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Shitstorm: Werbevideo für den 12-Stunden-Arbeitstag kommt nicht so gut an

von Bernd Rubel
22. Juni 2018

Die Wirtschaftskammer Österreich hat vor einigen Tagen ein dreiminütiges Video veröffentlicht, in dem sie für die Flexibilisierung der Arbeitszeiten wirbt und die Vorteile eines 12-stündigen Arbeitstages wirbt. Die rechtskonservative Regierung bei unseren nachbarn will eine "freiwillige" Erweiterung der maximal zulässigen Arbeitszeit gesetzlich verankern, denn: "Geht’s dem einen gut, geht’s uns allen gut" - so lautet der Refrain.

Jetzt mag man an Bau- oder Schichtarbeiter denken, die gegen Überstundenaufschläge oder mehr Freizeit einfach mal 'reinkloppen, wenn die Auftragslage oder das Wetter es hergeben - legitim. Offenbar sehen das viele Nutzer aber anders. Die verweisen u.a. darauf, dass die neuen gesetzlichen Regelungen lediglich eine längst alltägliche Ausbeutung von Angestellten in vielen Branchen legitimieren solle. Schon heute seien viel zu lange Arbeitszeiten der Alltag, zudem werde ständige Erreichbarkeit verlangt.

Und dann stehe da ja noch die Frage im Raum, ob man sich nicht angesichts digitaler Disruption und Roboterisierung vielmehr darauf vorbereiten müsse, dass wir in Zukunft alle weniger arbeiten müssen? Fest steht: der Sommerhit 2018 wird die Knetmassen-Romantik offenbar nicht werden. 15000 Dislikes und 500 meist erzürnte Kommentare sprechen da eine deutliche Sprache.

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