Deepfake: Falscher Obama beschimpft Trump

von Carsten Drees
18. April 2018

Freunde, wir gehen schwierigen Zeiten entgegen, was Fake-News angeht. Wenn ihr denkt, dass es aktuell schon schwierig ist, festzustellen, ob eine verbreitete News echt ist oder nicht, dann hab ich schlechte Nachrichten für euch, die leider kein Fake sind: Das ist erst die Spitze des Eisbergs und wir stehen komplett am Anfang dieser Entwicklung.

Jetzt müssen die Weichen gestellt werden, um unseriöse Quellen in den Griff zu bekommen, denn sonst gleitet uns das komplett aus den Fingern. Wenn wir heute mit Fake-News zu kämpfen haben, dann weil darin schlicht falsche Informationen im Text stehen oder das gezeigte Video - beispielsweise von einer Demo - etwas anderes zeigt, als im Clip behauptet wird. Künftig müssen wir uns aber darauf einstellen, dass ihr im Bewegtbild, später dann sogar in einem Live-Stream, jemanden reden hört, der aber gar nicht derjenige ist, den wir zu sehen glauben.

Klingt noch ein bisschen nach Science Fiction, aber das oben gezeigte Video beweist, was da zu erwarten sein wird. Wir haben bereits über die FakeApp geschrieben und auch schon über Adobes "Photoshop für Audio". Bei letzterem kann die künstliche Intelligenz nach kurzem Training mit einer Stimme beliebig Sprachausgabe mit eben dieser Stimme generiert werden.

Dort fungierte übrigens der US-Comedian Jordan Peele als Testperson. Ebenjener Jordan Peele imitiert nun Barack Obama und lässt ihn über Trump schimpfen und noch andere Dinge sagen, die der echte Obama niemals sagen würde. Das klingt schon ziemlich nach Obama, aber perfekt wird die Illusion natürlich erst, wenn wir dazu auch einen Obama reden sehen, der genau diese Dinge sagt.

Auch bei diesem Clip kam wieder die Technologie der FakeApp zum Einsatz. Etwa 56 Stunden hat es gebraucht, dieses Video zu erstellen, bei dem allerdings auch ein Profi für Videoeffekte nachträglich noch Hand angelegt hat.

Dennoch: Wer imstande ist, diesen Aufwand zu betreiben, kann uns bereits heute eine ziemlich täuschende Illusion liefern. Denkt einfach daran, wenn ihr nächstes mal wieder ein Propaganda-Video aus einem Krisengebiet seht, egal von welcher Kriegspartei es veröffentlicht wurde: Wir müssen langsam verstärkt dazu übergehen, auch bei Videos unsere Quellen zu überprüfen und zu verifizieren, ob es nun tatsächlich eine seriöse Nachricht ist - oder schlimmstenfalls ein Fake.

via Buzzfeed

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