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OnePlus 7 Pro – Ist es zu groß?

OnePlus – dieser Name steht seit jeher für Smartphones mit Flagship-Hardware und Preisen aus dem Mittelklasse-Segment. Die Preisanstiege auf dem Smartphonemarkt machen sich aber auch bei OnePlus bemerkbar. Beim OnePlus 7 ist aber nicht nur der Preis größer – denn das Gerät verfügt über ein 6,67 Zoll großes Fluid AMOLED-Display. Display wo das Auge hinreicht, aber sind 6,67 Zoll zu viel?

von Nicole am 14. Mai 2019
OnePlus 7 Pro
Pro
  • Wunderschönes Display
  • Oxygen OS ist ordentlich und gut designt und basiert auf Android 9.0
  • Snapdragon 855 mit Qualcomms KI-Engine
  • Ideal für Spiele geeignet
  • Ordentliche Kamera
Kontra
  • Kein SD-Kartenslot
  • Keine Kopfhörerbuchse
  • Kein kabelloses Laden
  • Nicht wasserfest
  • Der Preis des Flagship-Killers ist zwar ein guter Deal, aber nicht atemberaubend
  • Gute Bilder auch bei wenig Licht, branchenführend sind die Fotos aber nicht
  • Für den ein oder anderen etwas zu groß

Dieser Test stellt lediglich einen detaillierten Ersteindruck des OnePlus 7 dar, wir haben noch kein endgültiges Urteil über die Akkulaufzeit und die Kamera gefällt.

Das OnePlus 7 tritt in große Fußstapfen. Schließlich ist der Hersteller berühmt für seine Premium-Handys mit unschlagbaren Preisen. Im vergangenen Jahr waren wir große Fans des OnePlus 6 und 6T, die McLaren Edition war lange Zeit das Smartphone unserer Wahl. Wird das OnePlus 7 unseren Erwartungen gerecht? Und ist der Bildschirm, der mit 6,67 Zoll nun deutlich größer ist als das 6,28-Zoll-Display des Vorgängers, doch zu groß? Finden wir’s heraus!

Das OnePlus 7 besitzt ein wunderschönes Display, den brandneuen Qualcomm Snapdragon 855 und bis zu 12 GB Arbeitsspeicher. Auf der Rückseite befindet sich eine Triple-Kamera mit 48 MP, die über ein Ultraweitwinkel-Objektiv sowie ein Zoom-Objektiv mit 3-fachem Zoom verfügt. Dank des 4000 mAh starken Akkus kommt man mit dem Smartphone problemlos durch den Tag. Dauernutzer können das Gerät dank WarpCharge 30 in nur 20 Minuten zu 50 Prozent aufladen. Außerdem sind einige Gaming-Features mit an Bord – darunter auch ein haptisches Vibrationsfeature und ein 10-lagiges Flüssigkeitskühlsystem.

Die Variante in Nebula Blue sieht unserer Meinung nach fantastisch aus. Die verschiedenen Glasschichten absorbieren das Licht, bevor es auf eine Antireflex-Beschichtung trifft, die einen atemberaubenden Effekt erzeugt.

Fangen wir mit dem Aussehen und dem Handling an, denn meine größte Frage lautet: ist das OnePlus 7 zu groß?

Bei den meisten Smartphones fällt es mir mittlerweile schwer, das andere Ende der Tastatur zu erreichen, wenn ich zum Tippen nur eine Hand verwende. Dieses Problem ist beim OnePlus 7 wesentlich offensichtlicher. Auf kleineren Geräten wie dem Samsung Galaxy S10 kann ich problemlos die W-Taste erreichen, die Q-Taste ist schon etwas kniffliger. Auf dem OnePlus 7 ist bereits beim „E“ Schluss. Das OnePlus 7 ist zweifellos ein großes Smartphone, aber auch bei kleineren Geräten ist die einhändige Bedienung oft eine Herausforderung. Die zusätzliche Größe macht sich aber vor allem beim Gewicht bemerkbar. Die Abmessungen betragen 162,6 x 75,9 x 8,8 mm, das Gewicht liegt bei 206 Gramm. Ohne Schutzhülle ist mir das Gerät nicht griffig genug, aber dank der mitgelieferten Schutzhülle ist das zum Glück kein großes Problem.

Zurück zur Frage: Ist das OnePlus 7 zu groß?

Nein. Zwar muss man sich zunächst daran gewöhnen, aber solange einem das große Display zusagt, ist das keine große Herausforderung. Spiele, Filme und selbst e-Books sind alles Gründe, die für den großen Bildschirm sprechen – übrigens gibt es einen Lesemodus, der die Darstellung in Graustufen umwandelt und auch für Artikel im Netz sehr praktisch ist.

Passt das Smartphone in die Hosentasche? Aufgrund der Länge ist es in der vorderen Hosentasche vor allem beim Sitzen etwas unbequem. In der hinteren Hosentasche würde ich es aber auch nicht aufbewahren wollen – das wäre sonst ein wahrer Traum für Taschendiebe! Inzwischen ist aber auch dieses Problem nichts Neues mehr und ihr werdet bestimmt schon wissen, ob das für euch ein K.o.-Kriterium ist.

Schaut euch nur das Display an!

Ich kann kaum glauben, wie gut das Display aussieht. Das Fluid AMOLED Display mit seiner QHD+-Auflösung und einer Pixeldichte von 516 ppi ist fantastisch. Laut OnePlus befinden sich 4,49 Millionen individuelle Pixel auf dem Panel. Die Bildwiederholrate von 90 Hz sorgt für flüssige Animationen – daher auch das „Fluid“ im Namen. Das Seitenverhältnis beträgt 19,5:9 und das Panel unterstützt sRGB und Display P3.

Die mitgelieferte Bildschirmschutzfolie ist übrigens ziemlich gut und durchaus brauchbar. Vor allem im Vergleich zu den billigen Folien, die sich bei Samsung im Lieferumfang befinden, denn diese halten höchstens ein paar Wochen.

Der Fingerabdrucksensor ist in den Bildschirm integriert und funktioniert schnell und zuverlässig. Bisher gab es bei uns keine Probleme bei der Erkennung der Fingerabdrücke und die Geschwindigkeit ist vergleichbar mit der von anderen Premium-Smartphones.

Gaming

Gaming-Freunde werden das OnePlus 7 lieben. Ich spiele gerne Warhammer Freeblade und die Performance ist hervorragend! Spiele sehen auf den OnePlus 7 nicht nur großartig aus, sondern laufen dank Game Mode flüssig und ohne lange Ladezeiten. Das Moto G7 Plus braucht dreimal so lange, um das Spiel zu laden. Und das Samsung Galaxy S10 ist dagegen nur einen kleinen Tick schneller.

Das verbesserte Vibrationsfeature des OnePlus 7 bietet neben einer geringeren Verzögerung auch mehrere Vibrationsstufen. Ich persönlich habe das Feature bei Spielen aber nicht wirklich bemerkt. Wie bei den meisten anderen Smartphones könnt ihr selbst einstellen, wie stark das Gerät bei eingehenden Nachrichten oder Anrufen vibrieren soll.

Nach 15 Minuten Warhammer Freeblade war das Gerät zwar warm, aber nicht heiß. Vor allem der Bereich unterhalb der Kamera erwärmt sich spürbar. Dasselbe ließ sich bereits beim 6T beobachten, aber der Game Mode sorgt eben dafür, dass das Smartphone ständig auf Hochtouren läuft. Ich spiele auf höchsten Grafikeinstellungen und habe bisher noch keinen einzigen Ruckler bemerkt.

Normalerweise bleibt der Ton bei mir ausgeschaltet, aber die Lautsprecher klingen laut und überraschend klar. Das Gerät verfügt über einen Dual-Lautsprecher bestehend aus dem Ohrhörer und einem Lautsprecher an der Unterkante. Einen 3,5-mm-Klinkenanschluss gibt es übrigens nicht, aber meine Bullet 2.0-Kopfhörer klingen großartig und bieten eine lange Akkulaufzeit.

Ich habe den Sound des OnePlus 7 mit dem meines Lenovo S940 verglichen. Am Ende war der Unterschied zwischen Laptop und Smartphone nicht wirklich groß. Nur bei höherer Lautstärke klingt das OnePlus ein wenig blechern. Die Laptop-Lautsprecher bieten außerdem mehr Bass.

Wie gut ist die Kamera?

Das OnePlus 7 nutzt den brandneuen Sony IMX586-Sensor mit 48 MP. Die Pixelmatrix verwendet die so genannte Quad-Bayer-Technologie.

Bei einer Bayer-Matrix ist jede Fotozelle einer Wellenlänge zugeordnet, um entweder blaues, grünes oder rotes Licht aufnehmen zu können (ähnlich wie das menschliche Auge). Die Sensorelektronik sorgt dann mit einer Portion Mathematik dafür, dass die einzelnen Pixelgruppen in die eigentliche Farbe umgewandelt werden. Hierzu werden die Werte zweier grüner Pixel (G) und die Werte eines roten Pixels (R) und eines blauen Pixels (B) zu einem Durchschnittswert kombiniert.

Was hat es also mit der Quad-Bayer-Matrix auf sich?

Der IMX586-Sensor von Sony nutzt eine Quad-Bayer-Matrix. Diese funktioniert wie eine gewöhnliche Bayer-Matrix, aber statt einzelner Pixel sitzen jeweils vier Pixel (2×2) derselben Farbe nebeneinander auf dem Sensor.

Es wird heiß diskutiert, ob es sich dabei tatsächlich um einen 48-MP-Sensor handelt. Oben könnt ihr sehen, dass die Quad-Matrix wie eine Bayer-Matrix mit doppelt so großen Pixeln aussieht. Häufig wird deshalb behauptet, dass der Sensor eigentlich nur knapp 12 MP besitzt. Strenggenommen sind es aber 48 MP, denn auf dem Sensor sitzen insgesamt 48 Millionen eigenständige Fotozellen.

Die Rückkamera verfügt über drei Objektive. Die Hauptkamera nutzt den 48-MP-Sensor und verfügt über OIS und EIS sowie eine Blende von f/1.6. Das Teleobjektiv nutzt einen 8-MP-Sensor und verfügt über eine Blende von f/2.4 und OIS. Bei schlechten Lichtverhältnissen solltet ihr deshalb die Hauptkamera verwenden. Die Weitwinkelkamera schneidet aufgrund der Blende von f/2.2 und dem 16-MP-Sensor bei wenig Licht etwas besser ab. Ihr Sichtfeld beträgt 117 Grad. Dank Teleobjektiv bietet die Kamera 3-fachen optischen Zoom. Außerdem gibt es mehrere Arten von Autofokus: PDAF, LAF und CAF.

Standard
Weitwinkel

Die Fotos sehen toll aus. Auch wenn sie bei wenig Licht nicht so gut ausfallen wie bei Huawei, ist die Kamera durchaus solide. Selbst in einem stockdunklen Raum konnte ich ein Foto knipsen – derselbe Partytrick wie beim P30 Pro – aber wer macht das schon? (Was aber nicht heißen soll, dass wir von Huawei nicht beeindruckt sind!)
Hier könnt ihr einen Blick auf die drei verschiedenen Perspektiven der Objektive werfen. Wir freuen uns, dass Weitwinkelobjektive in immer mehr Smartphones zu finden sind!

 

Schwaches Licht

Hier ein Vergleich bei schlechten Lichtverhältnissen zwischen Automodus und Nachtmodus.

Apropos wenig Licht. Das Display besitzt ebenfalls einen Nachtmodus, mit dem ihr nicht nur das Blaulicht herausfiltern, sondern die Bildschirmhelligkeit auf beeindruckende 0,27 Nits herunterschrauben könnt.

Selfiekamera

Auf der Vorderseite sitzt ein 16 MP IMX471-Sensor mit EIS und einer Blende von f/2.0. Ein Beautymodus darf natürlich auch nicht fehlen. Es handelt sich außerdem um eine Pop-up-Kamera – ein Feature, das vor allem bei Oppo-Geräten zu finden ist. Die Umsetzung gefällt mir beim Oppo Reno aufgrund der „Flossenform“ der Kamera etwas besser. Die Selfies sehen eher durchschnittlich aus. Der Beautymodus ist zwar in Ordnung, aber mit Sonneneinstrahlung kommt die Kamera nicht zurecht, wie ihr an manchen der Fotos erkennen könnt.

Ihr könnt die Kamera zwar nach unten drücken, dem Smartphone gefällt das aber nicht. Der Mechanismus soll 300.000 Verwendungen standhalten. Selbst wenn ihr die Kamera 150 Mal am Tag verwendet, sollte sie fünf Jahre lang durchhalten.

Preis

OnePlus 7 Pro
6GB RAM, 128GB ROMMirror Grey709EURMai 21
8GB RAM, 256GB ROMMirror Grey759EURMai 21
8GB RAM, 256GB ROMAlmond759EURJuni
8GB RAM, 256GB ROMNebula Blue759EURMai 21
12GB RAM, 256GB ROMNebula Blue829EUR

Frühes Urteil

Dieser Test stellt lediglich einen detaillierten Ersteindruck des OnePlus 7 dar, wir haben noch kein endgültiges Urteil über die Akkulaufzeit und die Kamera gefällt.

Das OnePlus 7 ist ein Flaggschiff-Smartphone, weshalb wir einen genauen Blick darauf geworfen haben, wie es im Vergleich zu anderen Topmodellen abschneidet. Wir sind große Fans der OnePlus-Reihe, obwohl es die Geräte mit ihrer Low-Light-Performance nicht in die Top fünf schaffen. Das OnePlus 7 macht zwar tolle Fotos, kann aber weder Google noch Huawei vom Thron stoßen. Features wie 50-fachen Zoom oder beeindruckende Fotos im Dunkeln bietet das OnePlus 7 eben nicht.

Was mir an OnePlus so gut gefällt sind die nützlichen Anpassungsmöglichkeiten von Oxygen OS. Das ist zwar nichts Neues, aber wer die Oberfläche kennt, weiß wovon ich spreche. Der Gaming-Modus ist ebenfalls großartig und zusammen mit dem großen Display ist es der Traum eines jeden Gamers.

Die Größe des Geräts mag für viele ein K.O.-Kriterium sein. Auch für meine Hosentaschen ist es leider zu groß, weshalb ich in letzter Zeit öfter zum Samsung Galaxy S10 greife. Das passt nämlich komplett in meine hintere Hosentasche. Letztendlich ist das natürlich Geschmackssache. Bis ich mich an das Gewicht und die Größe gewöhnt hatte, hat es rund fünf bis sechs Tage gedauert.

Das OnePlus 7 kostet mehr als seine Vorgänger – der Preis entspricht nicht länger der Mittelklasse, sondern eher einem High-End-Modell. Grund dafür ist der allgemeine Preisanstieg auf dem Smartphonemarkt, deshalb ist das OnePlus 7 immer noch ein toller Deal! Wenn ihr vom OnePlus 5 oder 5T umsteigen möchtet, solltet ihr zuerst testen, ob euch die Größe gefällt. Ansonsten ist es aber ein solides Upgrade. Wer sich gerade erst das OnePlus 6T zugelegt hat, sollte besser ein wenig abwarten, bis das 7T oder das 8 auf den Markt kommt.