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Kann viel, kostet viel! – Der Dyson Pure Hot+Cool im Langzeittest

Der Dyson Pure Hot + Cool ist eins der neusten Geräte aus dem Hause Dyson. Die extravagante Optik catcht einen sofort und das Gerät ist somit ein echter Hingucker. Wir wollen uns von dem hübschen Design aber nicht täuschen lassen und haben den intelligenten Luftreiniger auf Herz und Nieren getestet. Wie der Name schon verrät, handelt es sich hierbei um einen Ventilator mit Heiz- und Kühlfunktion. Warum das heutzutage immer wichtiger wird und wie sich der Hot + Cool in unserem Langzeittest geschlagen hat, erfahrt ihr hier.

von Vera Bauer am 16. April 2019
Dyson Pure Hot + Cool
Pro
  • Einzigartiges Design
  • Zuverlässig Performance
  • App-Anbindung
  • Smart Home Integration
  • Durchdachtes Design
  • Heiz- und Kühlfunktion
  • Nachtmodus
Kontra
  • Höchste Lüfterstufe ist lauter als gedacht
  • Hoher Preis
  • Teure Filtereinheiten

Jeden Tag inhalieren wir bis zu 9.000 Liter Luft, doch wir leben in einer Zeit der „Indoor-Generation“. Egal, ob wir am PC arbeiten, auf der Couch netflixen oder am Fernseher Videospiele zocken – wir atmen in unseren Wohnungen mehr Schadstoffe ein, weil wir bis zu 90% unserer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen. Die Verschmutzung der Luft in Gebäuden kann von außen, durch geöffnete Fenster kommen, oder aber sie entsteht durch unsere alltäglichen Aktivitäten.

Es gibt einige Quellen für Luftverschmutzung, die natürlich beim Feinstaub aus dem alltäglichen Schmutz in Städten und flüchtigen organische Verbindungen in Haarspray und Parfüm beginnen. Das geht dann weiter über Formaldehyd aus Schaumstoffmöbeln, Staub und Allergene aus Teppichen und Benzol aus Duftkerzen. In der Küche und im Wohnzimmer setzen Reinigungsprodukte flüchtige organische Verbindungen frei und auch Hautschuppen von Haustieren. Gasherde und andere Kochprozesse produzieren Feinstaub, Dämpfe und Gerüche. Da wir ja in einem modernen Zeitalter leben, sind Häuser auch besser abgedichtet. Dadurch können die eben genannten Schadstoffe im Inneren eingeschlossen werden und die Luftzirkulation beeinträchtigt sein.

Dieses Problem geht vor allem Dyson mit seiner Luftreiniger-Reihe tatkräftig an. Denn im Gegensatz zu der verpesteten Luft im Freien, kann man sie in Wohnräumen immerhin reinigen. Einmal mehr verspricht Dyson diese Säuberungsmagie, in Form der zweien Generation des “Pure Hot + Cool”. Vor über einem Jahr stellte das Unternehmen die erste Generation mit dem Namen “Hot + Cool Link” vor. Das neue Gerät hat den “Link”-Zusatz zwar verloren, dafür aber einige Features dazugewonnen. Im Gegensatz zur Schwesterkategorie “Pure Cool”, hat der “Hot + Cool” eine ganz besondere Funktion. Denn, er kann die Luft nicht nur reinigen und kühlen, er kann einen Raum auch aufheizen. Wie gut das funktioniert und ob er hält was er verspricht, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Dyson Pure Hot + Cool Design

Im Lieferumfang sind neben dem Produkt selbst vier Filter, eine Fernbedienung, ein Stromkabel sowie eine Bedienungsanleitung enthalten. Der Aufbau gestaltet sich auch recht einfach. Die schwarz-blauen Filterhälften steckt man durch einen Klickmechanismus zusammen – dabei handelt es sich im Übrigen um einen Aktivkohlefilter zum Entfernen von Gasen aus der Luft. Darüber kommt das Gehäuse samt eingebautem HEPA-Filter, der mikroskopisch kleinen Allergene und Schadstoffe  aus der Luft filtert. Diese beiden Hälften werden auch ganz einfach zusammengeklippt und lassen sich durch einen äußeren Knopf leicht wieder öffnen. Die Lebensdauer der Filter wurde außerdem erhöht und allein das Vorgängermodell wurde mit 4.000 Stunden ausgeschrieben.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue Generation nicht wirklich von dem Vorgängermodell, doch eine Sache wird sofort deutlich: Der neue Dyson Pure Hot + Cool ist um einiges größer. Das hat zunächst erstmal den positiven Effekt, dass der Luftdurchsatz deutlich höher ist: Bis zu 290 Liter pro Sekunde statt bisher 204 Liter pro Sekunde. Gleichzeitig ist so aber auch mehr Platz für neue Technik, die Dyson im aktuellen Gerät eingebaut hat. Jetzt gibt es ein schönes rundes LCD-Display für die aktuellen Statusinformationen und der Drehbereich des Ventilators wurde auf 350 Grad erweitert. Außerdem kann man den Ventilator nach vorne und hinten kippen – das zwar nur um ein paar Zentimeter, aber so gewinnt das Gerät doch an Flexibilität. Schön ist, dass sich die Helligkeit des Bildschirms auch sehr schnell an unterschiedliche Lichtverhältnisse anpasst und es sogar einen Nachtmodus gibt. Hier ist eine Überwachung der Luftqualität und Luftreinigung mit besonders geräuscharmen Einstellungen und einem gedimmten Display möglich.

Gut finde ich auch, dass es eine passive Luftreinigungsfunktion gibt, denn dank der neuen Verteilungsfunktion kann diese auch ohne direkten Luftstrom erfolgen. Dabei bewegt sich im Inneren eine Umlenkplatte und blockiert die vordere Öffnung, sodass die Luft an der Rückseite des Luftrings in einem 45º-Winkel austritt. Da diese Öffnung breiter ist, erzeugt sie eine diffusere Luftströmung, verbraucht weniger Energie und erzeugt weniger Lärm. Diese Funktion bietet also nur Vorteile. Auf dem länglich-ovale Ventilator ist oben ein Magnet verbaut, der die Fernbedienung wunderbar anzieht, sodass sie nicht herunterfällt und trotzdem einen Ablageplatz hat.

Dyson Pure Hot + Cool Technik

Die Besonderheit am Pure Hot + Cool ist natürlich die integrierte Heiz- und Kühlfunktion. Bevor wir uns dieser widmen, möchte ich einen Einblick in die Hauptfunktion – das Luft reinigen – gewähren. Mit ihr werden die Schadstoffe in Echtzeit erkannt und das Gerät fängt sofort an, sie zu filtern. Der Glas-HEPA-Filter wurde aus 9 Metern Mikrofasern aus Borosilikatglas, das über 200-mal gefaltet wurde, hergestellt. Dadurch kann er 99,95 % der Allergene und Schadstoffe von einer Größe bis zu 0,1 Mikron einfangen. Auch der Aktivkohlefilter saugt viele Gase, Gerüche und flüchtige organische Verbindungen wie Formaldehyd, Benzol und NO2 aus der Luft. Sie arbeiten zusammen, um Gase und Schadstoffe einzuschließen und zu verhindern, dass schmutzige Luft wieder zurück in den Raum strömen kann.

Schadstoffe, wie Pollen, Allergene, Bakterien, Schimmelpilzsporen, Industrieabgase, ultrafeine Partikel, Formaldehyd, Treibhausgase, Benzol und Stickstoffdioxid erkennt der Dyson Pure Hot + Cool durch drei Sensoren, die die Raumluft kontinuierlich überwachen. Der Feinstaub-Sensor ist mit einer Laser-Messungsmethode ausgestattet, der Gas-Sensor erkennt flüchtige organische Verbindungen sowie oxidierende Gase und der Luftfeuchtigkeits- und Temperatur-Sensor überwacht permanent die relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur innerhalb des Raumes.

Dyson hat für die Luftsäuberung die sogenannte “Air Multiplier”-Technologie verbaut, die 290 Liter gesäuberte Luft pro Sekunde im ganzen Raum verteilt. Dabei macht man sich die 350-Grad-Drehung des Ventilators zunutze, sodass die Luft mit ihren Schadstoffen nicht nur aufgewirbelt, sondern komplett von ihnen befreit wird. Mit samt der Wärmefunktion reinigt der Dyson Pure Hot + Cool nicht nur den ganzen Raum, sondern kann ihn auch gleichmäßig erwärmen. Der Preis dafür ist ein Stromverbrauch von etwas mehr als 2.000 Watt.

Die Heizfunktion finde ich persönlich sehr praktisch, wenn man im Winter kurz (!) und effektiv einen Raum aufwärmen möchte. Ausgehend von einer Temperatur von 21 Grad habe ich den Dyson Pure Hot+Cool in eine Ecke meines 20 Quadratmeter großen Raums platziert und für 20 Minuten mit voller Heizleistung auf Stufe 5 laufen lassen. Dabei kann man die Heizfunktion auf bis zu 37 Grad hochschrauben. Nach Ablaufen der Zeit habe ich direkt vor dem Gerät eine Temperatur von circa 26 Grad gemessen. Mir soll mal jemand eine Heizung zeigen, die das übertreffen kann.

Auch die Kühlfunktion hat es in sich. Hier ist der Stromverbrauch natürlich deutlich geringer – würde man den Ventilator konstant auf Stufe 5 laufen lassen, verbraucht der Dyson Pure Hot + Cool nur 9 Watt. Bei mir läuft das Gerät den ganzen Tag, meistens im Automatik-Modus und dabei belaufen sich die Kosten auf 6 Cent pro Tag. Das ist sehr überschaubar und man muss kein schlechtes Gewissen haben.

Wir haben ja bereits den Dyson Pure Cool getestet und auch diese beiden Geräte habe ich miteinander verglichen. Von der Bedienung und der Funktionsweise hat sich hier – außer der Heizfunktion – nicht viel geändert. Jedoch hat das letzte Modell einen Luftdurchsatz von 361 Liter pro Sekunde. Wir erinnern uns: Der Dyson Pure Hot + Cool schafft bis zu 290 Liter. Bedeutet also, der Pure Cool ist sehr viel erschwinglicher und will man mit dem aktuellen Gerät den gleichen Luftstrom erzielen, muss man das Hot + Cool Modell auf einer etwas höheren Stufe laufen lassen. Das bedeutet gleichzeitig eine höhere Geräuschentwicklung. Grundsätzlich sind die Dyson Luftreiniger aber nicht laut. Auf den ersten beiden Stufen sind sie sogar so leise, dass man sie auch nachts im Schlafzimmer für einen leichten Windzug und gereinigte Luft stehen lassen kann. Auf den höheren Stufen, geht es dann aber ordentlich ab, und das nervt hin und wieder auch mal.

Über die kleine gewölbte Fernbedienung kann man die verschiedenen Lüfterstufen oder den Auto-Modus einstellen, aktuelle Infos zur Luftqualität abrufen, den Luftstrom-Modus umschalten, den Nachtmodus einschalten oder den Grad der Drehbewegung (Aus, 45, 90, 180 und 350 Grad) bestimmen. Der Lüfter pustet übrigens in 10 Stufen und einem Automatikmodus – hier entscheidet er je nach Raumluft, welche Einstellung die Beste ist. Über die dazugehörige Dyson-App, mit der viele andere Geräte des Herstellers genauso gesteuert werden können, hat man sogar noch mehr Optionen.

Dyson Pure Hot + Cool App

Die App ist ein großer Pluspunkt des Dyson Ventilators und setzt ihn damit von anderen ähnlichen Geräten ab. Zwar erhält man auch schnell alle Infos zur Luftqualität, wenn man sich mit der Fernbedienung durch das Display klickt – die App verrät aber einiges mehr. Beispielsweise um was für feine Partikel es sich in der Luft handelt und wie bedrohlich die Verschmutzung ist.

Die Startseite ist ein farbwechselndes Haus mit dem Standort des Gerätes drum herum. Dank WiFi Integration bekommt die App also auch aktuelle Verschmutzungsdaten für die Außenwelt zugespielt. Auch, wenn es um mich herum anscheinend nur Staub und Dreck regnet, ist mein Zuhause die meiste Zeit grün gestrichen. Über das kleine Fragezeichen, neben dem Luftstatus, gelangt man zu einer Erklärungsseite, auf der die einzelnen Schadstoff-Abkürzungen und Symbole näher beleuchtet werden. Ich hätte mir hier noch eine Übersicht gewünscht, was die unterschiedlichen Schadstoffe für die Gesundheit bedeuten. Über die App kann ich auch die genaue Lebensdauer der Filter ablesen und die hält, je nach Belastung, etwa ein Jahr durch. Wer eine neue Filtereinheit braucht, kann diese für ungefähr 75 Euro im Dyson-Shop bestellen.

In der linken unteren Ecke befindet sich ein kleines Fernbedienungssymbol, das im Prinzip alle Funktionen beinhaltet, die man auch über die Fernbedienung einstellen kann. Jedoch bietet die App auch die Möglichkeit den Drehbereich des Ventilators punktgenau einzustellen. Das finde ich super praktisch, denn so kann ich den Luftstrom beispielsweise genau auf mich richten, wenn ich am Schreibtisch arbeite und die Sonne in mein Zimmer knallt.

Auch ein Zeitplan lässt sich individuell erstellen, sodass ich für jeden Tag und für jede Uhrzeit ein passendes Programm konfigurieren kann. Es lässt sich auch ein Timer einstellen, wenn ich beispielsweise nur schnell mal durchlüften will. Zusätzlich zur App steht auch eine Anbindung an Amazons Sprachassistentin Alexa zur Verfügung. Wer einen Amazon Echo zuhause stehen hat, kann mit ihm diverse Befehle ausführen und Informationen zu dem Pure Cool abrufen. Wie gut das funktioniert, konnte ich leider nicht testen, denn ich besitze nur einen Google Home. Hier würde ich mir ebenfalls eine Unterstützung wünschen.

Dyson Pure Hot + Cool – Heiße Luft um nichts?

In meinem Test hat der Dyson Pure Hot + Cool durchweg eine gute Figur gemacht. Er erledigt seine Arbeit zuverlässig, äußerst effektiv und die meiste sehr geräuscharm. Ich habe das Gerät unter den unterschiedlichsten Bedingungen getestet. Wie auch schon beim Vorgänger-Modell, bin ich immer wieder begeistert, wie schnell der Hot + Cool auf Schadstoffe in der Umgebung reagiert. Es dauert keine zwei Sekunden, dann haben die Sensoren auch schon etwas gerochen. Das funktioniert auch, wenn ich zwei Zimmer weiter mit Haarspray hantiere.

Während der Essenszubereitung springt der Luftreiniger natürlich auch sofort an. Bis er allerdings die gröbsten Schadstoffe aus der Luft gesaugt hat, kann es schon mal 30 Minuten dauern – dementsprechend laut verrichtet er seine Arbeit auch. Im Badezimmer verhält es sich ähnlich. Nach dem Duschen fliegen hier zwar keine Schadstoffe durch die Luft, die Luftfeuchtigkeit steigt aber trotzdem rasant an. Auch das ist kein Problem für den Dyson Pure Hot + Cool. Nach etwa 45 Minuten hatte der Ventilator die Luft so gut zirkulieren lassen, dass die Feuchtigkeit wieder auf einem normalen Level war. Wer also ein fensterloses Bad hat, kann sich den Pure Cool auch gut neben die Dusche stellen – er kümmert sich um den Luftabzug.

Ich hatte das Gerät auch eine Weile in meinem Schlafzimmer stehen, um zu testen, ob ich mit sauberer Luft besser schlafe. Eigentlich habe ich keine Probleme mit Pollen oder ähnlichem. Ich habe lediglich eine leichte Staub- und Katzenhaarallergie, bildete mir bei meinem Test allerdings ein, wirklich erholsamer geschlafen zu haben und im sogenannten Nachtmodus verrichtet das Gerät seine Arbeit leiser und langsamer.

Dyson Pure Cool Preis und Verfügbarkeit

Aktuell gibt es die größere Variante des Dyson Pure Hot + Cool für knappe 650 Euro auf der Webseite des Herstellers zu kaufen.

Bewertung
Design / 10
Performance / 9.5
Preis / 6.5
Effizienz / 9.5
Alltagsnutzen / 10
Komfort / 9.5
Funktionsumfang / 9.5
Bedienung / 9.5
Lautstärke / 8.5
Verarbeitung / 10
Dyson Pure Hot + Cool

Der Dyson Pure Hot + Cool catcht einen nicht nur durch sein einzigartiges Design, auch die Performance kann sich sehen lassen. Sowohl die zahlreichen Funktionen und als auch die Steuerung können bei Dysons Luftreiniger auf ganzer Linie überzeugen. Die Kombination aus Luftreiniger mit Heiz- und Kühlfunktion ist hier durchaus gelungen und sowohl die Möglichkeit einer App-Anbindung und die Integration ins Smart Home sind ein Pluspunkt. Allerdings würde ich mir hier noch eine Google Home Unterstützung wünschen, denn momentan funktionieren die Sprachbefehle nur mit Alexa.

Punktabzug gibt es für den relativ hohen Preis, der auch bei neuen Filtereinheiten anfällt. Auf der höchsten Lüfterstufe ist das Gerät außerdem lauter als gedacht, was aber schnell wieder vorbei ist, da der Luftreiniger zügig und effektiv arbeitet.

Insgesamt ist der Dyson Pure Hot + Cool ein tolles Smart Home Gerät, dass ich vor allem Leuten empfehlen würde, die mit Allergien zu kämpfen haben. Der Luftreiniger hat es in sich und ist sein Geld wert, wenn man es denn ausgeben möchte.

9.3
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