MWC 2016
Sony Xperia X Test – Hands on und erste Eindrücke

Auch Sony hat neue Geräte mit nach Barcelona gebracht, beispielsweise das Xperia X, ein Smartphone mit Fokus auf die Kamera-Qualitäten mit einer 25 MP-Cam auf der Rückseite und einem Selfie-Shooter mit 13 Megapixeln. Wir haben es uns angeschaut.

Sony hat es in den letzten Jahren nicht leicht gehabt mit seinen Smartphones: Geräte wie zuletzt das Sony Xperia Z5 haben in unseren Tests immer voll überzeugen können, als Kombination aus toller Hardware mit besonders starken Kameras, ansprechendem Design und stets tollen Akkulaufzeiten. Dennoch können die Japaner nicht im Ansatz mit den Großen der Branche wie Apple, Samsung oder Huawei mithalten, was die Abverkäufe angeht.

Die Modell-Politik war nicht immer glücklich, vielleicht auch nicht die Veröffentlichungs-Zyklen. Sei es drum: Beim MWC in Barcelona nimmt man einen neuen Anlauf mit seinen Xperia-Smartphones und das nicht mit der Fortsetzung der Z-Reihe, sondern der Einführung der nagelneuen X-Reihe. Ehrlich gesagt geht auch das direkt wieder mit einer Enttäuschung los: Drei Smartphones hat man im Gepäck: Das Sony Xperia X Performance, das Sony Xperia X und das Sony Xperia XA. Das Erste ist das stärkste und zeitgemäß mit einem Qualcomm Snapdragon 820 ausgestattet – aber genau dieses Device ist überhaupt nicht erst für einen Release in Deutschland vorgesehen, zumindest derzeit nicht.

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Das Xperia X ist in einigen Punkten – vor allem den Kameras – ähnlich bestückt, also auch durchaus ein attraktives Gerät, aber mit einem Snapdragon 650 eher der gehobenen Mittelklasse zuzuordnen. Das soll uns nun aber nicht davon abhalten, dennoch einen Blick auf die Spezifikationen des Sony Xperia X zu werfen:

Technische Daten Sony Xperia X

  • 5 Zoll großes FullHD-„TRILUMINOS“-Display mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln
  • Qualcomm Snapdragon 650 Hexa-Core-SoC
  • 3 GB RAM
  • 32 GB interner Speicher, der mittels microSD-Karte erweitert werden kann
  • Android 6.0 Marshmallow
  • 23 MP Kamera auf der Rückseite mit prädiktivem Fokus
  • 13 MP Selfie-Cam vorne
  • Fingerabdrucksensor an der Seite
  • 2620 mAh Akku, nicht wechselbar, unterstützt Quick Charge
  • 156 Gramm Gewicht

Damit präsentiert Sony ein Smartphone, welches teilweise dem letztjährigen Flaggschiff, dem Xperia Z5 ähnelt. Beim Design gilt das sowieso, aber auch für die Hauptkamera, die erneut 23 MP Auflösung vorzuweisen hat, dem 3 GB großen Arbeitsspeicher und auch dem 32 GB großen Flash-Speicher.

Enttäuscht dürften viele – angesichts eines High-End-Preises von 600 Euro – sein, dass der Prozessor – der Snapdragon 650 – nicht ebenfalls dem High-End-Bereich zugeordnet werden kann. Das TRILUMINOS-Display ist auf fünf Zoll geschrumpft, präsentiert sich mit 700 Candela aber besonders hell und sehr knackigen Farben.

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Auch der Akku macht diese Schrumpf-Kur mit, wenngleich Sony angibt, dass euch auch 2620 mAh durch bis zu zwei Tage bringen sollen. Der Akku kann aber dafür auch besonders schnell befüllt werden: Lediglich zehn Minuten an der Steckdose sollen genügen, damit ihr wieder Saft für über fünf Stunden habt. Generell sind wir von Sony tolle Akkus gewohnt, so dass wir uns auch hier nicht den Kopf zerbrechen wollen, was die geringere Kapazität angeht.

Ein Downer dürfte für den ein oder anderen sicher sein, dass Sony bei seiner neuen Xperia-Reihe darauf verzichtet, die Geräte wasserdicht zu bauen – jahrelang war das ein Aushängeschild der Japaner.

Fokus auf die Kameras

Sony Xperia X Lime Gold Rückseite

Wie so oft möchte es Sony mit der Qualität seiner Kamera-Technik herausreißen. 23 Megapixel gab es schon letztes Jahr, allerdings will man den Sensor dennoch deutlich verbessert haben. Ein prädiktiver Fokus soll bei der Hauptkamera den Unterschied machen, gerade bei action-geladenen Fotos. Funktionieren soll das so, dass die Kamera erkennt, dass sich ein Objekt bewegt. Aus der Geschwindigkeit und Richtung der Bewegung wird dann automatisch im Voraus errechnet, wo sich das Objekt als nächstes befinden wird und dann entsprechend darauf scharf gestellt.

Das soll übrigens auch im Burst-Modus funktionieren: Dadurch, dass der Fokus zwischendurch neu scharf stellt, erhaltet ihr auch optimal fokussierte Serienfotos von beispielsweise heranrauschenden Autos. Außerdem ist Sony stolz darauf, dass ihr besonders schnell Fotos machen könnt: Dank Quick Launch ist das Foto in weniger als einer Sekunde geknipst!

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Auch die Front-Kamera soll euch besonders gelungene Bilder ermöglichen. Der Exmor R Sensor mit 13 Megapixeln soll besonders lichtempfindlich sein und somit perfekte Selfies auch dann ermöglichen, wenn die Lichtverhältnisse nicht eben optimal sind. Der Test muss jeweils belegen, ob Sony bei den Kameras erneut punkten kann – und der Käufer wird entscheiden, ob ihm dieses Kamera-Technologie den Kaufpreis wert ist.

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Design und Material: Typisches Sony-Design, Metallgehäuse

Sony Xperia X Smartphone (5 Zoll (12,7 cm) Touch-Display, 32GB interner Speicher, Android 6.0) schwarz

Preis: EUR 315,00 oder gebraucht ab EUR 199,00

88 Kundenbewertungen 4.0 von 5 Sternen

Design können sie in Japan bei Sony – daran gibt es auch beim neuen Xperia X nichts zu rütteln! Statt auf eine Glas-Rückseite vertraut man dieses Mal auf Metall und ja, auch das Xperia X sieht in meinen Augen echt edel aus. Anbieten will man das Xperia X in gleich vier Farben: In Lime-Gold, Graphit-Schwarz, Weiß und Rosé-Gold. Hier habt ihr ein paar Presse-Fotos, anhand derer ihr euch persönlich ein Bild davon machen könnt:

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Was bleibt unterm Strich? Ein neues Smartphone der Japaner mit altbewährtem, ansprechendem Design, der Abkehr von 4K-Displays (sehr erfreulich übrigens) und leider auch der Abkehr von einem High-End-SoC. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ein Smartphone mit einem Snapdragon 650 und 3 GB RAM ist alles andere als eine komplette Gurke! Aber wenn das Xperia X in den Handel kommt – was übrigens erst Ende Mai der Fall sein soll – ruft man als unverbindliche Preisempfehlung 599 Euro auf. Das ist High-End-Niveau und ich fürchte, da wird es Sony in einem prall gefüllten Markt mit sehr vielen besseren und sehr vielen günstigeren Smartphones schwer haben. Ob da eine neue Kamera-Technologie das Allheilmittel sein wird, müssen dann die nächsten Monate zeigen.

Quelle: Sony