LG G7 ThinQ vorgestellt, deutsches Hands-on-Video [Update]

Wie zu erwarten, hat LG heute mit dem LG G7 ThinQ sein neues Smartphone-Flaggschiff vorgestellt. Auch LG möchte hierbei selbstverständlich mit künstlicher Intelligenz punkten. Wir stellen euch das Handset vor.

Was lange währt — ihr kennt ja die Story. Bei LG und dem soeben offiziell vorgestellten G7 ThinQ hoffen die Koreaner selbstverständlich auch darauf, dass es sich rentiert, dass man sein Smartphone erst ein wenig verspätet ins Rennen schickt. Aber sei es drum: Heute erfolgte die Präsentation und wie es mittlerweile schon lieb gewonnene Tradition ist, sickerten die meisten Fakten auch zu diesem Device bereits lange vorher durch bzw. wurden teilweise sogar offiziell von LG angesagt.

Nichtsdestotrotz stellen wir euch das G7 ThinQ jetzt nochmal ausführlich vor und fangen an mit den technischen Daten im Überblick:

LG G7 ThinQ Technische Daten

Display6.,1 Zoll großes  MLCD+/OLED „Super Bright“-Panel mit der QHD+-Auflösung von 3.120 x 1.440 Pixeln, Pixeldichte 564 dpi
ProzessorQualcomm Snapdragon 845
Arbeitsspeicher4 bzw. 6 GB DDR4 RAM
Interner Speicher64 bzw. 128 GB UFS 2.1, per microSD-Karte um bis zu 2 TB erweiterbar
Kamera hintenDual-Cam mit 2 x 16 MP, einmal 107 Grad Weitwinkel mit f/1.9-Blende und einmal f/1.7-Blende und optische Bildstabilisierung
Kamera vorne8 MP Weitwinkel mit f/1.9-Blende
BetriebssystemAndroid 8.0 Oreo
Akku3.000 mAh mit Quick Charge 3.0 und Wireless Charging
KonnektivitätWi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac, Bluetooth 5.0 BLE, NFC, USB Typ-C-Anschluss 2.0 (3.1-kompatibel)
SonstigesHi-Fi Quad DAC/ Boombox Speaker, IP68-zertifiziert, Fingerabdrucksensor, Google Lens, AI Cam
Maße153,2 x 71,9 x 7,9 mm
Gewicht162 g
FarbenMoroccan Blue, Aurora Black, Raspberry Rose, Platinum Gray

LG G7 ThinQ im Hands-on-Video

Bevor wir uns ausführlich und Punkt für Punkt mit dem LG G7 ThinQ auseinandersetzen, haben wir vorher noch ein Hands-on-Video für Euch. Sehr viele deutsche Kollegen waren nicht  beim Smartphone-Launch in New York zugegen, unser Kollege und Freund Johannes von New Gadgets hingegen war als erster deutscher Blogger bei der Präsentation anwesend. Hier also sein Hands-on-Video und seine allererste Einschätzung zum LG G7 ThinQ:

LG G7 ThinQ Hardware

Wie viele andere Flaggschiffe in diesem Jahr setzt auch das G7 ThinQ auf einen Snapdragon 845 von Qualcomm, also das beste, was die Chip-Experten derzeit zu bieten haben. Je nach Ausführung erhaltet ihr 4 oder 6 GB RAM und 64 bzw. 128 GB internen Speicher. Den könnt ihr mittels microSD-Karte erweitern, wobei die theoretische Grenze bei 2 TB erreicht wird. In Deutschland wird — zumindest vorerst — lediglich die Ausführung mit 4 GB RAM und 64 GB Speicher verfügbar sein.

 

Das Smartphone ist nach IP68 zertifiziert und kommt mit einem 3.000 mAh fassenden Akku, welcher via USB-Typ-C-Anschluss geladen wird. Unterstützt werden sowohl Quick Charge 3.0 als auch Wireless Charging und auch dieses Handset soll davon profitieren, dass der Snapdragon 845 um bis zu 35 Prozent energieeffizienter arbeitet als der Snapdragon 835. LG hat dem G7 zudem einen dedizierten Button für den Google Assistant verpasst. Außerdem besitzt das Smartphone an der Unterseite noch Platz für einen Klinkenstecker für euren Kopfhörer — mittlerweile ja alles andere als üblich.

Der Snapdragon kommt mit vier High-Power-Kernen, die mit bis zu 2,8 GHz takten und dazu mit vier sparsamen Kernen mit bis zu 1,8 Gigahertz. Wie üblich findet ihr im SoC auch das X20 LTE-Modem, welches LTE der Kategorie 18 ermöglicht. Wie nicht anders zu erwarten, erhaltet ihr mit dem G7 ThinQ ein Smartphone, welches mit starker Performance aufwarten kann und natürlich auch denkbar flott im LTE-Netz unterwegs ist.

LG G7 ThinQ Display

Schon im Vorfeld kündigte LG selbst an, dass man ein dem DCI-P3-Standard entsprechendes, äußerst helles Display verbauen wird. Dieses sogenannte „Super Bright“-Panel erreicht eine Helligkeit von 1.000 Nits und ist damit deutlich heller als normale LCD-Panels. Und ja: LG setzt nicht auf ein OLED-Display, sondern vertraut in diesem Fall auf die LCD-Technologie.

Das Display kommt mit einer Bildschirmdiagonale von 6,1 Zoll und löst mit der QHD+-Auflösung von 3.120 x 1.440 Pixeln auf, also im 19,5:9-Format. Wie fast schon nicht anders zu erwarten, präsentiert sich auch dieses Panel mit der mittlerweile fast schon obligatorischen Notch am oberen Bildschirmrand.

AI, also das Thema „Künstliche Intelligenz“, ist in diesem Jahr in aller Munde und auch das G7 profitiert davon. Das Display ist dadurch intelligenter geworden und je nachdem, was gerade auf dem Screen dargestellt werden soll, kann das Display auf sechs verschiedene Anzeigemodi zurückgreifen: Auto, Eco, Kino, Sport, Spiel und Experte. Im Auto-Modus analysiert das Handy automatisch den Inhalt — Fotos, Videos, Website, Spiel, etc. — um die Darstellung und den Stromverbrauch zu optimieren. Ihr könnt das Bild auch weiter verfeinern, indem er die Farbtemperatur und die einzelnen RGB-Stufen einstellt.

Der neue Second Screen zeigt Benachrichtigungen an, ohne Platz zu beanspruchen, und kann nach Belieben angepasst werden. Wie auch bei anderen Herstellern mittlerweile möglich, könnt ihr hier auch die Notch deaktivieren, so dass euch klassisch ein schwarzer Balken angezeigt wird. Aber auch hier wird es Anpassungsmöglichkeiten geben, so dass ihr für den Balken mit den Benachrichtigungen auch eine Farbe definieren könnt.

LG G7 ThinQ Design

Direkter Vergleich: Links das LG G7 ThinQ, rechts das LG G6

Das LG G7 ThinQ sieht eher aus wie eine Weiterentwicklung des LG V30, nicht etwa des G6. Wie bereits erwähnt ist das Smartphone nach IP68 zertifiziert, so dass es bis zu einem gewissen Grad vor Wasser und eindringenden Staub geschützt ist, zudem entspricht das Gerät auch dem US-Militär-Standard MIL-STD 810G. Gorilla Glass 5 und die polierten Metall-Kanten ergeben in Kombination nicht nur ein sehr edel ausschauendes Smartphone, sondern eben auch ein sehr robustes.

Das G7 verfügt zudem über ein Design-Element, welches wir beim Punkt „Display“ schon angesprochen haben und bei dem sich derzeit noch die Geister scheiden, ob es ein Feature oder ein Makel ist: Die Notch am oberen Bildschirmrand. Eher schon als Alleinstellungsmerkmal taugt da der zusätzliche Button unterhalb der Lautstärkeregelung. Mit diesem AI-Button könnt ihr auf Knopfdruck den Google Assistant starten, alternativ Google Lens.

Punkten möchte man bei LG mit der Farbauswahl seiner verschiedenen Modelle und in der Tat hat sich das Unternehmen aus Südkorea ein paar schöne Farb-Optionen einfallen lassen. Zur Verfügung stehen „Moroccan Blue“, „Aurora Black“, „Raspberry Rose“ und „Platinum Gray“. Laut LG werden davon allerdings nur die Farben „Aurora Black“ und „Platinum Gray“ in Deutschland angeboten werden.

LG G7 ThinQ Kamera

Wie so viele andere Smartphones auch setzt LG beim G7 ThinQ rückseitig auf eine Dual-Cam-Lösung, die eine Standard- und eine Weitwinkel-Linse — jeweils mit 16 MP — miteinander kombiniert. Die Weitwinkel-Cam bietet uns eine f/1.9-Blende und 107 Grad, die Standard-Linse mit 71 Grad-Winkel besitzt immerhin eine f/1.6-Blende und zudem optische Bildstabilisierung. Vorne soll es eine 8-MP-Selfie-Cam mit f/1.9-Blende und einem Winkel von 80 Grad richten.

LG bringt eine verbesserte AI Cam auf den Markt, die wir erstmals beim LG V30ThinQ zu sehen bekamen. Die AI CAM bietet gegenüber vorher 8 jetzt sogar 19 Aufnahmemodi, zudem profitieren wir beim Fotografieren davon, dass die künstliche Intelligenz Objekte und Szenen identifizieren kann — in diesem Fall können die Bilder noch mit vier voreingestellten Farb-Optionen optimiert werden.

LG verwendet beim G7 Pixel Binning bzw. Pixel Oversampling auf der G7, so dass die Kamera die Informationen von vier benachbarten Pixeln zu einem einzigen großen Pixel kombiniert. Das soll dabei helfen, ein Bild zu erzeugen, das weniger digitales Rauschen aufweist und auch bei schlechten Lichtverhältnissen bessere Resultate liefert.

Dank Super Bright-Technologie sollen zudem bis zu vier mal hellere Bilder aufgenommen werden können. Dank eines neuen Bildsensors und verbesserter Softwareverarbeitung passt der AI-Algorithmus die Kameraeinstellungen automatisch an, um die beste Balance von Helligkeit, Klarheit, Auflösung und Farbe bei Aufnahmen bei schlechten Lichtverhältnissen zu erzielen.

Einige neue Funktionen wurden dem G7 von LG ebenfalls spendiert. Der Live-Fotomodus zum Beispiel nimmt eine Sekunde vor und nach dem Drücken des Auslösers ein Foto auf, ganz ähnlich dem entsprechenden Feature beim iPhone. Die Stickers-Funktion hingegen nutzt die Gesichtserkennung, um Bilder in Echtzeit mit „lustigen“ 2D- und 3D-Aufklebern zu bereichern. Wer diese Spielereien mag, hat mit diesem Feature sicher Spaß.

Die G7 kommt auch mit Portrait-Modus, der Bokeh-Effekt kann entweder mit dem Standard-oder Super-Weitwinkel-Objektiv erstellt werden. Heranzoomen könnt ihr im Portrait-Modus nicht, dafür aber die Unschärfe regulieren, nachdem ihr das Foto geknipst habt.

LG G7 ThinQ Software

Bei der Software — und nicht nur dort — spielt LG natürlich ebenso wie die Mitbewerber die „Künstliche Intelligenz“-Karte aus mit verschiedenen Ansätzen. Ein Trumpf soll dabei Google Lens sein. Das LG G7 wird nämlich eines der ersten Smartphones sein, das Google Lens einsatzbereit anbietet. Google Lens wurde als Werkzeug zur Objekterkennung entwickelt, das mehr Informationen über Sehenswürdigkeiten, Pflanzen, Tiere und Bücher sowie Text erkennen kann.

Aufgerufen werden kann Google Lens wie auch der Google Assistant über den zusätzlichen Hardware-Button seitlich des Smartphones: Ein einfacher Tastendruck startet den Google-Assistenten, zweimaliges Antippen aktiviert Google Lens. Ihr könnt die Taste aber auch gedrückt halten, um sofort mit dem Google-Assistenten zu sprechen.

Wie LG erklärt, sind beim Google Assistant für das G7 ThinQ sogar einige neue Befehle eingeführt worden und Sprachbefehle werden bei einer Entfernung von bis zu fünf Metern erkannt. Die Spracherkennung bei weiter Entfernung ist zudem in der Lage, Befehle von Hintergrundgeräuschen zu trennen, sodass es auch dann zuverlässig reagieren sollte, wenn ihr über ein anderes Gerät Musik hört, der Fernseher läuft oder jemand Staub saugt.

LG G7 ThinQ Sound

In Sachen Sound will LG weiterhin Maßstäbe setzen und verkündet stolz, dass man nicht nur HiFi Quad DAC, sondern auch erstmals bei einem Smartphone DTS:X unterbringt, „das virtuellen 3D-Sound für alle Inhalte liefert, für bis zu 7.1-Kanal-Leistung mit Kopfhörern“.

Premiere im LG G7 ThinQ feiert zudem der Boombox-Lautsprecher. Vielleicht winken einige von euch direkt ab, wenn sie sehen, dass es nur ein Mono-Speaker ist, aber auch hier hat sich LG etwas Besonderes einfallen lassen. Im Pressetext wird das System erklärt:

Der erstmals im LG G7ThinQ implementierte Boombox-Lautsprecher nutzt den Innenraum des LG G7ThinQ als Resonanzkammer, um für den kraftvollen „Boombox“-Sound den Bass herkömmlicher Smartphones ohne Unterstützung externer Lautsprecher zu verdoppeln. Auf einer festen Oberfläche oder Box platziert, nutzt das Smartphone seine Resonanzkammer als Tieftöner, um den Basseffekt noch weiter zu verstärken.

LG G7 ThinQ Preis und Verfügbarkeit

Für den deutschen Markt ist das Modell mit 4 GB RAM und 64 GB internem Speicher vorgesehen. Das Spitzenmodell ist zumindest Stand jetzt also nicht für unseren Markt vorgesehen, was ich persönlich schon ein wenig bedauerlich finde. Auch bei den Farben müssen wir uns damit abfinden, dass hierzulande nicht alle Optionen verfügbar sind: Angeboten wird das LG G7 ThinQ in Deutschland in den Farben „New Aurora Black“ und „New Platinum Gray“.

Wenn ihr glaubt, dass das G7 ThinQ das richtige Smartphone für euch ist, dann könnt ihr es ab dem 25. Mai vorbestellen, ab Anfang Juni wird dann ausgeliefert. Was ihr dafür hinblättern müsst? 849 Euro ist die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers.

Hands-on-Fotos: Gadget Match und Android Authority