bekommt, sondern auch die intelligenteste. So wird die eh schon gute Kamera dank verbesserter Software nicht nur noch stärker, sondern bekommt mit Google Lens ein komplett neues Feature verpasst.

Google Lens hilft euch beispielsweise bei einem Gemälde, den Namen des Künstlers zu erfahren. Einfach ein Foto machen und Google Lens kombiniert computergestütztes Sehen, maschinelles Lernen und die Google-Suche miteinander, so dass euer Smartphone umgehend die richtige Antwort ausspuckt. Ebenso könnt ihr mithilfe eines einfachen Fotos auch URLs oder andere Infos aus den Bildern entnehmen.

Funktionieren wird Google Lens beispielsweise – wie eben erwähnt – berühmten Gemälden, aber auch bei Sehenswürdigkeiten, Platten-Covers oder bei Filmen. Spannende Funktion, bei der ich jetzt schon darauf gespannt bin, wie zuverlässig sie im Test funktionieren wird.

Aber auch der „normale“ Google Assistant ist wieder mit von der Partie und kann bei den neuen Pixel 2-Smartphones per Squeeze-Technik namens „Active Edge“ aktiviert werden, also indem ihr wie beim HTC U11 leichten Druck auf den seitlichen Rahmen ausübt. Der Google Assistant ist nicht nur eure Anlaufstelle, wenn ihr nach dem nächsten Italiener sucht oder eine sonstige Frage auf dem Herzen habt, sondern nimmt auf Wunsch auch Änderungen am Smartphone vor. So könnt ihr das Pixel 2 per Sprachkommando auf „stumm“ stellen, oder ihr fordert es auf, ein Selfie von euch zu machen.

Ein weiteres nettes Feature: Das Pixel 2 kann exklusiv auf dem Always-On-Display anzeigen, welche Musik gerade in eurer Umgebung läuft, wenn ihr beispielsweise in der Kneipe eures Vertrauens sitzt. Logisch, dass diese Funktion nur mit eurer Zustimmung die Ohren spitzt.

Preis und Verfügbarkeit

Das Pixel 2 in drei Farb-Varianten zu haben sein. In Schwarz, Weiß und Blau, oder wie Google sie nennt: „Kinda Blue“, „Just Black“ und „Clearly White“. Gab bei der Präsentation eben viel Gelächter und ja, ich finde es auch witzig, solche Farbnamen zu wählen, die man durchaus auch augenzwinkernd sehen sollte angesichts dessen, was sich die Hersteller da manchmal einfallen lassen.

Auch beim Pixel 2 XL entsprechen die Farben dem, was zuvor geleakt wurde: Ihr habt die Wahl zwischen Black & White und erneut „Just Black“. Die Preise der neuen Pixel-Phones im Überblick:

  • Google Pixel 2 mit 64 GB Speicher: 799 Euro
  • Google Pixel 2 mit 128 GB Speicher: 909 Euro
  • Google Pixel 2 XL mit 64 GB Speicher: 939 Euro
  • Google Pixel 2 XL mit 128 GB Speicher: 1 049 Euro

Vorbestellen könnt ihr die Smartphones bereits ab heute, wobei die Daten für die Auslieferung variieren. Das Pixel 2 kann meistens bis zum 17. Oktober ausgeliefert werden, also innerhalb der nächsten zwei Wochen, Das Modell in Blau wird mit zwei bis drei Wochen gelistet.

Beim großen Pixel 2 XL dauert es etwas länger: Die schwarzen Geräte werden in 5-6 Wochen verschickt, als Lieferzeitpunkt für die Variante in Schwarz-Weiß wird der Dezember genannt. Wer schnell vorbestellt, erhält übrigens noch einen Google Home Mini gratis dazu.