Samsung Galaxy Note 9 im Hands on: Das beste Business-Smartphone?

Wie angekündigt hat Samsung heute das Galaxy Note 9 vorgestellt und wir zeigen es euch bereits in unserem Video.

Das Samsung Galaxy Note 9 aka „das am schlechtesten gehütete Geheimnis der Branche“ hat heute offiziell das Licht der Welt erblickt und die Koreaner setzen natürlich große Hoffnung auf dieses Premium-Smartphone, nachdem das Samsung Galaxy S9 zwar ein bärenstarkes Device ist, die Verkäufe aber ein klein wenig hinter den Erwartungen zurückbleiben.

Wer jetzt allerdings beim Note 9 darauf gehofft hat, dass Samsung ein Innovations-Feuerwerk entfacht, was das Design angeht, dürfte enttäuscht sein. Wie zu erwarten war, bleibt das Unternehmen aus Fernost nämlich seiner Designsprache treu und präsentiert ein Gerät, welches nahezu identisch mit dem Vorgänger ist, dem Samsung Galaxy Note 8.

Dennoch ist sich Samsung sicher, dass das neue Modell sinnvoll verbessert wurde, wobei künstliche Intelligenz eine Rolle spielt, außerdem hat man den S Pen deutlich optimiert und ihm Bluetooth-Funktionalität verpasst. Auch unter der Haube hat man aufgerüstet, was die Performance angeht, so dass das Galaxy Note 9 das stärkste Smartphone ist, welches Samsung im Portfolio hat.

Wir werden uns in den nächsten Wochen mit diesem neuen Flaggschiff auseinandersetzen, haben aber natürlich heute schon Hands-on-Eindrücke für euch, damit ihr schon mal einen groben Eindruck vom Handset erhaltet. Wir blicken zunächst einmal auf die technischen Daten:

Samsung Galaxy Note 9 Hardware

Display6,4 Zoll Infinity Edge Display, Super AMOLED, Quad HD+ (2960 x 1440), Always on-Display, 18,5:9 Verhältnis. PCI-P3 Standard, 516 ppi
Prozessor
Grafikchip
Samsung Exynos 9810, Octa-Core-SoC (4 x 2,7 GHz + 4 x 1,7 GHz) (Europa),
Qualcomm Snapdragon 845 Octa-Core-SoC (4x 1,7 + 4x 2,6 GHz) (USA, andere Regionen)
Arbeitsspeicher6 bzw. 8 GB RAM, LPDDR4
Interner Speicher128 bzw. 512 GB UFS 2.1 Speicher, erweiterbar per microSD-Karte um bis zu 512 GB
Kamera hintenDualkamera mit Laser- und Dual-Pixel-Autofokus, OIS, Sensor 1: 12 MP f/1.5 & f/2.4 Blende; Sensor 2: 12 MP f/2.4 Blende
Kamera vorne8 MP weitwinkel, f/1,7, OIS
BetriebssystemAndroid 8.1 Oreo, Samsung Experience
Akku4.000 mAh, nicht austauschbar, adaptive fast charging (schnelles Laden), wireless charging (kabellos)
KonnektivitätLTE Cat.18
Wi-Fi 802.11 a/b/g/n/ac (2.4/5GHz),VHT80 MU-MIMO,1024QAM
Bluetooth v 5.0 (LE bis zu 2Mbps), ANT+, USB type-C, NFC, Location (GPS, Galileo, Glonass, BeiDou)
(Duos-Version mit Dual-Sim (Hybrid-Sim-Slot – zweite Nano SIM oder microSD Karte)
Sensoren
  • Iris sensor
  • Drucksensor
  • Beschleunigungssensor
  • Barometer
  • Fingerabdrucksensor
  • Gyrosensor
  • Geomagnetischer Sensor
  • Hallsensor
  • Herzfrequenzsensor
  • Annächerungssensorsensor
  • RGB-Lichtsensor
Maße161,9 x 76,4 x 8,8 mm
Gewichtca. 201 g
Weitere DetailsS Pen: Bluetooth-Unterstützung
Bixby-Taste für Zusatzfunktionen
Samsung DEX-Unterstützung
Heatpipe-Kühlung
Dolby Atmos tuned bei AKG

Gegenüber dem Vorjahr präsentiert sich das Note 9 selbstverständlich stärker, was SoC und Arbeitsspeicher angeht. Dabei übernimmt man für den europäischen Markt den selben Exynos 9810, den wir schon aus dem Galaxy S9 und dem S9+ kennen. Somit schlägt das Note-9-Herz nicht stärker als bei den anderen Samsung-Premium-Modellen dieses Jahres, aber das ist ja auch angesichts der Leistung nicht notwendig. Gegenüber dem Vorjahr befindet sich jetzt auch eine Heatpipe-Kühlung an Bord, die das Überhitzen verhindern soll, wenn die Leistung beim Note 9 hochgefahren wird.

Der Arbeitsspeicher bietet uns zwei Alternativen, ebenso wie der Flash-Speicher: Im letzten Jahr hatten wir es noch mit 64 GB Speicher und 6 GB RAM zu tun. Dieses Jahr geht es bei ebenfalls 6 GB RAM und dann 128 GB Speicher los, wer ein paar Scheine mehr investiert, kann sich aber auch das Modell mit satten 8 GB RAM und reichlichen 512 GB internen Speicher gönnen. Da der microSD-Slot weiterhin am Start ist und ihr dort eine Karte mit nochmal 512 GB maximal unterbringen könnt, ist ein Gesamtspeicher von 1 TB zu erreichen.

Beim Akku hat Samsung erfreulicherweise auch nochmal eine Schippe drauflegen können. Die Kapazität wächst um 700 mAh an auf nunmehr 4.000 mAh, so dass selbst dieser riesige Edel-Hobel jetzt einigermaßen geschmeidig über den Tag kommen sollte. Apropos riesig: Das Display wächst von 6,3 auf 6,4 Zoll an, bei der Auflösung bleibt es aber bei 2.960 x 1.440 Pixeln, so dass die Pixeldichte minimal auf 516 ppi fällt. Das sollte nun aber wirklich nicht negativ ins Gewicht fallen. Zum Akku ist noch zu sagen, dass ihr auch dieses mal erneut die Möglichkeit habt, ihn auch kabellos zu befüllen.

Bei der Kamera macht es sich Samsung leicht und verbaut einfach die identische Technik, die wir schon aus dem Galaxy S9+ kennen. Schaut hier also am besten einfach in die Kamera-Sektion unseres S9-Tests rein, um die kompletten Spezifikationen zu erfahren und auch entsprechende Beispiel-Fotos zu sehen.

Selbstverständlich weiß man bei Samsung auch, dass man sein Spitzenmodell nicht mit den Worten „exakt die gleiche Kamera wie im vorherigen Spitzenmodell“ bewerben kann, daher packt Samsung noch ein Sahnehäubchen drauf: Wie bei anderen Herstellern auch heißt dieses Sahnehäubchen „künstliche Intelligenz“ und das bedeutet, dass die Kamera dank KI dann doch ein wenig stärker sein soll als die im Galaxy S9+. Konkret soll das so aussehen, dass Situationen erkannt werden, in denen euer Motiv versehentlich die Augen geschlossen hat oder insgesamt unscharf ist. Ihr werdet dann auf dem Display per Meldung darauf hingewiesen und könnt einen neuen Versuch wagen. Darüber hinaus soll die Kamera automatisch erkennen, ob es sich beim Motiv um Personen handelt, oder ob Natur oder Text im Fokus stehen. Daraus resultiert dann eine entsprechende automatische Optimierung für genau das jeweilige Motiv, von dem zum Verkaufsstart 20 verschiedene Szenen von der künstlichen Intelligenz erkannt werden. Später sollen dann weitere Szenarien nachgerüstet werden.

Auch Dex-Funktionalität ist selbstverständlich wieder gegeben, wobei ihr dieses mal nicht zwingend auf das Dock angewiesen seid und das Note 9 direkt via HDMI-Adapter mit einem Fernseher verbinden könnt. Gerade hier zeigt sich wieder, dass Samsung sein Business-Klientel logischerweise wieder ganz oben auf dem Zettel hat. Fünf Anwendungen können maximal gleichzeitig auf diese Weise ausgeführt werden, mehr Anwendungen werden es, wenn ihr statt HDMI auf das Dex-Dock setzt.

Das große Alleinstellungsmerkmal der Note-Reihe ist natürlich der S Pen, der auch dieses mal wieder im Gerät Platz findet, sich nun aber in goldgelb präsentiert. Die wichtigste Neuerung des Eingabestifts ist allerdings nicht kosmetischer Natur. Seit neuestem beherrscht der S Pen nämlich auch Bluetooth, womit er nicht nur als Eingabe-Zubehör auf dem Display taugt, sondern auch wie ein Controller oder eine Fernbedienung für euer Galaxy Note 9 fungiert.

Ihr könnt mit den Buttons also auch den Music-Player oder die Kamera bedienen, ganz neu ist zudem die Funktionalität im Rahmen von Games. Dazu haben wir ja schon spekuliert, dass uns Samsung das am Spiel Fortnite demonstriert, welches somit nun auch endlich für Android zu haben ist (wenn auch in den ersten Tagen exklusiv für das Galaxy Note 9). Wie gut das funktionieren wird — Fortnite via S Pen zu spielen — muss sich erst noch zeigen. Aber grundsätzlich kann ich mir schon vorstellen, dass es nützlich sein kann, den Stift als zusätzliches Instrument beim Gaming nutzen zu können.

Samsung Galaxy Note 9 Design

Was soll man euch zum Design des Samsung Galaxy Note 9 erzählen? Egal, ob die Glas-Front und -Rückseite, der Metallrahmen, die Anschlüsse und Slots oder die Form an sich: Absolut alles sieht genau so aus wie beim Vorgänger.

Oder halt: Eine Sache ist dann doch anders, denn man hat freundicherweise den Fingerabdrucksensor ein wenig anders positioniert. Wie bei den S9-Modellen hat sich Samsung dafür entschieden, ihn auf der Rückseite unterhalb der mittig positionierten Hauptkamera zu platzieren, was absolut begrüßenswert ist. Davon abgesehen entspricht das Galaxy Note 9 optisch seinem Vorgänger, was auch bedeutet, dass sowohl der Einschub für die microSD-Karte als auch die Buchse für den 3,5 mm Klinkenstecker weiterhin vorhanden sind — beides beileibe nicht selbstverständlich.

Farblich könnt ihr wählen zwischen „Midnight Black“ und „Ocean Blue“ und damit ihr euch schon mal ein wenig mehr mit dem Note 9 anfreunden können, haben wir selbstverständlich auch Fotos für euch:

Samsung Galaxy Note 9 Preis und Verfügbarkeit

Vermutlich wird euch jetzt noch interessieren, wann ihr den Hobel bekommt und was ihr dafür hinblättern müsst. Noch heute startet der Vorverkauf, wobei ihr auch wieder die Möglichkeit erhaltet, ein altes Gerät bis zum 23. August einzutauschen und bis zu 100 Euro zusätzlich dafür zu erhalten.

Ab dem 24. August wird dann ausgeliefert bzw. könnt ihr beim Händler eures Vertrauens zuschlagen und das Samsung Galaxy Note 9 in zwei Ausführungen kaufen: Einmal für 999 Euro in der „Basis“-Ausstattung mit 6 GB RAM und 128 GB internem Speicher. Wer es üppiger mag, greift zur Ausführung mit 8 GB RAM und 512 GB Speicher und legt dafür dann aber auch 1 249 Euro hin.

Das sind — wie erwartet — stolze Preise, bei denen ihr euch überlegen müsst, ob ihr diese Funktionen und diese Premium-Technik tatsächlich benötigt. Wem weniger reicht, der checkt mal die aktuellen Preise für das nur wenig kleinere S9+ oder greift gar zum Note des Vorjahres. Aktuell bekommt ihr das Galaxy Note 8 bei Amazon für etwa 650 Euro.

Wer aber wirklich das Beste vom Besten haben möchte, gerade mit Blick auf eine Business-Ausrichtung, kommt an diesem Note 9 kaum vorbei. Die Kamera kann dank KI noch ein klein wenig mehr als beim Galaxy S9+, es gibt bis zu 8 GB RAM und inklusive microSD-Karte kommt ihr immerhin auf 1 TB Speicherplatz.

Der S-Pen, der dank offener API künftig in vielen anderen Anwendungen zum Einsatz kommen dürfte, wurde mit der Bluetooth-Funktionalität signifikant aufgebohrt und neben einer stärkeren Performance unter der Haube kann das Note 9 auch endlich einen ordentlich großen Akku vorweisen. Wer Premium möchte, bekommt von Samsung mit dem Galaxy Note 9 genau das — viel edler geht es derzeit tatsächlich nicht.