Blacked Out: Doku über die längste Stilllegung des Internets in Afrika

von Carsten Drees
14. August 2018

Kamerun ist ein Land mit zwei Amtssprachen: Französisch und Englisch. Der Regierung sind die anglophonen Bezirke aber zusehends mehr ein Dorn im Auge und so griff man seit 2017 zu sehr unschönen Mitteln, indem man den mehrheitlich englischsprachigen Regionen im Norden und Süden schlicht das Internet kappte. Monatelang hielt der Zustand im letzten Jahr, auch in diesem Jahr wurde bis März teils komplett blockiert, teils wurden bestimmte Webseiten und Apps gesperrt oder das Internet stark verlangsamt.

Was das nicht nur für den privaten Gebrauch bedeutet, sondern auch für all diejenigen, die beruflich im Netz unterwegs sind, brauche ich euch nicht erklären. Dazu kommt noch, dass Afrika sich derzeit wirtschaftlich in vielen Bereichen in Stellung bringt (auch Google greift unter die Arme) und Kamerun im Vergleich zu anderen Nationen des Kontinents unnötig zurückfällt.

Die Doku "Blacked Out: The Cameroon Internet Shutdown" arbeitet jetzt in einer knappen Dreiviertelstunde diese größte Internet-Stilllegung Afrikas auf. Die Verfehlungen der Politik werden aufgezeigt, aber ihr seht auch eine kämpferische Bevölkerung, die die Demütigung ertragen, wenn sie zwecks Internetnutzung französischsprachige Regionen des Landes aufsuchen müssen.

Sehenswert allemal und für mich gerade echt schockierend, da ich von dieser Geschichte bis heute nichts mitbekommen habe. Diese wirtschaftliche Fehlleistung der Regierung in Kamerun ist mir bis dato komplett entgangen und ich fürchte, dass die Story generell weltweit nicht bei sehr vielen auf dem Radar auftauchte. Umso besser, dass es hier dokumentiert wurde.

via Quartz

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