Moto G4 Plus Test: Schicke und günstige Mittelklasse

Das Moto G4 Plus ist der jüngste Spross der Mittelklasse-Reihe der Motorola-Smartphones. Wir schauen uns das 5,5 Zoll große Handset an und stellen es euch in unserem ausführlichen Test vor.
von Nicole am 17. Juni 2016
Pro
  • Ausgezeichnete Verarbeitungsqualität
  • Dual SIM
  • Erweiterung per microSD-Karte möglich
  • Lange Akkulaufzeit
  • Moto Gesten
Kontra
  • Durchschnittliche Kamera, recht schlecht bei Low-Light-Bildern
  • Fingerabdrucksensor fungiert nicht gleichzeitig als Home-Button
  • Kein NFC und kein IR Blaster

Vor drei Jahren brachte Motorola mit dem ersten Moto G dank ordentlicher Hardware zu günstigem Preis frischen Wind in die Tech-Welt. Nun soll sich das Moto G4 Plus auf dem Mittelklasse-Markt durchsetzen. Der ist mittlerweile allerdings mit großartigen, günstigen Geräten geradezu überflutet, so dass hier heftiger Wettbewerb herrscht. Lasst uns herausfinden, ob das mit neuen Features vollgepackte Moto G4 Plus gut genug ist, sich diese Konkurrenz vom Leib zu halten.

Moto G4 Design

Moto G4 Plus von vorn

Mit einer Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll ist das neue Modell das bislang größte Moto G. Das ist insofern interessant, weil man sich von kompakten 4,5 Zoll zu den aktuellen 5,5 Zoll entwickelt hat, mit 155 Gramm aber das Gewicht nahezu gleich geblieben ist.

Moto G4 Plus von hinten

Das Design des Moto G4 Plus mit seinen leicht abgerundeten Ecken, der gewohnten Platzierung des Power-Buttons und der Lautstärkeregelung an der rechten Seite sowie dem Metallrahmen eher gewöhnlich. Dass man das Moto G4 Plus dennoch gut von so ziemlich jedem Handset unterscheiden kann, liegt an dem quadratischen Fingerabdrucksensor, der sich vorne unterhalb des FullHD-Displays befindet.

Blicken wir auf die Rückseite, sehen wir im oberen Bereich die Kamera, direkt oberhalb des Moto-Logos, welches sich erneut leicht vertieft auf der sich großartig anfühlenden Rückseite aus Softtouch-Kunststoff befindet. Dabei profitiert ihr natürlich wieder vom wirklich tollen Moto Maker-Programm, das mit seiner Vielfalt dafür sorgt, dass ihr euer Smartphone wirklich individuell und persönlich gestalten könnt.

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Falls ihr euch über die abnehmbare Rückseite freut, weil ihr glaubt, dadurch den Akku herausnehmen zu können, müssen wir euch enttäuschen: Es gibt keinen Zugang zu dem verbauten Akku, der davon abgesehen aber mit reichlichen 3000 mAh und Unterstützung für Quick Charge 2.0 zu überzeugen weiß. Nehmt ihr die Rückseite ab, findet ihr dafür aber die beiden SIM-Karten-Slots und auch den microSD-Karten-Slot. Das ist ziemlich praktisch, denn bei vielen Herstellern habt ihr lediglich die Wahl, ob ihr eine zweite SIM-Karte oder lieber eine microSD-Karte nutzen wollt.

Moto G4 Plus offen mit Blick auf die Karten-Slots

Der Kopfhöreranschluss oben und der Micro-USB-Port unten sind symmetrisch in der Mitte des Metallrahmens untergebracht. Links vom Fingerabdrucksensor befindet sich das Mikrofon, rechts ist eine kleine, weiße LED versteckt. Die fungiert aber überraschenderweise nicht etwa als Status-LED, sondern leuchtet lediglich, wenn das Smartphone geladen wird.

Moto G4 Plus von vorn, Blick auf den Fingerabdrucksensor

Der Sensor für die Fingerabdrücke ist das einzige Design-Element, welches wir durch seine Platzierung ein wenig in Frage stellen. Um den Scanner herum wird viel Platz verschenkt und er dient nicht gleichzeitig als Home-Button, wie wir es von vielen anderen Geräten kennen.

Die Software-Buttons sind eigentlich nicht wirklich das Problem – viel mehr tun wir uns schwer damit, dass wir mit dem Fingerabdrucksensor an einem physischen Bedienelement vorbeimüssen, wenn wir sie erreichen wollen. Hardware-Buttons wären in diesem Fall natürlich praktischer, wären aber auch der kostspieligere Weg gewesen. Der Sensor selbst funktioniert übrigens einwandfrei! Während des Tests entsperrte er zuverlässig das Smartphone, lediglich bei einem Versuch mit nassen Händen tat er sich schwer.

Moto G4 Hardware

Moto G4 Plus von vorn

Ich muss gestehen, dass ich wirklich begeistert bin davon, was sich in der Mittelklasse rasend schnell als Standard bewährt: IPS-Displays mit FullHD-Auflösung und SoCs der Qualcomm Snapdragon 600er-Reihe bieten solide Leistung, die den meisten Ansprüchen genügen dürfte.

Das Moto G4 Plus ist zudem mit einer 16 MP-Cam ausgestattet und nach ein paar Minuten, die wir damit herumspielen konnten, freuen wir uns schon darauf, dieser Kamera in unserem ausführlichen Test wirklich auf den Zahn zu fühlen.

Moto G4 Plus von hinten

Alles in allem bietet uns Motorola ein sehr ordentlich verarbeitetes, solides Smartphone. Hier sind die Spezifikationen im Überblick:

Display5,5 Zoll großes IPS-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln (401 ppi)
ProzessorQualcomm Snapdragon 617 Octa-Core-SoC (4 x 1.5 GHz Cortex-A53 & 4 x1.2 GHz Cortex-A53
Arbeitsspeicher2 oder 3 GB RAM
Interner Speicher16 oder 32 GB interner Speicher, per microSD-Karte erweiterbar
Kamera hinten16 MP Cam auf der Rückseite, f/2.0-Blende, kombinierter Phase-Detection und Laser-Autofokus, Dual-Tone-LED-Blitz, 1080p Videoaufnahme
Kamera vorne5 MP Front-Cam mit f2.2-Blende, Bildschirm-Blitz und ebenfalls 1080p Video-Recording
OSAndroid 6.0.1 Marshmallow
Akku3000 mAh, nicht auswechselbar, Qualcomm Quick Charge 2.0
KonnektivitätWiFi 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.2, USB 2.0, GPS
NetzwerkLTE Cat.4
SIM-KarteDual-SIM
Sensorenu.a. Fingerabdrucksensor

Wer sich diese Liste in Ruhe anschaut, wird vielleicht ein paar Features vermissen. So ist beispielsweise NFC nicht mit an Bord und leider gibt es auch keinen IR-Blaster, der euch zum Beispiel euren Fernseher steuern lässt – eine Funktion, die ich persönlich sehr gerne nutze.

Moto G4 Display

Moto G4 Plus von vorn, obere Hälfte

Das Display mit einer Diagonale von 5,5 Zoll bietet euch die FullHD-Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln, was einer Pixeldichte von 400 ppi entspricht. Damit wird zwar nicht die Auflösung verschiedener Flaggschiff-Smartphones erreicht, diese Auflösung ist aber natürlich absolut ausreichend und die Anzeige scharf genug.

Die Blickwinkel sind klasse und auch die Farbtreue bei den Weißtönen scheint sehr hoch zu sein (nicht wie bei unserem HTC 10-Test, wo wir leichte Rottöne ausmachten).

Motorola hat als einer der ersten Hersteller überhaupt ein Always on-Display geliefert. Inzwischen ist das gängiger Standard bei vielen Flaggschiffen ist, aber Motorola hat durch die jahrelange Erfahrung dieses Feature nochmals verfeinern und verbessern können.

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Verglichen mit anderen Devices, die in diesen Tagen angeboten werden, fallen die Rahmen um das Display schon ein bisschen dicker aus. Grundsätzlich gibt es aber nichts zu bemängeln am Display des Moto G4 Plus: Tolle Blickwinkel und auch hell genug, um es im strahlenden Sonnenschein zu nutzen. Dennoch gibt es in der Preisklasse Hersteller, die zwar bei der Verarbeitungsqualität nicht ganz an das Moto-Smartphone herankommen, deren Displays auf den ersten Blick aber eher einen Premium-Eindruck machen.

Moto G4 Unboxing

Moto G4 Plus von hinten vor der Verpackung

In der Box befinden sich neben dem Moto G4 Plus Schnellanleitungen für das Abnehmen der Rückseite, ausführliche Anleitungen in verschiedenen Sprachen, der Stecker fürs Quick-Charging und natürlich ein Micro-USB-Kabel. Wer auf einen kostenlosen Bumper oder auf Kopfhörer gehofft hat, wird leider nicht fündig.

Moto G4 Plus Performance

Die Performance ist alles in allem sehr ordentlich, die Apps starten wirklich flott. Auch bei Spielen wie Asphalt 8 Overall liegen die Ladezeiten im durchschnittlichen Bereich und das Game an sich ist einwandfrei spielbar. Probleme gab es lediglich bei der Kamera-App, die sehr lahm startet und auch Google Fotos – per Default als Galerie-App eingerichtet – braucht zu lang zum Starten. Vor allem bei der Kamera ist es sehr nervig, wenn ihr flott ein Foto machen wollt und dann sekundenlang auf einen schwarzen Screen blickt.

Über den Play Store kam während des Testzeitraums ein Update zur Kamera-Software, behoben wurde dieser Mangel aber dadurch leider nicht. Wir hoffen aber, dass sich dieses Problem mit einem der kommenden Updates beheben lässt. Falls das nicht passiert, greift einfach zu einer anderen Kamera-Software, beispielsweise zu der wirklich gelungenen von HTC. Was die Benchmarks angeht, bekommen wir beim Moto G4 Plus genau das geboten, was man vom Qualcomm Snapdragon 617 SoC (Quad-Core 1,5 GHz Cortex-A53 & Quad-Core 1,2 GHz Cortex-A53) erwarten darf.

Moto G4 Plus Software

moto-g4-plus

Der Google-Vergangenheit von Motorola verdanken wir es, dass wir es hier wieder mit einer sehr nackten Android-Version zu tun bekommen, einer Vanilla-Experience, die sich nicht wirklich stark von dem unterscheidet, was ihr auf Nexus-Smartphones vorfindet. Es gibt neben dem Google Now-Launcher auch die Galerie Google Fotos und lediglich die Anwendungen Moto Display und Moto Actions sind wirklich als eigene Software-Anpassungen Motorolas bzw. Lenovos zu erkennen.

Moto G4 Plus 01

An den Benachrichtigungen hat sich nicht viel geändert und da sich Motorola schon länger als alle anderen großen Hersteller mit der Always on-Funktion beschäftigt, hat man sich auch hier wieder weiter verbessern können. Im Moto G4 Plus findet sich leider nicht der Infrarotsensor, wie wir ihn vom teureren Moto X Style kennen. Der ist normalerweise dafür zuständig, wann die Notifications angezeigt werden, beim Moto G4 Plus behilft man sich für die gleiche Funktion mit dem Beschleunigungssensor. Durch einen Fingertipp auf den Lock-Screen könnt ihr euch wieder die Previews der Benachrichtigungen anschauen, in der neuen Software-Version bekommt ihr dazu mehr Infos geliefert und die Bubbles wurden auch farbig gestaltet.

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Moto Actions ist eine mehr eigenwillige, nichtsdestotrotz aber nützliche Anwendung: Mit einer doppelten Schüttel-Geste beispielsweise könnt ihr so die Taschenlampe aktivieren, mit zweimaligem Umdrehen des Smartphones startet die Kamera. Ich selbst habe irgendwie an einem Smartphone so gut wie nie die Taschenlampe genutzt. Jetzt, durch die unkomplizierte Art, die Lampe zu aktivieren, nutze ich sie aber plötzlich wirklich andauernd.

Ein paar typische Moto-Funktionen vermissen wir aber schon – zum Beispiel Moto Voice, mit welchem ihr mit “OK Moto” mit dem Smartphone interagieren könnt. Lenovo hat deutlich erkennbar am Design der Moto-Geräte geschraubt, in Sachen Software behält man aber die Moto-Linie bei. Von den Quick Settings bis zum Marshmallow-typischen Multitasking-Menü haben wir es mit einer von Moto gewöhnten, sauberen und aufgeräumten Experience zu tun, die frei von Bloatware ist.

Unter Android 6.0 Marshmallow könnt ihr SD-Karten nutzen, um den internen Speicher vollständig zu erweitern. Das bedeutet, dass ihr den internen Speicher um bis zu 128 GB erweitern könnt und diesen Speicher eben nicht nur zur Ablage von Medien-Dateien nutzen könnt. Ihr könnt also auch dort Apps installieren, ohne dass die Performance darunter leidet.

Moto G4 Plus Kamera

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An der Kamera merken wir oftmals, wieso ein Smartphone zu einem niedrigen Preis angeboten wird, weil sich hier die Spreu vom Weizen trennt. Das Moto G4 Plus hingegen macht hier einen großartigen Job – nicht nur auf die Preisklasse bezogen, sondern generell. Mit der Kamera im LG G5 oder dem Samsung Galaxy S7 kann man zwar nicht mithalten, aber diese Geräte kosten halt auch doppelt so viel – und die Kameras sind sicher nicht doppelt so gut. Für ein Smartphone unterhalb von 300 Euro hat das G4 Plus durchaus tolle Features zu bieten wie das duale Autofokus-System: Ein Phase-Detection-Autofokus (PDAF), zusammen mit einem Laser-Autofokus, was in dieser Preisklasse nun wahrlich nicht üblich ist. Dank dieser Technik können Objekte schneller fokussiert werden, unabhängig von den Lichtverhältnissen.

Der 16 MP-Shooter hat lediglich ein Problem mit der Kamera-App: Die App hängt ziemlich, bis sie gestartet werden kann, so dass ihr ewig warten müsst, bis ihr dann tatsächlich ein Foto machen könnt. Hier dürfte es künftig ein entsprechendes Update geben, welches diesen Mangel behebt, ein erstes Update, welches während unseres Testvorgangs verfügbar war, beschleunigte den Start der Kamera-Software aber bis dato noch nicht.

Beautiful! Avocado rice salad. Taichung has an amazing food scene!

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Dafür allerdings sind wir schwer begeistert vom Audio-HDR-Modus. Bei vielen Kameras wird HDR nur bei extremer Hintergrundbeleuchtung aktiviert, beim G4 Plus allerdings passiert das durchaus häufiger und mit wirklich tollen Resultaten.

Mit der Frontkamera gelingen durchaus ordentliche Selfies, auf den Instant-Beauty-Mode, den wir von anderen Smartphones kennen, wird hier jedoch verzichtet. Es macht schon einen Unterschied, ob ihr eure Haut durch die Software ein wenig aufhübschen könnt, aber wenn ihr das Feature nie genutzt habt oder generell nicht mögt, können wir schon verstehen, dass ihr den Beauty-Mode nicht großartig vermisst am G4 Plus.

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Wenn ihr nachts Selfies macht, werdet ihr feststellen, dass viele Details verloren gehen und die Farben eher verwaschen wirken. Ich hab ein Selfie mit dem Screen-Blitz gemacht und ja: Das Innere meiner Nase sieht wirklich super aus. Generell funktioniert dieser Bildschirm-Blitz ganz ordentlich, um in einer schlecht beleuchteten Umgebung ein besseres Bild hinzubekommen. Aber wenn ihr das Smartphone zu weit weg haltet, geht der Effekt komplett verloren.

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Da ich ein paar Cocktails hatte (Danke an R&D!) kann ich euch nachträglich noch nicht mal mehr sagen, wo jetzt genau der Screen-Blitz aktiviert war und wo nicht. Dieser tat sich bei Nachtaufnahmen mit der 5 MP-Cam ziemlich schwer mit der Hintergrundbeleuchtung, aber in den meisten anderen Situationen erledigte die Selfie-Cam mit f/2.2-Blende ziemlich souverän ihren Job. Das Sichtfeld ist auch groß genug, um eine ganze Gruppe oder den Hintergrund mit aufs Bild zu bekommen.

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Die Kamera-App von Moto kommt mit einem Pro-Modus, bei dem ihr die Verschlusszeit im Bereich zwischen ⅕ s und 1/3200 wählen könnt. Zeitraffer-Aufnahmen oder Bilder mit langer Belichtungszeit bekommt ihr eher nicht hin. Auch die ISO-Werte könnt ihr auswählen, wobei wir festgestellt haben, dass wir nachts die besten Ergebnisse bei einer Einstellung von 50 erzielen.

Mit der generellen Performance beim G4 Plus sind wir wirklich zufrieden, wenngleich der Kamera Bildstabilisierung jeglicher Art fehlt. Außerdem limitiert der Snapdragon 617 euch bei der Videoaufnahme – bei 1080p mit 30 Frames per Second ist Schluss. Die Kameraqualität an sich ist wie gesagt ziemlich gut und selbst die Low-Light-Aufnahmen gelingen besser als man es sonst von Smartphones dieser Preisklasse gewohnt ist. Es ist zwar nicht direkt Flaggschiff-Qualität, aber durchaus gehobene Mittelklasse.

Moto G4 Plus Sound

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Der Single-Speaker befindet sich im oberen Bereich der Vorderseite am Ohrhörer. Die Sprachqualität ist in Ordnung, aber wenn man Musik oder Videos laut abspielt, verzerrt der Ton ein wenig und ihr hört Echos. Wirklich tollen Sound oder entsprechende Audio-Features lässt das G4 Plus vermissen, so dass ihr zwar mal einen Song über den Speaker hören könnt, aber für längeren Hörgenuss solltet ihr das Smartphone dann schon lieber mit einem Bluetooth-Speaker koppeln.

Moto G4 Plus Akkulaufzeit

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Was die Akkulaufzeit angeht, sind wir definitiv glücklich mit dem Moto G4 Plus! Während des Testens bin ich dazu übergegangen, das Smartphone nicht über Nacht zu laden und es stattdessen am nächsten Tag noch eine Stunde an die Steckdose zu klemmen. Dank Quick Charge kam ich somit wieder durch den Tag. Zehn Minuten Laden und ihr seid wieder bei 15 Prozent – genug Saft, um durch die Stadt zur Arbeit zu pendeln zum Beispiel. Voll aufgeladen habe ich beim Testen in der Regel eineinhalb Tage mein Smartphone mit einer Akkuladung nutzen können.

Gehe ich abends raus und hab noch 50 Prozent Akku, kann ich das Smartphone nochmal flott 10 oder 15 Minuten laden, aber selbst wenn ich das nicht mache, weiß ich, dass ich dennoch in der Nacht Nachrichten schreiben, Maps nutzen und tonnenweise Selfies machen kann, ohne dass der Akku die Grätsche macht. Der Wert von eineinhalb Tagen Akkulaufzeit ist zustandegekommen an Tagen, an denen wir das Smartphone ganz durchschnittlich nutzen und im WLAN unterwegs sind.

Moto G4 Plus Preis

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Hier in Deutschland ist das Moto G4 Plus für 299 Euro zu haben, was relativ günstig ist, wenn wir berücksichtigen, was man dafür geboten bekommt. Mittlerweile sind aber auch Handsets wie das Nexus 5X, das Samsung A5 oder das LG G3 für ungefähr 250 Euro erhältlich, so dass ihr auch zu älteren Devices greifen könntet, die sogar etwas besser ausgestattet sind.

Persönlich würde ich aus Gründen der Effizienz lieber zum neueren Smartphone greifen, weil diei neueren Geräte weniger Energie verbrauchen und der Akku somit länger durchhält. Der Akku des Moto G4 Plus hält etwa eineinhalb Tage durch – das ist schon mal ein paar Euro extra wert.

Interessant ist, dass das Moto G4 Plus in den USA aktuell für 375 Dollar gelistet wird – packt da noch 25 Dollar drauf und ihr bekommt das nagelneue OnePlus 3, welches in Sachen Leistung Kreise um das G4 Plus dreht. So oder so wird nicht ganz klar, wie dieser – im Vergleich zum deutschen Angebot – hohe Preis zustande kommt.

Wer aber wirklich ernsthaftes Interesse am Moto G4 Plus hat, sollte sich vielleicht eher die Frage stellen, ob alternativ für ihn nicht auch das ebenfalls neue Moto G4 infrage käme, welches zum kleineren Preis ein nahezu identisches Smartphone darstellt, abgesehen vom fehlenden Fingerabdrucksensor und der 13 MP-Cam anstelle des 16 MP-Sensors. Geduldet euch vielleicht noch ein bisschen – in den nächsten Tagen folgt auch der ausführliche Test für das Moto G4.

Bewertung
Design / 7
Kamera / 7
Sound / 7
Performance / 8
Akkulaufzeit / 9
Software / 8.5
Preis / 8
Editor's Choice / 8
Hardware / 7.5
Display / 8
Moto G4 Plus

Das Moto G4 Plus setzt die Tradition fort und kombiniert wieder einmal ausgezeichnete Verarbeitungsqualität und Funktionen, die man bei einem so günstigen Smartphone nicht unbedingt erwartet. Die Kamera liefert mehr als ordentliche Ergebnisse ab und kann immerhin mit kombiniertem Laser- und Phase Detection-Autofokus aufwarten. Berücksichtigt dann noch den fetten Akku, der eineinhalb Tage im Schnitt durchhält und ihr habt in der Kombination einen wirklich ansprechenden Daily Driver.

7.8
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