Amphibio – Atemmaske aus dem 3D-Drucker

von Jan Gruber
8. August 2018

Die Erderwärmung schreitet voran, die Meere steigen und die Umwelt wird für Flora und Fauna immer feindlicher. Was dagegen tun? Treibhausgase reduzieren? Das Klima wieder in den Griff bekommen? Ach nein - Technologie soll es richten.

Ironie beiseite - bis 2100 könnten Überschwemmungen erhebliche Landmassen und die darauf wohnenden Menschen verdrängen. Der Materialwissenschaftler und RCA-Student Jun Kamai ist der Meinung, dass das Problem nicht nur durch Städteplanung eingefangen werden kann. Stattdessen müssen sich die Menschen selbst anpassen. Dazu zeigt er jetzt eine Atemmaske. Sie hört auf den Namen Amphibio und stammt direkt aus dem 3D-Drucker. Das Produkt ist eine Atemmaske inklusive Filtersystem, das wie eine Kieme arbeitet. So wird Amphibio direkt am Oberkörper getragen und soll es dem Träger ermöglichen, Sauerstoff aus Wasser zu gewinnen.

Kamei schuf die Kieme nach dem Studium der Körper von Tauchinsekten. Diese besitzen eine superhydrophobe Haut, die Wasser so stark abstößt, dass sich eine winzige Sauerstoffbarriere zwischen ihnen und dem Wasser bildet. Diese Barriere hält sie nicht nur trocken, sondern dient auch als Gasaustausch, sodass der im Wasser gelöste Sauerstoff in ihren Körper gefiltert werden kann.

Amphibio besteht aus einem ähnlichen, zum Patent angemeldeten, porösen, hydrophoben Material. "Im Meerwasser sind Sauerstoffmoleküle durch die ständige Vermischung durch Wellen gelöst. Die Kieme ist in der Lage, sich mit Sauerstoff zu füllen", sagt Kamei. "Ebenso kann das Kohlendioxid, das sich im System ansammelt, mit dem gleichen Mechanismus in das umgebende Wasser abgeleitet werden."

Das erste Design ist zwar funktional, aber noch weit davon entfernt, einen Menschen mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Bei der aktuellen Effizienz wäre eine Kieme in der Größe von 344 Quadratmetern notwendig. Doch wir sind erst am Anfang der Entwicklung, noch ist diese Idee nicht abzuschreiben. Erinnert ihr euch, wie groß Telefone vor einigen Jahren (noch) waren?

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