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Splash Drone – Hands On und erste Eindrücke

Auf der Boot in Düsseldorf wurde zum ersten mal in Deutschland die Splash Drone vorgestellt die nicht nur im Regen fliegen und sogar schwimmen kann, sondern die auch duch entsprechendes Zubehör leben retten kann. Wir haben uns die Splash Drone für euch mal genauer angeschaut.

von Mark Kreuzer am 1. Februar 2016

Wir haben in letzter Zeit schon häufiger über Drohnen berichtet. Ein großes Problem haben alle marktüblichen Multicopter gemein: sobald das Wetter schlecht ist, bleibt die Drone üblicherweise am Boden. Die Splash Drone ist die erste zu 100% wasserdichte Consumer Drohne auf dem Markt. Ich habe auf der Boot Messe in Düsseldorf die Gelegenheit gehabt, die Splash Drone in Augenschein zu nehmen und ein Hands On Video aufzunehmen.

 Von Kickstarter zum David Hasselhoff

Aufmerksame Beobachter von Kickstarter oder interessierte Leser haben vielleicht sogar schon mal von der Splash Drone gehört. Das Projekt hat im März 2015 auf Kickstarter via Crowdfunding nach Unterstützern gesucht und innerhalb der ersten 30 Stunden das Funding Goal erreicht. Profitiert hat das Projekt dabei von der positiven Berichterstattung auf diversen Plattformen wie Engadget, Gizmodo, Discovery Channel usw., so dass das Projekt am 8.April 2015 von insgesamt 315 Unterstützern mit 303.429 US-Dollar finanziert wurde. Anders als so manches Drohnen Projekt auf Kickstarter wurde dieses ohne größere Probleme abgewickelt. Die Splash Drone wird – nachdem die Unterstützer mit Ihren Geräten versorgt wurden – von der Firma SwellPro weiter vertrieben.

(Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)
(Foto: Messe Düsseldorf / ctillmann)

Beim ersten Aufritt der Splash Drone auf einer Messe auf deutschem Boden hat der Quadrokopter die Möglichkeit bekommen, per Abwurfmechanismus eine automatisch aufblasbare Boje über Menschen in Not abzuwerfen und so zu deren Rettung beizutragen.

Auch die Feuerwehr-Variante der Splash Drone habe ich in dem Hands On Video kurz vorgestellt. In dieser Variante wird die Drohne mit einer Infarotkamera ausgestattet und verschafft der Feuerwehr bei entsprechenden Einsätzen einen viel schnelleren Überblick über die Situation vor Ort. Zudem steht so ein ganz neuer Blickwinkel zur Verfügung und die Drohne kann Orte erreichen, die für einen Menschen vielleicht nur schwer bzw. nur unter hohem Risiko zu erreichen wären.

Beide Anwendungsfälle zeigen gut, wie Drohnen/Multicopter in Zukunft zur Lebensrettung eingesetzt werden können. Hoffentlich trägt dies dazu bei, dass man diese Geräte mit etwas Nützlichem anstelle von etwas Bedrohlichem verknüpft.

SplashDrone -4

Splash Drone – Technische Daten

Anders als die beiden großen Hersteller DJI und Yuneec hat die Firma Swell Pro bisher keine weiteren millionenschweren Investments erhalten. Aber das bedeutet nicht, dass sie nicht auch eine technisch gute Drohne bauen könnten. Das o. gezeigte Bild ist noch aus der Kickstarter Kampagne, aber am Design hat sich bis heute nicht viel verändert.

Die wichtigsten Eckdaten im Detail:

Maße Flugmodus500 x 500 x 230mm
Abfluggewichtmax. 2,5 kg
Flugzeit~15 Minuten
Akku4.500 mAh (4S-LiPo)
KameraWasserfester 2-Achs Gimbal zur Aufnahme von Action Cams (GoPro o.ä.)
Funke9 Kanal mit Telemetrie Übertragung
7” FPV Live Bild Monitor (5,8-GHz)
FlugmodiOrbit Mode, Return To Home, Follow-Me, Wegpunkte

Von der Technik her macht alles einen sehr soliden Eindruck. Das merkt man allerdings am Gewicht. Nimmt man die Splash Drone in die Hand, ist sie verglichen mit einer DJI Phantom 3 deutlich schwerer. Robustheit hat halt seinen Preis, der sich in diesem Fall dann leider negativ auf die Flugzeit auswirkt. Eine Flugzeit von 15 Minuten ist allenfalls Mittelmaß – vor allem wenn man bedenkt, dass jeder Pilot einen Puffer für die Rückkehr zum Startpunkt einkalkuliert.

Die Propeller sind selbstsichernd und bestehen serienmäßig aus Carbon. Dadurch sind sie um einiges stabiler und sollen laut Hersteller auch kein Problem mit einem eventuellen Wasserkontakt haben.

comparison Splash Drone

Die Splash Drone gibt es in den drei Farbvarianten Weiß, Grau und Orange und in drei verschiedenen Ausbaustufen:

  • RTF
  • Pro
  • Auto

Auch eine Do It Yourself Variante wird angeboten, die aber ansonsten der RTF Variante entspricht. Der Hauptunterschied der drei Varianten liegt – abgesehen vom Preis – beim Funktionsumfang der zugehörigen App. So kann nur die Auto-Variante “autonome” Waypoint Flüge durchführen.

ZERO-Splash drone

Auch besteht die Option die Splash Drone mit zwei Action-Cam Varianten zu kaufen, die GoPro Qualität liefern sollen. Diese “Zero” genannten Kameras sehen der originalen GoPro zum Verwechseln ähnlich. Ob die Kamera-Qualität wirklich auch auf GoPro Niveau liegt wird sich erst bei weiteren Tests zeigen. Die Splash Drone kann aber auch nur mit dem wasserfesten 2-Achs Gimbal bestellt werden, unter welchen ihr dann eine bereits vorhandene GoPro 3 oder GoPro 4 montieren könnt.

Preislich bewegen wir uns Regionen von 999€ für die RTF Version bis hin zu 1.900€ für die Version mit integrierter Zero 4K Action Cam. Die Auto Variante zum Benutzen der eigenen Go-Pro kostet 1.700€. Im Preis mit enthalten ist alles, was man braucht um mit der Splash Drone loszufliegen. Gut gefällt mir, dass die Drohne in dem robusten Transportkoffer geliefert wird.

Auf der Boot Messe wurde uns mitgeteilt, dass zwei Akkus im Lieferumfang enthalten seien – auf der Shop Seite ist aber nur 1x Akku gelistet. Preislich macht das ganze einen ordentlichen Eindruck und ist somit ein Kandidat, der bei dem Kauf einer Drohne mit in Erwägung gezogen werden sollte.

Splash Drone Set: Koffer Funke und Drone

Zwischenfazit Splash Drone

Ich kann es kaum erwarten, die Splash Drone selber zu testen. Die Tatsache, dass man ab jetzt auch im Regen fliegen kann eröffnet ganz neue Möglichkeiten und ist sicherlich nicht nur für Hobby Piloten interessant. Sicherlich wollen die meisten Piloten nicht sehen, wie ihr Mulitcopter in Wasser landet. Da die Splash Drone in diesem Fall schwimmt, dürfte sie für viele Piloten ein großes Plus in puncto Sicherheitsgefühl bieten.

Eine klare Kaufempfehlung oder -Ablehnung werde ich erst treffen können, wenn ich die Gelegenheit hatte mit der Splash Drone zu fliegen. Besonders wichtig wird sein, wie gut der 2-Achs-Gimbal die Bilder stabilisiert.

Ein wenig negativ aufgefallen ist mir bisher, dass die Internetseiten des US-Herstellers und des deutschen Importeurs noch deutlich ausbaufähig sind. Zu bedenken ist andererseits, dass es als Underdog sicherlich nicht einfach ist im Consumer Dronen Markt gegen Hersteller wie DJI, Yuneec oder Parrot anzutreten. Doch auch diese Hersteller haben mal klein angefangen, nicht wahr?