Nokia 8: Hands on-, Unboxing- und Beispiel-Fotos des Flaggschiffs

Wie angekündigt hat Nokia bzw. HMD Global mit dem Nokia 8 sein neues Flaggschiff-Smartphone aus dem Hut gezaubert. Ausgestattet mit Snapdragon 835 und einem 1440p-Display will man verlorenes Terrain zurückerobern. 

Update: Wir haben im Artikel die Unboxing-Sektion sowie einige Hands-on-Fotos ergänzt, außerdem findet ihr im Beitrag jetzt auch Beispiel-Fotos der Kameras. 

Der Termin war vorab bekannt, auch das Design und auch die technischen Daten waren weitgehend durchgesickert. Im Jahr 2017 kann auch der einstige Smartphone-Riese Nokia sich also den üblichen Markt-Mechanismen nicht entziehen und muss damit leben, dass bei einem Launch-Event das meiste schon bekannt ist.

Nokia Unboxing

Im Unboxing präsentiert sich wenig Überraschendes. Direkt nach dem Öffnen der schlichten Box strahlt euch das Handset an. Weiter enthalten sind neben dem üblichen Schnellstart- und Garantie-Papierkram der Akku nebst 1 m langem USB-Kabel (Typ C, USB 3.1), das In-Ears-Headset und ein Eject-Tool für die SIM-Karte.

Nokia 8 Technische Daten

Jetzt wollen wir euch das Smartphone  auch ausführlich vorstellen, welches — wie erwartet — mit einem 5,3 Zoll großen Display kommt, das mit 2.560 x 1.440 Pixeln auflöst. Es setzt auf einen Snapdragon 835, 4 GB RAM und ein pures Android 7.1. Hier sind die wichtigsten Specs im Überblick:

  • 5,3 Zoll großes IPS LCD QHD-Display mit einer Auflösung von 2.560 x 1.440 Pixeln, Corning Gorilla Glas 5, 700 nts Bildschirmhelligkeit, 2.5D Glass
  • Qualcomm Snapdragon 835 Octa-Core-SoC mit 2,45 GHz
  • Adreno 540 GPU
  • 4 GB RAM
  • 64 GB interner Speicher, per microSD-Karte erweiterbar um bis zu 256 GB
  • Android 7.1.1
  • Zeiss Dual-Cam: 13 MP (Farbe + OIS) + 13 MP (Mono); 1,12 um; f/2,0, 76,9; PDAF; IR-Entfernungsmesser, Dual Tone Flash
  • Front-Cam: 13 MP PDAF; 1,12 um, f/2,0, 78,4˚; Display Flash
  • Single- und Dual-SIM
  • WLAN 802.11 a/b/g/n/ac (MIMO), BT 5.0, GPS/AGPS+GLONASS+BDS, NFC, ANT+
  • USB Typ-C-Anschluss (USB 3.1)
  • Fingerabdrucksensor
  • IP54-zertifiziert
  • Integrierte 3.090-mAh-Batterie mit Qualcomm Quick Charge 3.0 kompatibel
  • Maße: 151,5 x 73,7 x 7,9 mm (Kamera steht 0,4 mm vor)
  • 160 g Gewicht
  • Farben: Polished Blue, Polished Copper, Tempered Blue und Steel

Nokia 8 Hardware

Wie bereits erwähnt, wussten wir bereits im Groben, womit wir es zu tun bekommen und das hat HMD Global uns nun also auch bestätigt. Mit dem Snapdragon 835 Octa-Core-SoC von Qualcomm kann man in der Tat derzeit nichts falsch machen und zusammen mit den 4 GB RAM sowie 64 GB erweiterbaren Speicher haben wir es hier tatsächlich endlich mal wieder mit einem bärenstarken Smartphone zu tun, das den Namen “Nokia” trägt.

High-End auch bei der Kamera, denn da verspricht allein der Name “Zeiss” Qualität. Auf der Rückseite befinden sich zwei Kameras mit jeweils 13 Megapixeln, einmal Farbe und einmal monochrom. Die Farb-Cam kann auch optische Bildstabilisierung vorweisen, zudem gibt es einen Hybrid-Autofokus und einen Dual-LED-Blitz.

Vorne setzt HMD ebenfalls auf einen 13-MP-Sensor, dazu gibt es einen Display-Blitz und einen Phase-Detection-Autofokus. Vorne wie hinten nennt man uns übrigens 1,12 um große Pixel und f/2,0-Blenden. Wir sind auf den Test gespannt und hoffen auf großartige Resultate bei den Fotos. Abgerundet wird der Hardware-Spaß durch obligatorische Features wie den Fingerabdrucksensor, USB-Typ-C-Anschluss, LTE und optional Dual-SIM.

Der Akku ist mit einer Kapazität von 3.090 mAh ausreichend groß bemessen und zudem mit der QuickCharge 3.0-Technologie von Qualcomm kompatibel. Das durch abgerundetes Gorilla Glass 5 geschützte 1440p-Display erreicht mit einer Helligkeit von 700 Nits einen erstaunlich hohen Wert und sollte somit auch in der Sonne sehr gut abgelesen werden können.

Nokia 8 OZO Audio und “Bothies”

Mit besonderen Funktionen will man die Leute davon überzeugen, künftig doch wieder zum Nokia zu greifen und nicht zur Konkurrenz. Dazu gehört die Einführung einer Dual-Sight-Video-Cam, mit der es euch möglich ist, die vordere als auch die hintere Kamera gleichzeitig zu nutzen und euch Fotos als auch Videos in einer geteilten Bildschirmansicht anzuzeigen.

Dafür hat sich HMD das Kunstwort “Bothie” einfallen lassen, also ein Konstrukt aus “both” und “Selfie”. Ehrlich gesagt warte ich noch darauf, dass dieser Begriff bei mir zündet. Aber sei es drum: Dank “Bothie” verfügt ihr über einen dualen Livestream in Echtzeit für Facebook oder auch YouTube.

Wenn ihr euch für derlei Livestreaming-Möglichkeiten interessiert, dann dürfte euch auch der OZO Audio-Sound gefallen, der ebenfalls auf dem Nokia 8 seine Premiere feiert. Hier werden drei Mikrofone mit Nokia-exklusiven Algorithmen für Akustik kombiniert, auf diese Weise entstehen Aufnahmen im 360°-Raumklang.

Ihr könnt dadurch jederzeit 4K-Videos mit OZO Audio teilen und dank der entsprechenden Codecs können die Clips selbst auf Devices ohne OZO Audio in HiFi-Qualität abgespielt werden. Auch hier gilt wieder: Der Test muss zeigen, wie viel Mehrwert in diesen Features steckt.

Nokia 8 Beispiel-Fotos der Hauptkamera

Nach wie vor haben wir noch kein eigenes Test-Gerät erhalten, konnten aber zumindest schon mit einem anderen Nokia 8 ein wenig herumspielen und auch einige Fotos schießen, um uns von der Qualität der Kamera zu überzeugen. Bevor wir euch unsere abschließende Meinung kundtun, könnt ihr euch anhand dieser Bilder also schon mal selbst einen Eindruck verschaffen:

 

 

 

Nokia 8 Beispiel-Fotos der Selfie-Cam

Viele Selfie-Kameras setzen aktuell auf den Effekt, den Hintergrund unscharf darzustellen, um das Gesicht im Vordergrund zu betonen. Das wirkt sich natürlich negativ aus, wenn im Hintergrund eine weitere Person steht, die dadurch wie der Rest des Hintergrunds ebenfalls nur verschwommen dargestellt wird.

Nokia 8 Design und Verarbeitung

Auch beim Design waren wir dank entsprechender Leaks bereits vorab im Bilde. Im Gegensatz zu den Nokia-Devices der Lumia-Ära setzt man jetzt nicht mehr auf bunte Bonbon-Farben beim Gehäuse, dennoch werden viele verschiedene Alternativen angeboten. Polished Blue, Polished Copper, Tempered Blue und Steel heißen die Farben, die uns Nokia bzw. HMD Global kredenzt hat.

Dabei vertrauen die Chinesen mit finnischer Lizenz auf einen Aluminium-Unibody und sprechen selbst von einem “puristischen Design”. Das weiß ich normalerweise auch absolut zu schätzen und alles in allem finde ich auch, dass das Nokia 8 ein attraktives Smartphone ist. Dennoch wirkt speziell die Front mit den etwas zu breiten Rahmen ums Display auf mich ein kleines bisschen antiquiert.

Das nackte Android 7.1.1 Nougat ohne jeglichen zusätzlichen Schnickschnack verstärkt immerhin diesen puristischen Look und sorgt zudem auch dafür, dass ihr flott die neuesten Updates erhalten dürftet. Mit 7,9 mm haben wir es hier mit einem relativ schlanken Handset zu tun, bei dem allerdings die Kamera hinten mit 0,4 mm ein kleines bisschen heraus steht. Dass es dadurch ein wenig dicker wird, ist dabei nicht besonders entscheidend.

Allerdings kann ein Kamera-Hubbel so ein Smartphone ziemlich entstellen und außerdem dafür sorgen, dass es auf dem Tisch liegend hin und her kippelt. Bei so einem minimalen Wert wie 0,4 mm wie in diesem Fall ist es aber noch absolut im vertretbaren Bereich, auch wenn die Cam eben nicht ganz plan abschließt.

Vorne wird das hochauflösende Display durch Gorilla Glass 5 geschützt, unterhalb des Displays befinden sich kapazitive Tasten. Darüber hinaus ist das Nokia 8 auch nach IP54 zertifiziert, was für euch bedeutet, dass das Teil spritzwassergeschützt ist.

Nokia 8 Preis und Verfügbarkeit

Wer in Deutschland zuschlagen möchte, kann das seit einigen Wochen tun: Das Nokia 8 ist nämlich seit dem 8. September 2017 zum Preis von 579 EUR (UVP) im Handel erhältlich. In gleich vier verschiedenen Farben wird das Nokia 8 angeboten, wobei zunächst erst einmal zwei zur Verfügung stehen: Die Farben Tempered Blue und Steel machen dabei den Anfang, Polished Blue und Polished Copper folgen später.

Mit diesem Preis nähert man sich auch in dieser Hinsicht wieder dem High-End-Segment an. Sollten die Fähigkeiten der Zeiss-Cam und die Livestreaming-Features halten, was sie versprechen, könnte das in Kombination mit dem nackten Android und den anderen starken Bauteilen durchaus ein erfolgsversprechendes Konzept sein.

Allerdings dürfen wir dabei nicht vergessen, dass die frühen Flaggschiffe dieses Jahres — das Samsung Galaxy S8 sei hier exemplarisch erwähnt — auch bereits günstiger zu haben sind als zum Verkaufsstart und daher durchaus eine Konkurrenz darstellen. Unser Test wird zeigen müssen, ob das Nokia 8 tatsächlich zum Premium-Smartphone taugt oder vielleicht “nur” zur gehobenen Mittelklasse gezählt werden muss. Aus der Ferne betrachtet macht das jedenfalls alles schon mal einen guten Eindruck — mehr erzählen wir euch zu diesem schicken Handset, wenn wir selbst Hand an unser Testgerät legen konnten.